Pascal Boillat, President GF Machining Solutions im SMM-Exklusiv-Interview «Biel ist ein perfekter Produktionsstandort»

Redakteur: Matthias Böhm

GF Machining Solutions ist mit einer weltweiten Organisation an 50 Standorten präsent. 3003 Mitarbeitende erwirtschafteten 2015 einen Umsatz von CHF 902 Mio. Technologisch ist das Unternehmen herausragend, gefertigt werden Fräsmaschinen, Elektroerosionsmaschinen (EDM), Speziallösungen für die Luft- und Raumfahrttechnik, Lasertexturierung, Spannmittel und Automation, Spindeln sowie Customer Services. Pascal Boillat, President GF Machining Solutions, ist vom Standort Schweiz überzeugt.

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Automatisierung ermöglicht die Integration und Kombination der beiden Technologien von GF AgieCharmilles: Fräsen und Erodieren.
Automatisierung ermöglicht die Integration und Kombination der beiden Technologien von GF AgieCharmilles: Fräsen und Erodieren.
(Bild: GF)

SMM: GF Machining Solutions will in eine neue WZM-Produktion in Biel investieren. Können Sie die Gründe nennen für die Neuinvestition. Es ist doch überraschend in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage am Werkplatz Schweiz.

Pascal Boillat: Die Verkäufe von unseren Fräsmaschinen haben sich in den vergangenen Jahren fast verdoppelt, sodass die bestehende Produktionsstätte in Nidau (Schweiz) an ihre Kapazitätsgrenzen gestossen ist. Um ein weiteres Wachstum zu ermöglichen, planen wir, in Biel in ein neues Werk zu investieren. Dieses wird ein Forschungs- und Entwicklungszentrum auf dem neusten Stand der Technik und ein modernes Anwendungszentrum umfassen. Der Neubau wird auch das Zentrum für Additive Fertigung werden. Weiter sollen unsere Spindelproduktion (Step-Tec) sowie unsere schweizerische Verkaufsgesellschaft (GF Machining Solutions International) integriert werden. Die Produktionsstätte wird den strengsten Energieeffizienzstandards entsprechen und mit der neusten Montagetechnik ausgerüstet sein, um weitere Effizienzsteigerungen zu ermöglichen. Sie wird Platz für mehr als 460 Mitarbeitende bieten. Das Grundstück und das Gebäude werden geleast. Der Baubeginn ist für Herbst 2016 geplant.

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Welche Maschinen werden Sie in Biel konkret produzieren?

P. Boillat: Wir werden unsere gesamte Palette an Fräsmaschinen – von der kleinsten bis zur grössten – in Biel produzieren. Ausserdem sollen auch einige unserer Laser-Anlagen dort montiert werden.

Was passiert mit dem aktuellen Produktionsstandort Nidau?

P. Boillat: Die Gebäude in Nidau und in Ipsach sind gemietet; sobald möglich, werden wir in unser neues Gebäude in Biel umziehen.

Würden Sie die Schweiz als idealen Standort für WZM-Bau einschätzen?

P. Boillat: Ich habe meine ganze Karriere im Werkzeugmaschinen-Geschäft verbracht. Biel ist ein perfekter Produktionsstandort für die Maschinenindustrie. Hier können viele qualifizierte Mitarbeitende in Biel selbst oder in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometer gefunden werden. Ausserdem profitieren wir in Biel von der Nähe zur Fachhochschule und zum Innocampus.

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