Prozesssteuerung komplexer Rollendruckmaschinen Damit auch der Datenfluss rundläuft

Autor / Redakteur: Michael Paulwitz / Luca Meister

>> Schmal- und breitbahnige Rollendruckmaschinen für Etiketten und Faltschachteln – in diesen Disziplinen ist die in dritter Generation familiengeführte Gallus Ferd. Rüesch AG mit Stammsitz in St. Gallen unschlagbar. Schaltpläne, Stromlaufpläne und Materiallisten für die komplexen, massgeschneiderten Anlagen werden seit 2012 mit «Eplan Electric P8 Professional» erstellt. Der Marktprimus in Lösungen für den Etikettendruck ist seit 1999 über eine 30-Prozent-Beteiligung mit der Heidelberger Druckmaschinen AG verbunden.

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(Bild: Gallus)

Rollendruckmaschinen von Gallus sind modular aufgebaut: Je nach Anforderung und Komplexität des Endprodukts werden Druckwerke für jede einzelne Farbe, Lack-, Kleberschicht oder Folienprägung hintereinandergeschaltet und mit Stanzwerken und weiteren Bearbeitungsstufen fortgesetzt, damit aus einer Papier- oder Kunststofftrommel Rollen mit fertigen Etiketten werden können. Die Anlagen, in denen die Materialrollen bei einer Geschwindigkeit von bis zu 160 m/min verarbeitet werden, können dabei mit einer Höhe und Tiefe von je ca. drei Metern schon mal zehn bis zwanzig Meter für den Etikettendruck lang sein, eine Faltschachtel-Druckstrasse kommt leicht auf 30 bis 40 Meter. Die längste Anlage, die Gallus bisher gebaut habe, messe 80 Meter und diene für das Bedrucken von Rubbellosen, berichtet Bernd Hofstädter, bei Gallus für strategisches Beschaffungsmanagement verantwortlich, und betont: «Unsere Maschinen sind modular aufgebaut und haben aufgeteilte Schemata; wir greifen nie auf eine vorhandene Anlage zurück, um sie einfach zu modifizieren.»

Systempflege leicht gemacht

Das dient der Fehlervermeidung und Qualitätssicherung; Voraussetzung ist, dass die verwendeten Elemente, Bauteile und Gewerke auch in der Elektrokonstruktion effektiv zur massgeschneiderten kundenspezifischen Anlage zusammengefügt werden können und ein durchgängiger Datenaustausch mit allen relevanten Bereichen sichergestellt werden kann, von der Materialbestellung über die Produktion im Haus und durch Zulieferer bis zur Auswertung und Dokumentation.

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«‹Eplan Electric P8 Professional› wurde eingeführt, weil es ein zeitgemässes System ist, das den aktuellen Stand der Technik abbildet und im Anlagenbau Standard ist», fasst B. Hofstädter zusammen. Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund der weiten Verbreitung von Eplan-Werkzeugen viele Herstellerdaten aktuell verfügbar sind. Die Bibliotheken der Komponenten-Hersteller nutzt man bei Gallus sowohl über das Eplan Data Portal, bei dem man «besonders schnell fündig» wird, als auch direkt über die Herstellerseiten. «Die oft wenig vergnügliche ‹Bauteil-Pflege› wird dadurch wesentlich vereinfacht, da die Basis-Komponentendaten einfach übernommen werden können und nur Sonderwissen ergänzt werden muss», hebt Michael Holzner hervor, Leiter der Elektrokonstruktion bei Gallus.

Für ein kleines Team, das sich keinen grossen Aufwand für Systempflege leisten kann, ist die zeitnahe Bereitstellung leicht zu integrierender Herstellerdaten schon aus Gründen der Arbeitsökonomie sehr hilfreich. Und weil das einfach zu handhabende Eplan-Bedienkonzept konsequent in allen Modulen umgesetzt ist, kann jeder seiner Mitarbeiter in allen Disziplinen anpacken – «auch der Auszubildende».

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