Kollaborative Roboter von Fanuc Die nächste Stufe der Automation

Autor / Redakteur: Bernhard Foitzik / Silvano Böni

«Neue Kollegen» werden kollaborative Roboter wie der CR-35iA oder der CR-7iA von Fanuc allenfalls durch die räumliche Nähe des Arbeitsplatzes. Sie sind ohne trennende Zäune für eine direkte Zusammenarbeit mit Menschen konzipiert und ausgelegt. Jetzt sind sie auf dem Weg in die Werkhallen.

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Roboterhilfe ohne Schutzzaun: Das ist die Zukunft.
Roboterhilfe ohne Schutzzaun: Das ist die Zukunft.
(Bild: Fanuc)

Kollaborative Roboter sind Maschinen der nächsten Automationsstufe. Ihnen wird durchaus eine tragende Rolle in der Welt der Industrie 4.0 zugetraut, wo die Lücke zwischen Handarbeit und vollautomatisierter Produktion geschlossen werden soll. Es geht auch ein bisschen kleiner – und sehr viel praktischer, wie Projekte mit den kollaborativen Robotern von Fanuc zeigen.

Diese Roboter sind – Sicherheit geht vor – ein bisschen langsamer als ihre gelben «Kollegen», dafür kommen sie ohne Schutzzaun aus. Und sie stammen, jedenfalls bei Fanuc, aus der Serie, sind mechanisch baugleich und werden programmiert wie die gelben Roboter auch.

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Mensch und Roboter: Hand in Hand

Zu den Interessenten und Nutzern der ersten Stunde gehören Unternehmen, die in ihrem Marktsegment zu den Spitzenunternehmen zählen und auch das Tempo der technologischen Veränderung mitbestimmen wollen. Dazu zählen Mittelständler in der allgemeinen Industrie ebenso wie Zulieferer der Automobilindustrie. Vielen Anlagen ist gemeinsam, dass tatsächlich Werker und Roboter Hand in Hand arbeiten werden. Der grosse Vorteil solcher Anlagen ist der deutlich geringere Platzbedarf der kollaborativen gegenüber einer herkömmlichen Lösung. Im Prinzip sind die Arbeitsplätze von Mensch und Roboter klar definiert, nun aber mit Überschneidungen.

Zahlreiche Projekte sind von der Automobilindustrie angestossen. Nicht ohne Hintergedanken war bei der ersten Präsentation des CR-35iA von Fanuc eine Automobil-nahe Applikation gezeigt worden. Nun hat Opel die ersten Roboter im kollaborativen Betrieb in der Türmontage des Insignia im Einsatz. Der Roboter hat bei dieser Anwendung die Aufgabe der Bauteilpositionierung.

Ein weiteres Anwendungsgebiet rückte schnell in den Fokus zukunftsorientierter Praktiker: die Intralogistik. Getestet werden beispielsweise Aufgaben, wie sie Fanuc auf der Fachpack mit dem CR-35iA gezeigt hat. Dabei erledigt die eigentliche Kommissionierung ein Mensch und das schneller und flexibler als ein Roboter – insbesondere als ein kollaborativer Roboter, der sich im gemeinsamen Arbeitsbereich mit einem Menschen eben auch nur mit Sicherheitsgeschwindigkeit bewegen darf. Die Grenzen liegen hier bei 250 mm/s. Kollaborative Roboter von Fanuc lassen sich im High-Speed-Modus auch mit bis zu 750 mm/s betreiben. Aber der CR-35iA hat eben eine Traglast von 35?kg. Das reicht, um pausenlos Kisten oder Kartons direkt neben dem Kommissionierer zu palettieren.

Nachholbedarf in der Montage

Wie nützlich Roboter sind oder ob gar dringender Handlungsbedarf hinsichtlich Automatisierung besteht, lässt sich durch eine ergonomische Bewertung und Gewichtung einschlägiger Faktoren ermitteln.

Die Auswertung von Ideen zur Anwendung der grünen, kollaborativen Fanuc-Roboter zeigt einen eindeutigen Schwerpunkt in der Montage. Diese Anwendungen sind bisher im Allgemeinen weit weniger automatisiert als beispielsweise der Rohbau oder das Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen, weil man auf menschliche Fähigkeiten nicht verzichten konnte oder wollte. All diese Fähigkeiten einem Roboter beizubringen, wäre oft unbezahlbar gewesen. Weil kollaborative Roboter unter anderen Sicherheitskriterien zu bewerten sind, kann hier und da – ganz sicher nicht überall – anders gerechnet werden.

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