DMG (Schweiz) AG: Fräsen und Lasern auf einer Maschine

Redakteur: Matthias Böhm

>> Nach der erfolgreichen Entwicklung des Lasertexturierens integriert das Unternehmen Gildemeister (Sauer Lasertec) das Verfahren auch in DMU- Bearbeitungszentren. Der Laserkopf wird über eine HSK-Schnittstelle in die Maschine eingesetzt – ein manueller Wechsel, der keine 10 Minuten dauert – und versieht die gefräste Form in derselben Aufspannung auch mit einer Struktur.

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Der Laserkopf wird über eine HSK-Schnittstelle in die Maschine eingesetzt – ein manueller Wechsel, der keine 10 Minuten dauert – und versieht die gefräste Form in derselben Aufspannung auch mit einer Struktur. (Bild: DMG)
Der Laserkopf wird über eine HSK-Schnittstelle in die Maschine eingesetzt – ein manueller Wechsel, der keine 10 Minuten dauert – und versieht die gefräste Form in derselben Aufspannung auch mit einer Struktur. (Bild: DMG)

Das noch junge Laserstrukturierungs-Verfahren richtet sich an Kunden im Werkzeug- und Formenbau und eignet sich in Kombination mit der vielseitigen 5-Achs-Simultan-Bearbeitung insbesondere für komplexe 3D-Formen.

Ein weiteres Highlight: Künftig wird Gildemeister die Oberflächenstrukturierung mittels Laser auch in den leistungsstarken CNC-Bearbeitungszentren der DMU-Baureihe anbieten. Fräsen und Lasern auf einer Maschine – wie bei der Lasertec 210 Shape, die während der Hausausstellung in Pfronten ihre Weltpremiere feiert.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Ätzverfahren

«Lasertexturieren ist auf unregelmässigen Oberflächen und komplexen 3D-Formen eine wirtschaftliche Lösung, die optimale Arbeitsergebnisse liefert», fasst Friedemann Lell, Vertriebsleiter Sauer Lasertec, die Vorteile des innovativen Strukturierungs-Verfahrens zusammen.

Der Anwender könne von der langjährigen Entwicklungsarbeit in vielerlei Hinsicht profitieren. Friedemann Lell bezieht sich damit auf die veränderten Anforderungen der Industrie: «Im Automobilbereich geht der Trend weg von Ledertexturen hin zu neuen technischen Strukturen. Ähnlich steigen auch die Ansprüche bei Herstellern von PET-Flaschen, wo beispielsweise dreidimensionale Logos eingearbeitet werden.» In beiden Fällen sei das Lasertexturieren gegenüber herkömmlichen Ätzverfahren klar im Vorteil. Die Möglichkeiten des Lasertexturierens verschaffen Produktdesignern grössere Freiräume und bewahren die Wirtschaftlichkeit in der Fertigung. Denn mit Ätzprozessen können viele Strukturen gar nicht erzeugt werden oder das Auftragen der notwendigen fotochemischen Folie geschieht nicht faltenfrei, so dass aufwändige und kostenintensive Nacharbeiten erforderlich sind. Der Vertriebsleiter nennt weitere Vorteile: «Beim Lasertexturieren bedarf es keiner Chemikalien und der Laserkopf dient als alleiniges Werkzeug für fast alle Metallwerkstoffe, so dass die Nebenkosten niedrig bleiben.

Laserstrahl trifft fast immer mit 90 ° auf die Fläche

Die für das Lasern notwendigen Strukturdaten werden auf Basis von Graustufenbitmaps erstellt und mit einer 3D-Animations-Software in die digitalen 3D-Formen eingefügt. Beispielhaft hierfür ist die Software-Lösung Maya, die für Animationsfilme entwickelt wurde. Die von Sauer Lasertec entwickelte LaserSoft3D-Software setzt die Strukturdaten für die eigentliche Bearbeitung um und positioniert das Werkstück so, dass der Laserstrahl immer in einem möglichst idealen Winkel von 90 ° auf die Fläche trifft.

Auch für sehr komplexe Oberflächen einsetzbar

Was die Maschinenvoraussetzungen angeht, greift Sauer Lasertec auf Konzern-Know-how zurück. Dank der 5-achsigen Simultanbearbeitung erreicht der Laser die Flächen auch auf sehr komplexen Oberflächen und die solide Maschinenbasis des Monoblock-Designs ist Garant für maximale Positionier- und Wiederholgenauigkeit.

Letzteres ist immens wichtig, wie Friedemann Lell erklärt: «Der Laser trägt nur wenige Mikrometer pro Durchgang ab. Das bedeutet – je nach Strukturtiefe – 50 oder mehr Durchgänge.»

Laserkopf wird per HSK-Schnittstelle eingesetzt

Bestrebt nach Technologieintegration bietet der Gildemeister-Konzern das Lasertexturieren nun auch in Bearbeitungszentren der DMU-Baureihe an. Der Laserkopf wird über eine HSK-Schnittstelle in die Maschine eingesetzt – ein manueller Wechsel, der keine 10 Minuten dauert – und versieht die gefräste Form in derselben Aufspannung auch mit einer Struktur. Den Einstieg in die kombinierte Fräs- und Laserbearbeitung bildet die neue DMU 65.

Die grösseren Modelle der 160er-, 210er- und 340er-Baugrösse ergänzen die Produktpalette nach oben. «Diese Hybdridmodelle eignen sich besonders für Kunden, die eine Laserbearbeitungsmaschine nicht voll auslasten können, aber trotzdem sowohl die Fräs- als auch die Lasertechnologie anbieten möchten», definiert Friedemann Lell die Zielgruppe. <<

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