Das britische High-Tech-Unternehmen Domin revolutioniert ganze Industriezweige mit 3D-gedruckten, hocheffizienten Hydraulikkomponenten und setzt dabei auf die prozesssichere Präzision der Universal-Rundschleifmaschine «S33» von Studer.
Cameron Adams (li.) und Studer Service Engineer Julian Connors (re.) bei der Inbetriebnahme der «S33».
(Bild: Simon Ridgway)
Im Domin Technology Centre (DTC) ausserhalb von Bristol in England gestalten 85 hochqualifizierte Mitarbeitende die Zukunft der Bewegungssteuerung. In den hellen, aufgeräumten Hallen stehen modernste 3D-Drucksysteme, EDM- und Fräsmaschinen – und seit kurzem auch eine «S33»-Rundschleifmaschine von Studer. Es sind Werkzeuge für talentierte Fachleute, die eine gemeinsame Mission eint: eine ganze Industrie aus ihrem technologischen Dornröschenschlaf zu wecken.
Hydraulik – das ist die Technologie, mit unter Druck stehenden Flüssigkeiten Kraft präzise zu steuern und selbst schwerste Lasten mit scheinbar müheloser Leichtigkeit zu bewegen. Hydraulische Systeme sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil unserer modernen Welt geworden, sei es bei Baggern, die tonnenschwere Lasten auf Baustellen heben, bei einem Flugzeug, das sein Fahrwerk ausfährt, oder bei Autos, die Bremsbefehle in Sekundenbruchteilen ausführen. Aber es stimmt auch, dass es im Vergleich zu anderen Industriezweigen seit den 1950er Jahren hier vergleichsweise wenig Innovation und Fortschritt gab.
High-Tech-Ventile und Pumpen bringen die Hydraulik voran
«Traditionelle Hydraulik ist unglaublich kraftvoll, aber auch notorisch ineffizient. Konventionelle Systeme können bis zu 70 Prozent ihrer Eingangsenergie verschwenden», erklärt Cameron Adams, Manufacturing Engineering Manager bei Domin. Er und sein Team haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, diese Schlüsseltechnologie für nahezu jede moderne Industrie in die nächste Ära zu führen, damit mehr mit weniger erreicht werden kann. Erreichen will Domin dies mit seinen Kernprodukten: extrem reaktionsschnelle Servoventile und ultra-kompakte Hochleistungspumpen.
Das Unternehmen nutzt die Designfreiheit des Metall-3D-Drucks, um neuartige Komponenten mit komplexen, strömungsoptimierten internen Strukturen zu fertigen. Solche komplexen Kanalstrukturen wären mit konventioneller, subtraktiver Fertigung undenkbar. Das Ergebnis sind digital steuerbare Hydrauliksysteme, die Effizienzgewinne von bis zu 90 Prozent gegenüber konventionellen Lösungen ermöglichen. Beispielsweise reduziert ein einzelnes modernes Ventil von Domin die Kosten um etwa 400 US-Dollar pro Jahr, was bei grossen Systemen zu hohen Einsparungen führt. Domins Kunden finden sich in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, im Automobil- und Motorsportsektor, in der Industriefertigung, Robotik, Schifffahrt und dem Energiesektor.
Skalierbare Produktion dank «S33»
Die Steuerkanten des Ventilschiebers müssen auf die Fenster des Ventilgehäuses mit einer Genauigkeit von wenigen Mikrometern abgestimmt und geschliffen werden.
(Bild: Domin)
Domin stellt seine Produkte aus extrem hartem, langlebigem und korrosionsbeständigem Maraging-Stahl durch 3D-Metalldruck her. Nach dem additiven Verfahren folgt die Nachbearbeitung der Oberflächen und Feinstgeometrien, das sogenannte «Edge Matching». Hierbei müssen die Steuerkanten des Ventilschiebers auf die Fenster des Ventilgehäuses mit einer Genauigkeit von wenigen Mikrometern abgestimmt werden. Diese Übereinstimmung ist entscheidend für die Gesamtleistung des Ventils.
Bislang führte Domin das «Edge Matching» mittels Drahterosion (EDM) durch. Das ist ein Verfahren, das hohe Genauigkeit liefert, aber vergleichsweise langsam ist. «Wir standen vor dem Problem, einen extrem präzisen, aber langsamen Prozess für unsere wachsende Produktion zu skalieren», erinnert sich Adams. Dafür benötigte Domin eine Maschine, die zuverlässig höchste Präzision garantiert und darüber hinaus die Flexibilität bietet, verschiedene Bearbeitungen zu kombinieren. Nach einer intensiven Evaluierung fiel die Wahl auf die CNC Universal-Rundschleifmaschine «S33» von Studer.
Die Vorteile der «S33»
Die CNC Universal-Rundschleifmaschine «S33» im Domin Technology Centre in Bristol, UK.
(Bild: Studer)
Hohe Präzision und Prozesssicherheit durch Zusammenspiel von Hardware und Software
Kurze Bearbeitungszeit dank Komplettbearbeitung
Intuitive Bedienung und smarte Features mit «C.O.R.E. OS» und «Studer Pictogramming»
Einfach zu automatisieren dank standardisierter Schnittstellen für Lader und Peripheriegeräte
Cameron Adams, Manufacturing Engineering Manager bei Domin: «Während der Abnahmeprüfung betrug die Abweichung über 50 Komponenten hinweg dank der Inprocess-Messung nur 0,0006 mm – und nein, das ist kein Tippfehler.»
(Bild: Simon Ridgway)
Jetzt nutzt Domin die «S33» für das hochpräzise Schleifen der Durchmesser und der feinen Steuerkanten der Ventilschieber für Schlüsselprodukte wie die Ventile der Serien «S4 Pro», «S6 Pro» und «S10 Pro». Hierbei sind die Anforderungen an Genauigkeit extrem hoch. Zum Beispiel benötigt das «S6 Pro»-Ventil eine Durchmessertoleranz von nur drei Mikrometern – ein Wert, der zwanzig Mal kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares. «Die Präzision und Zuverlässigkeit der Studer-Maschine hat unsere Erwartungen übertroffen. Während der Abnahmeprüfung betrug die Abweichung über 50 Komponenten hinweg dank der Inprocess-Messung nur 0,0006 mm – und nein, das ist kein Tippfehler», sagt Adams.
Stand vom 30.10.2020
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group AG, Seestrasse 95, CH-8800 Thalwil, einschließlich aller mit ihr verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de/de/smm abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Möglich ist dies dank modernster Schleiftechnologien und hochwertiger Komponenten, mit denen der Schweizer Qualitätshersteller mit einer über 113-jährigen Tradition seine Rundschleifmaschinen ausstattet. Die «S33» verfügt über die revolutionäre Hardware- und Software-Architektur «C.O.R.E.», deren grosses Touch-Display nicht nur eine intuitive Bedienung gewährleistet, sondern auch eine smarte Visualisierung relevanter Produktionsdaten. Und mit Features wie frequenzgesteuerten Motorschleifspindeln für das Aussen- und Innenschleifen sowie dem Maschinenbett aus «Granitan S103»-Mineralguss für die notwendige thermische Stabilität und Schwingungsdämpfung werden zuverlässig präzise Ergebnisse erzielt.
Fünf Minuten statt einer Stunde
Insgesamt konnte die «S33» die Produktion bei Domin auf ein höheres Niveau heben. Denn dank der extrem geringen Toleranzen können die Hydraulikspezialisten ihre Ventilschieber und -blöcke nun als vollständig austauschbare Komponenten in Serie produzieren. Die zuvor notwendige manuelle Paarung von Bauteilen entfällt. Der entscheidende technologische Vorteil der «S33» war für Domin ihre Konfiguration mit zwei Schleifscheiben. «Die Fähigkeit, sowohl die Durchmesser als auch die Schultern der Schieber in einer einzigen Maschine zu schleifen, ist ein Game Changer für uns», sagt Adams und erklärt: «Wir wissen, dass wenn es eine Möglichkeit für Fehler gibt, diese wahrscheinlich irgendwann auftreten werden. Um dieses Risiko zu verringern, haben wir den Prozess so gestaltet, dass Schleifscheibenwechsel oder Reitstockbewegungen nicht erforderlich sind. Dieser Ansatz reduziert nicht nur die Rüstzeit, sondern minimiert auch die Kosten für Fehler, die typischerweise damit verbunden sind. Zusätzlich hat der Übergang von EDM zum Rundschleifen auf der ‹S33› für das ‹S6 Pro›-Ventil zu einer dramatischen Verbesserung der Effizienz geführt – die Bearbeitungszeit wurde von fast einer Stunde auf nur fünf Minuten reduziert.»
Auch vereint Domin und Studer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. «Die Kommunikation zwischen unseren Fachleuten und den exzellenten Ingenieuren bei Domin funktionierte von Anfang an sehr gut. Gemeinsam konnten wir die ‹S33› als optimale Maschine identifizieren und sie für die spezifischen Produktionsanforderungen konfigurieren», erinnert sich Michael Läuffer, Area Sales Manager UK / Ireland und Benelux bei Studer. Diese Beratung und das gegenseitige Vertrauen waren der Schlüssel für Domin. «Wir haben nicht nur eine Maschine bekommen, sondern eine durchdachte Lösung. Der technische Support und die Fähigkeit, auf unsere Wünsche einzugehen, waren erstklassig und haben den gesamten Implementierungsprozess erheblich erleichtert», bestätigt Adams.
Mit Blick auf die Zukunft ist der Kurs bei Domin klar auf Wachstum ausgerichtet. Das Produktionsvolumen soll in den kommenden Jahren exponentiell steigen. Um dies zu bewältigen, steht der nächste Schritt bereits fest: Die Automatisierung der Teilebeladung ist der nächste Meilenstein auf dem Weg zur hocheffizienten Serienfertigung. Auch aus diesem Grund fiel die Wahl auf die «S33» mit ihren smarten und zukunftssicheren Automatisierungsoptionen. «Mit Studer haben wir einen Partner an unserer Seite, der uns auch bei diesen Entwicklungsschritten begleiten und dabei helfen wird, unsere Vision eines vollautomatisierten, intelligenten Fertigungsprozesses zu verwirklichen», fasst Adams zusammen.
Fritz Studer Award 2026
Den Siegern winkt ein Preisgeld von CHF 10 000.-, der Fritz Studer Award (Bild) und ein Zertifikat.
(Bild: Studer)
Zum achten Mal vergibt Studer seinen Forschungspreis, den «Fritz Studer Award». Teilnehmen können Studentinnen und Studenten technischer Fachrichtungen europäischer Universitäten und Fachhochschulen. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt ein Preisgeld von CHF 10 000.–.
Der Ideenwettbewerb bietet jungen Forscherinnen und Forschern eine Plattform für ihre kreativen Lösungsansätze. Das Ziel besteht darin, mit dem Award innovative Entwicklungen in der Maschinenindustrie voranzutreiben und zu stärken.
Zur Teilnahme eingeladen sind Personen, die in ihrer Studien-, Hochschul- oder Dissertationsarbeit wissenschaftliche Themen oder angewandte Forschungsschwerpunkte zu folgenden Inhalten bearbeitet haben:
Innovative Maschinenkonzepte oder Komponenten für Werkzeugmaschinen der Präzisionsbearbeitung
Alternative Werkstoffe im Maschinenbau
Simulationsmodelle zum dynamischen und thermischen Verhalten von Werkzeugmaschinen
Steuerungs-, Sensor- und Monitoringkonzepte für Werkzeugmaschinen
Digitale Lösungen zur Unterstützung des Schleifprozesses
Neue oder weiterentwickelte Fertigungstechnologien, speziell in der Hartfeinbearbeitung, wie Schleifen, Hartdrehen und Ähnliches
Gefragt: Fundierte Ergebnisse und Umsetzbarkeit
Die Teilnehmenden sollten in der Lage sein, fundierte Ergebnisse oder Teilergebnisse aus ihrer Forschungsarbeit vorzuweisen. Entscheidend für die Bewertung ist zum einen die Umsetzbarkeit der Erkenntnisse in der Maschinenindustrie. Zum anderen sollte der Ansatz neu sein. Bewertet werden auch der wissenschaftliche Gehalt, die Form und die Richtigkeit der Aussagen.
Der «Fritz Studer Award 2023» ging an Dr. Emil Sauter vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung der ETH Zürich für seine Arbeit mit dem Titel «Detection and avoidance of thermal damage for high-performance metal grinding processes using hybrid machine learning models».
(Bild: Studer)
Die eingereichten Arbeiten werden von einer namhaften Jury ausgewertet:
Prof. em. Dr.-Ing. Dr. h.c. Konrad Wegener, inspire-iwf Werkzeugmaschinen und Fertigung, ETH Zürich
Fred Gaegauf, Verwaltungsrat der Fritz Studer AG
Dr.-Ing. Frank Fiebelkorn, Leiter Forschung und Entwicklung der Fritz Studer AG
Die Verleihung findet Mitte Februar 2027 statt. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2026.