Werkzeugmaschinen Doppelrekord für die Trumpf-Gruppe

Redakteur: Peter Königsreuther

2012 konnte die Trumpf-Gruppe, trotz sich eintrübendem Konjunkturwetter, ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr als das beste Umsatzergebnis der Firmengeschichte verbuchen. Mit dem Stand der aktuellen Auftragslage gesellt sich ein weiterer Unternehmensrekord dazu.

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Die Trumpf-Gruppe, Anbieter von Werkzeugmaschinen-, Laser- und Medizintechnik, schlägt mit einem Umsatz von 2,33 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2011/12, alle bisherig erreichten Rekorde. „Mit den beiden letzten Geschäftsjahren haben wir wieder an den Wachstumspfad vor der Lehman-Krise anschließen können,“ freute sich Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Trumpf-Kunden holten aufgeschobene Investitionen nach

Der Auftragseingang erreichte bisher einen Anstieg um knappe 6 %, das sind 2,35 Mrd. Euro, so Leibinger-Kammüller – das sei ein weiterer Rekord und bedeute eine gute Ausgangsbasis für das bevorstehende Jahr. Trumpf hat davon profitiert, dass viele Kunden Investitionen nachgeholt haben, die während der Krisenjahre nicht getätigt wurden, so die Erklärung für die rosigen Zahlen.

„Mit unseren hochflexiblen Produktionssysteme konnten wir schnell von Krise auf Aufschwung umstellen und weltweit Marktanteile gewinnen,“ resümierte die Trumpf-Vorsitzende. Das Ergebnis vor Steuern habe sich dadurch von 185 Mio. Euro im Vorjahr, auf aktuell 211 Mio. Euro steigern lassen, bei einer nur marginal geringeren Umsatzrendite von 9,1 %.

Fast alle Trumpf-Geschäftsbereiche auf Erfolgskurs

Bricht man das auf die einzelnen Unternehmensfelder herunter, dann stieg der Umsatz laut Leibinger-Kammüller bei den Werkzeugmaschinen um 17 % auf 1,89 Mrd. Euro und in der Lasertechnik ist Trumpf um 24 % gewachsen, denn in allen Branchen haben die Kunden des Unternehmens ihre Maschinenparks erneuert oder erweitert. Als einziger Wermutstropfen trübe die Elektroniksparte das Bild, die von 152 auf 130 Mio. Euro gesunken sei. Die Vorsitzende erklärte das mit dem Umstand, dass die Elektronik stark von projektgetriebenene Großinvestitionen abhängt, wobei die aktuellen Probleme in der Halbleiterindustrie sich momentan voll auswirken. Die Medizintechnik dagegen konnte den Umsatz um 4,4 % auf 184 Mio. Euro ausweiten: eine bisher nahzu krisensichere Sparte, so Leibinger-Kammüller.

Trotzdem konnte festgestellt werden, dass einige Kunden ihre Investitionen zurückgehalten haben, weil die Euro-Krise, trotz dicker Auftragsbücher, zu Verunsicherung führte. Die Vorsitzende sieht die nächsten vier bis fünf Jahre als Bewährungszeit für die aktuellen Entscheidungen der EZB und hofft, dass die Auswirkungen derselben, den Unternehmen nicht eines Tages buchstäblich auf die Füße fallen werden. Dennoch erwartet Trumpf ein weiteres Wachstum im kommenden Jahr.

Deutschland bleibt wichtigster Einzelmarkt für Trumpf

Was die regionale Verteilung des Umsatzes angeht, so festigten sich laut Leibinger-Kammüller einige Vorjahrestrends. Deutschland ist und bleibt der wichtigste Trumpf-Einzelmarkt mit einem Umsatzanteil von 28,8 %. Trotz der schwierigen Gesamtlage habe sich der westeuropäische Markt recht erfreulich entwickelt: Frankreich, Italien, Großbritannien und sogar Spanien sind um satte 27 % gewachsen. Ost- und Mitteleuropa erhöhten ihren Anteil um 17 %, wobei Polen, Tschechien und Russland den Löwenanteil ausmachen.

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