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Hochregallager komplett aus Holz Einzigartig nachhaltig

Redakteur: Silvano Böni

>> Selten beeindruckt ein Hochregal derart, wie das des neuen Verteilzentrums der Alnatura Produktions- und Handels GmbH im südhessischen Lorsch: 17,5 Meter ragt es in den Himmel auf und besteht komplett aus Holz. Ein grossvolumigeres Hochregallager dieser Art gibt es kein zweites Mal auf der Welt.

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Ein seltener Anblick: Hochregallager aus Holz, welches später komplett automatisiert wird.
Ein seltener Anblick: Hochregallager aus Holz, welches später komplett automatisiert wird.
(Bild: Swisslog)

Ein Unikat ist es, das Hochregal aus Holz der Alnatura Produktions- und Handels GmbH, und passt perfekt zu den Prinzipien des Biohändlers. Planer und ausführender Logistiker ist das Generalunternehmen Swisslog. «Das Projekt folgt in aussergewöhnlicher Weise den ethischen Grundsätzen Alnaturas, die auf konsequenter Nachhaltigkeit und Umweltschutz basieren», unterstreicht Dr. Volker Jungbluth, Geschäftsführer der Swisslog GmbH, und fährt fort: «Dabei muss der Biohändler nicht auf moderne Technologie verzichten. Schon bald wird das Lager vollautomatisiert.»

Handling von Trockenprodukten

Die Hintergründe und Details: Alnatura mit Hauptsitz in Bickenbach vertreibt seit Mitte der 1980er-Jahre Biolebensmittel wie Müslis und andere Getreideprodukte, Brotaufstriche, Milchprodukte, Obst und Gemüse. Das Unternehmen unterhält 80 eigene Filialen in Deutschland und vertreibt seine Waren darüber hinaus über Handelspartner im In- und Ausland. Lorsch ist seit vielen Jahren ein potenter Logistikstandort Alnaturas, der jedoch, dank starken Wachstums des Händlers, an seine Kapazitätsgrenzen stösst. Der Bedarf zu erweitern ist hoch, und so entschied sich Alnatura im Jahr 2012 für einen Neubau.

Auf einer Grundfläche von 9000 m2 entsteht nun ein Verteilzentrum für die Trockenprodukte des Unternehmens: in Form eines vollautomatischen Hochregallagers und eines daran angeschlossenen Vorgebäudes. Letzteres stellt die Schnittstelle zur bestehenden Logistikfläche dar.

Ausgefeiltes Konzept

«Der Auftrag Alnaturas umfasst nicht nur die Lager- und Fördertechnik, die Steuerung und Lagerverwaltung», beschreibt Heinz Ennen, Leiter Vertrieb bei Swisslog, die Spezifikationen der Zusammenarbeit, «auch der Bau und eine ausgefeilte Energiekonzeption zählen zu den Meilensteinen.» Getreu dem Motto Alnaturas «Sinnvoll für Mensch und Erde» soll das neue Logistikzentrum mit seiner Ökobilanz punkten. Dazu lautete die Vorgabe, CO2-Emissionen zu reduzieren, wo immer es möglich ist: durch Energieersparnisse, die Nutzung regenerativer Energien und den Aufbau mit Holz – dem Werkstoff, der Kohlendioxid speichert und damit als besonders umweltfreundlich gilt. «Ganz bewusst haben wir uns für eines der nachhaltigsten Baumaterialien entschieden», betont Prof. Dr. Götz E. Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura: «Holz ist ein nachwachsender Rohstoff.» Alnatura will Zeichen setzen und Ökologie, Wirtschaftlichkeit sowie Ästhetik miteinander verbinden. Zwar ist der Erweiterungsbau noch nicht fertig. Er verspricht allerdings schon heute, diese Ziele sicher zu erreichen.

Ökologie und Technik

Das Hochregal besteht aus PEFC-zertifiziertem Fichtenholz und demnach aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Es ist ein achtstöckiges, 18 m hohes Tragwerk mit 65 570 Lfm. Regalträgern. Die Fassade soll aus PEFC-zertifizierter Lärche entstehen. Dank guter Dämmung einerseits und natürlicher Kühlung andererseits wird das Logistikzentrum im späteren Betrieb ganz ohne Heizung und künstliche Kälteerzeugung auskommen. Dazu wurde der Neubau um 2,50 m in den Boden versenkt und nutzt auf diese Weise den natürlichen Kühleffekt des umliegenden Erdreichs. Das Gebäude wird mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ausgerüstet und nach Fertigstellung mit zusätzlichem Öko-Strom betrieben. Insgesamt 3800 m2 offene Regenwasserversickerungsmulden fangen Niederschläge sowohl vom Hochregallager-Dach als auch von sämtlichen Hofflächen auf und verhindern, dass Regenwasser den öffentlichen Entwässerungskanal belastet. Eine vorwiegend gärtnerische Gestaltung des Areals rundet das ökologische Konzept ab. Funktion und Dynamik des neuen 120 x 67 x 20 m grossen Lager- und Verteilzentrums werden künftig vor allem durch automatisierte Technik geprägt: Neun Regalbediengeräte der Swisslog-Marke Vectura fahren bis zu 32 000 Palettenstellplätze an. Palettenförderanlagen, Kommissionier-Roboter, umfangreiche Peripherie- und Sicherheitskomponenten sowie eine moderne Softwaresteuerung richten das neue Alnatura-Lager auf Sicherheit und Hochleistung aus.

Lösung, die ihresgleichen sucht

«Wir freuen uns, für unseren Kunden eine Lösung zu realisieren, die ihresgleichen sucht», resümiert Swisslog-Geschäftsführer Jungbluth und meint, dass jede komplexe Logistik einem Einzigartigkeitsanspruch folgt, wenn sie den persönlichen Bedürfnissen des Anwenders tatsächlich entsprechen will: «Bei Alnatura ist uns dies auf besondere Weise gelungen.» <<

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