Interview: Jochen Nutz, CEO Walter Meier Fertigungslösungen AG

Erwartete Stückzahlen entscheiden über Entwicklung

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Welche Bedeutung hat die Frankenentwicklung aus Ihrer Sicht auf den Werkplatz Schweiz?

J. Nutz: Es wird sehr viel Know-how abwandern und man wird in der Schweiz noch mehr in Nischen in Richtung Kleinserien und technisch extrem anspruchsvolle Bauteile abrutschen. Schon mit der Krise vor drei Jahren haben viele Unternehmen begonnen, ihre Fertigung oder Teile davon nach Osteuropa zu verlagern. Das wird sich weiter verstärken und diese Arbeitsplätze, diese Fertigung und dieses Know-how sind für die Schweiz verloren und werden auch nicht mehr zurückkommen. Das ist natürlich sehr schade. Interessant dabei ist, dass der Metallverarbeitungsmarkt als Gesamtes über die letzte Krise ungefähr stabil geblieben ist, doch innerhalb dessen hat es starke Verschiebungen gegeben. Viele kleine Zulieferunternehmen sind verschwunden, stattdessen hat die Uhrenindustrie zugelegt. Das sehe ich als gefährliche Entwicklung, da viele kleine Unternehmen oftmals auch sehr innovativ sind und an Hightech-Branchen liefern. Wenn diese Unternehmen verschwinden, ist das langfristig sehr problematisch.

Welche Möglichkeiten gibt es hier für Walter Meier dagegenzuwirken?

J. Nutz: Wir können das im Prinzip nur, indem wir unsere Kunden sehr intensiv betreuen und gegebenenfalls auch finanziell unterstützen. Wenn ein Unternehmer heute den Mut hat, seinen Maschinenpark auszutauschen, um extrem effizienter zu werden, dann muss er Investitionen tätigen, die er in der Regel nicht sofort verdienen kann. Dort, wo wir überzeugt sind, dass das Konzept stimmt, helfen wir bei der Finanzierung, auch wenn er von seiner Bank keine erhält.

Vielen Dank für das Gespräch. <<

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