BDE/MDE-Daten helfen Strom sparen

Fertigungsplanung spricht mit Maschinensteuerung

| Autor / Redakteur: Eduard Rüsing / Luca Meister

Eine hohe Produktqualität ist für Gotzeina unerlässlich. Im klimatisierten Feinmessraum werden die Messaufgaben von optischen Messmaschinen und der 3D-Multisensor-Messmaschine vollautomatisch gelöst.
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Eine hohe Produktqualität ist für Gotzeina unerlässlich. Im klimatisierten Feinmessraum werden die Messaufgaben von optischen Messmaschinen und der 3D-Multisensor-Messmaschine vollautomatisch gelöst. (Bild: Gotzeina Drehtechnik)

Nicht selbstverständlich ist es bis heute, im ERP-System anfallende Informationen zusätzlich als direkte Steuerungsimpulse zur Energie-Einsparung bei Fertigungsanlagen zu nutzen. Wie das auch mit geringerem Aufwand möglich ist, zeigt die Gotzeina Drehtechnik GmbH. Der deutsche Präzisionsdrehteilefertiger hat das BDE/MDE-Modul «ProVis» des ERP-Systems von Gewatec im Einsatz.

Die Zusatzinvestition für diese Energie-Einsparungen hat sich nach den Worten des Geschäftsführers Gerhard Gotzeina bereits innerhalb des ersten Jahres amortisiert: «Auch wenn sich die Einsparungen nicht exakt auf Heller und Pfennig berechnen lassen, so zeigen eher vorsichtige und überschlägige Berechnungen, dass die Energie-Einsparungen durch diese doch einfach zu realisierenden Optimierungen im Jahr bei etwa 5000 Euro liegen. Dem gegenüber stehen Installationskosten von ca. 3500 Euro.»

Die Gotzeina Drehtechnik GmbH fertigt mit 50 Mitarbeitern auf CNC-Kurz- und -Langdrehautomaten sowie auf CNC-Bearbeitungszentren Präzisionsdrehteile in Komplettbearbeitung und führt CNC-Lohnbearbeitungen aus. Zum Angebot gehört auch die Herstellung kleinerer Baugruppen. Das mittelständische Familienunternehmen liefert seine Produkte in unterschiedlichste Branchen wie die Automobilindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik, Steuer- und Regeltechnik und Umwelttechnik. Dabei ist die vorausschauende Qualitätsplanung und Abstimmung mit dem Kunden (FMEA, APQP, PPAP, SPC, IMDS usw.) ein wichtiger Faktor, um das Ziel einer «Null-Fehler-Fertigung» zu erreichen. Verinnerlicht hat G. Gotzeina auch den Gedanken einer pragmatischen Optimierung des Energieverbrauches. Das heisst, die Optimierung der Energie verbrauchenden Systeme geschieht nicht unbedingt auf Basis einer systematischen Betriebsanalyse. Aber dort, wo sich Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Energie-Einsparung zeigen, werden sie auch aufgegriffen und umgesetzt.

Energie-/Stromkosten vs. Lebenszykluskosten

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) in Berlin, ebenso wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), sehen bei der Energie-Einsparung generell noch ein grosses Potenzial in den Unternehmen, denn oft sei es einfach nicht ausreichend bekannt, wo man im eigenen Betrieb ansetzen könne. Neben dem Bereich Wärme/Brennstoffe bieten sich z. B. bei den Querschnittstechnologien wie Pumpen, Druckluft, Antriebe, Ventilatoren, Kälte- und Fördertechnik lohnenswerte Kostenvorteile durch eine energetische Optimierung. Elektromotoren sind in der Industrie von grosser Bedeutung und aufgrund ihrer Anzahl und Leistungsstärke laut ZVEI für knapp drei Viertel des industriellen Stromverbrauchs verantwortlich. Bei Pumpen- und Druckluftsystemen entfielen z. B. auf die Energie-/Stromkosten bis zu 90 Prozent der Lebenszykluskosten. Einsparungen lassen sich da durch Laufzeitoptimierungen oder einen moderneren und sparsameren Antrieb (ein Drittel der Antriebe seien per se modernisierungsbedürftig) schnell realisieren.

Ergänzendes zum Thema
 
«ProVis»

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