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OSG: VHM-Radiusfräser Fräsen wirtschaftlicher als schleifen

| Redakteur: Konrad Mücke

Der Lohnfertiger Pausewang in Gingen beabsichtigte, hohe Oberflächengüte bei Führungselementen allein durch Fräsen zu verwirklichen. Mit Radiuswerkzeugen von OSG gelang es, die Forderungen hinsichtlich Rauheit, Genauigkeit und Prozess­sicherheit zu erfüllen.

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VHM-Radiusfräser AE-BM-H mit vier Schneiden und negativem Spanwinkel
VHM-Radiusfräser AE-BM-H mit vier Schneiden und negativem Spanwinkel
(Bild: OSG)

Im November des Jahres 2019 erweiterte der Werkzeughersteller OSG sein Produktprogramm um den Geschäftsbereich Kaltumformung. Am Standort Eislingen produziert die OSG
EX-CELL-O Kaltwalzmaschinen.

Konvexe und konkave Radien

Als eine für die Funktion der Kaltwalzmaschinen entscheidende Komponente sind Führungselemente für einen Werkzeugträger zu fertigen. Diese Bauteile wurden ehemals in Zusammenarbeit mit einem Lohnfertiger zunächst gefräst und anschliessend beim Maschinenhersteller fertig geschliffen. Nur so liessen sich die geforderten Radien genau und auf hohe Oberflächengüte fertigen. Das Schleifen erwies sich allerdings als aufwendig und unwirtschaftlich.

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Dazu sagt Rafael Schweda, verantwortlich für die Maschinen und das Retrofit bei OSG EX-CELL-O in Eislingen: «Das war ein sehr kostenintensiver Aufwand, denn diese Operation war nicht ganz einfach und hat sich inklusive des Rüstens sehr zeitaufwändig gestaltet. Als Holger Pausewang in Aussicht stellte, diesen Prozess zu eliminieren, konnte ich das zunächst nicht glauben.» Doch beim Zulieferer und Lohnfertiger Zerspanungstechnik Pausewang in Gingen ist genau dies gelungen.

Oberflächengüte bestimmt Funktion

Für die geforderten Gleiteigenschaften ist eine Oberflächenrauigkeit Ra 0,8 µm vorgegeben. Bereits beim Musterwerkstück hat man in Gingen allein mit dem Fräsen Ra 0,49 µm Mittenrauwert verwirklicht. Auf Empfehlung von Bruno Göpfrich, der im technischen Vertrieb beim Werkzeughersteller OSG tätig ist, bearbeitete man mit einem VHM-Radiusfräser AE-BM-H. Das Werkzeug mit 8 mm Durchmesser verfügt über vier Schneiden. Es eignet sich für bis zu 70 HRC harte Werkstücke. Beim Fertigen der Komponenten für den Werkstückträger der Kaltwalzmaschinen ist dagegen ein weicher Werkstoff (Toolox 33) zu bearbeiten. Aber auch dafür eignet sich das Fräswerkzeug mit seinen vier Schneiden. Dazu erläutert Bruno Göpfrich: «Obwohl dieser Fräser einen negativen Spanwinkel hat, überzeugt er hier bei den hochwertigen Oberflächen in einem weichen Werkstoff, für den man normalerweise einen positiven Spanwinkel benötigt. Gründe dafür sind die Schneiden-Geometrie sowie die jüngst entwickelte Beschichtung Durorey, die eine sehr feine Körnung hat.»

Über lange Standwege genau und zuverlässig

Selbstverständlich war beim Bearbeiten der Führungen für den Werkstückträger zunächst die Quali­tät der Oberflächen vorrangig. Aufgrund kurzfristig bereitzustellender Bauteile waren für Geschäftsführer Holger Pausewang allerdings auch die Prozesssicherheit und die Standzeiten bedeutend. Er stellt fest: «Wir benötigten ein Fräswerkzeug, das zum einen auf die geforderte Oberflächengüte fräst, zum anderen aber auch mehr als eintausend Meter Fräsweg, das entspricht über vierzig Stunden Eingriffszeit, prozesssicher arbeitet.» Der Fräser von OSG bewältigte dies problemlos. Beim Fräsen stellte man das Fräswerkzeug 20° an, um bei 8 mm Werkzeugdurchmesser 4 mm statt nur 2 mm Eingriffsdurchmesser zu verwirklichen.

So fräst man 0,1 mm Schlichtaufmass bei 0,1 mm Zeilensprung und 3000 m/min Vorschubgeschwindigkeit. - kmu - SMM

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