Mikron Tool SA Agno Fräser à la Mikron Tool – schneller als Usain Bolt

Redakteur: Matthias Böhm

Mikron Tool SA Agno hat das Bohren und Fräsen bis 6 mm revolutioniert. Die Präzisionswerkzeuge CrazyMill und CrazyDrill gehören mit zum Schnellsten was derzeit am Markt angeboten wird. Bis zu 20-mal mehr Zeitspanvolumen bringen die Mikrofräser CrazyMill gegenüber Mitbewerbern. Die Nachfrage nach den Werkzeugen ist derart gross, dass sich das Unternehmen in 15 Jahren zu einem starken Schweizer Werkzeughersteller, von 20 auf heute 160 Mitarbeiter, entwickelt hat. Kurz: Eine Schweizer Erfolgsgeschichte dank Spitzentechnologie.

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Am Mikroskop werden die VHM-Präzisionswerkzeuge von Mikron Tool SA Agno untersucht, ob das Schliffbild und die Schneidkanten korrekt bearbeitet wurden.
Am Mikroskop werden die VHM-Präzisionswerkzeuge von Mikron Tool SA Agno untersucht, ob das Schliffbild und die Schneidkanten korrekt bearbeitet wurden.
(Thomas Entzeroth)

CrazyMill und CrazyDrill heissen die Schweizer Hochleistungswerkzeuge für die Mikrobearbeitung von Mikron Tool SA Agno. Und sie gehören zum Besten, was der Werkzeug-Markt bis 6 mm Durchmesser derzeit zu bieten hat.

Schneller als Usain Bolt

Markus Schnyder (Executive President) ist der Kopf der Werkzeugentwicklung bei Mikron Tool. Er bringt mit seinem Team die Kleinstbohrer und -fräser zu Höchstleistungen. Anstelle von Weiterentwicklungen kommen Revolutionen auf den Markt, die Bisheriges weit hinter sich lassen, Markus Schnyder: «Wenn ich sage, unsere Werkzeuge sind der Usain Bolt unter den Werkzeugen, dann ist das noch stark untertrieben. Unsere Mikro-
fräser CrazyMill bringen bis zu 20-mal mehr Zeitspanvolumen als Mitbewerber. So schnell ist nicht einmal Usain Bolt.»

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Warum die CrazyMill- und CrazyDrill-Werkzeuge vor allem auch in schwer zerspanbaren Materialien derart stark sind, erklärt M. Schnyder wie folgt: «Die aufzuwendende Zerspanungsenergie bei nickelbasierten Materialien ist enorm hoch. Trockenbearbeitung ist hier wegen der Wärmeentwicklung ‹Selbstmord›.Unsere Kühlung sorgt praktisch für kalte Zerspanprozesse. Deshalb sind die neuen CrazyMill als auch CrazyDrill perfekt für rostfreien Stahl, Titan, Chrom-Kobalt-Legierungen und Superalloys konzipiert. Doch selbstverständlich sind wir auch immer am Perfektionieren der Geometrie für die spezifischen Anforderungen.»

Daniele Pigat (Managing Director): «Unsere Vorschubgeschwindigkeiten im Bohren als auch Fräsen sprengen Grenzen. Das sind Werte, die müssen die Kunden selbst erfahren, sonst glauben sie uns das nicht. Wenn die Anwender sich trauen, die Vorschübe und Schnittgeschwindigkeiten hochzufahren, dann geht die Post ab. Der Kunde ist dann begeistert und überzeugt, dass er ein gewinnendes Produkt gekauft hat.»

Etwas bescheidener als der CrazyMill gibt sich der CrazyDrill. Doch Bescheidenheit ist bei Mikron Tool immer noch Vollgas: Mit 5-fachem Vorschub gegenüber der Konkurrenz läuft der CrazyDrill immer noch weit schneller als ein Usain Bolt.

Auf der Suche nach dem Unmöglichen

D. Pigat: «Alle Entwicklungen unserer Hochleistungswerkzeuge sind im Rahmen von Kundenanwendungen entstanden. Wir sind immer auf der Suche nach dem Unmöglichen. Unsere Werkzeugentwickler kommen dann richtig auf Touren, wenn sie Keramik-beschichtetes Iconel bearbeiten müssen. Das, was für die meisten Werkzeuge der ‹Worst Case› ist, ist für unsere Entwickler der ‹Best Case›. (eine Herausforderung). Wenn es dann noch zwischen 8/100 und 6 mm liegt, dann sind wir in unserem Element.»

Ziel: der Bereich von 5/100 Millimeter

Der kleinste CrazyMill misst derzeit 8/100 mm. Möglich machen dies hydrostatisch gelagerte Schleifmaschinen und ein langjähriges Know-how der Mitarbeiter. Dank Ausspitzung misst die Querschneide nur noch 4 µm, was die Vorschubkraft um 50 Prozent reduziert. Der Druck auf den Bohrer wird massiv geringer. M. Schnyder: «Unser Ziel für die nächsten Jahre ist, in den 5/100-Durchmesser-Bereich vorzustossen. Ein weiterer Fokus liegt in der Zerspanung von rostfreien Stählen, Titan, Superlegierungen. Kurz, in Materialien, die immer beliebter sind in der Anwendung, wo aber die Herausforderungen an die Werkzeuge hoch sind.

In 15 Jahren von 20 auf 160 Mitarbeiter gewachsen

Das Wachstum von 20 auf 160 Mitarbeiter in nur 15 Jahren hat Mikron Tool SA Agno zu einem grossem Teil den CrazyMill- und CrazyDrill-Hochleistungswerkzeugen zu verdanken. M. Schnyder ist überzeugt: «Mit unseren neusten Entwicklungen und wenn die Konjunktur einigermassen stabil bleibt, werden wir gegen 200 wachsen. Dann gehören wir zu den grösseren Schweizer Werkzeugherstellern und bleiben gleichwohl in der Hochleistungsnische und mehrheitlich im kleinen Dimensionsbereich. (Typische Schweizer Attribute!) Abgesehen vom starken Franken bietet uns die Schweiz ein ideales Arbeitsumfeld und Bedingungen. Die Mitarbeiter sind sehr loyal, nehmen die täglichen Herausforderungen an und gestalten so zusammen mit der Direktion die Zukunft. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen ist die Basis, das gehört zu unserer Firmenkultur.

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