Rückblick InnovationsForum Automation in Bern

Geballte Ladung Automation

| Autor / Redakteur: Silvano Böni / Silvano Böni

Die Besucher nutzten die Gelegenheit um neue Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen.
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Die Besucher nutzten die Gelegenheit um neue Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen. (Bild: Thomas Entzeroth)

Automation pur erwartete die rund 130 Besucher des zweiten InnovationsForum Automation in der Bernexpo. Ob eine neue Motorenklasse, dem LeanMotor, eine offene Steuerungsplattform die neue Freiheiten in der Automatisierung ermöglicht, smarte Vakuumgreifern oder Low Cost Robotik für jedermann – es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Viel Neues gab es in Bern anlässlich des zweiten InnovationsForum Automation zu entdecken. Neue Motoren, neue Automatisierungsplattformen oder neue Roboter. Aber auch das Bewährte kam nicht zu kurz. Dazu nehme man noch ein wenig Industrie 4.0, Smart Factories und Digitalisierung und fertig war die perfekte Mischung für das InnovationsForum.

Die neue Motorenklasse

Günter Grossmann, Leiter Produktmanagement Motoren bei Stöber Antriebstechnik, legte gleich zu Beginn des InnovationsForum mit einer besonderen Neuheit los. Der von Stöber entwickelte LeanMotor soll die Lücke zwischen Asynchron- und Servomotor schliessen. Das Ergebnis beeindruckt: Ein encoderloser und lüfterloser Motor mit einem Wirkungsgrad von 96 Prozent und einer Positionsgenauigkeit von +/- 1° sowie einer Drehzahlgenauigkeit von +/- 1 Prozent, welcher robuster als ein Servomotor und gleichzeitig performanter als ein Asynchronmotor ist. Bei der Entwicklung des Motors gab es aber einige Hindernisse zu überwinden, insbesondere Stand die Frage im Raum, was getan werden muss, damit die Rotorposition encoderlos bestimmt werden kann? Der Einfall der Stöber-Ingenieure war simpel und genial zugleich: Man benutzt den Motor selbst als Sensor.

Das moderne Automatisierungssystem

Die industrielle Automation neu denken – wann, wenn nicht jetzt. So kündigte Urs Thönen, Product Manager Industrial Automation bei Phoenix Contact, seine Präsentation an. Er stellte den Besuchern das neue Automatisierungssystem PLCnext Technology vor. Dieses verbindet und erweitert die Zuverlässigkeit und Robustheit der klassischen SPS-Welt um die Offenheit und Flexibilität von Smart Devices. Entstanden ist daraus ein komplettes Ecosystem: Offene Steuerungsplattform, modulare Engineering-Software und systematische Cloud-Integration. Dazu kommen noch der PLCnext Store, welcher Apps beinhaltet, um schnell und einfach eine PLCnext Control funktional zu erweitern oder die PLCnext Community um neue Anwendungsbeispiele, Anleitungen, Tutorials oder Lernvideos kennenzulernen. Kurzgefasst: Ein modernes Automatisierungssystem, welches allen Anforderungen der IoT-Welt gewachsen ist.

Die Schnittstelle zum Produkt

Über die Herausforderungen und Trends in der Vakuumtechnik referierte Christian Landis, Geschäftsführer von Schmalz Schweiz, am InnovationsForum. Dank des Vortrags realisierte man ziemlich rasch, dass ein simpler Vakuumgreifer ein weit komplexeres Produkt ist, als vorerst angenommen. Die Wahl des richtigen Saugers, die Komplexität der Anwendungen und die gewünschte Flexibilität der gesamten Anlagen spielen hier entscheidende Rollen. Genau hier setzt auch die Firma Schmalz an. Jede Anwendung ist anders, jede Anforderung ist anders. Daher entwickelt das Unternehmen die Prozesse mit dem Kunden zusammen, nur so kann die volle Funktionalität und Sicherheit gewährleistet werden. Eine ganz besondere Neuheit präsentierte der Schweizer Geschäftsführer den Besuchern dann auch noch: Ein Leichtbaugreifer-Konzept. Kunden können dabei basierend auf ihrem Werkstück einen Greifer selbst erstellen und konstruieren. Dieser wird dann bei Schmalz im 3D-Druckverfahren hergestellt und direkt an den Besteller versendet.

Der günstige Roboter

Igus mischt den Markt der Roboter auf. Also genau genommen, der Low Cost Robotik. Gerade für kleinere Unternehmen ist die Anschaffung eines Roboters eine kostspielige Sache. Genau für solche Fälle ist die vorgestellte Low Cost Robotik von Igus prädestiniert, wie André Kirchhofer und Daniel Henlin anlässlich ihres Vortrags erklärten. Aber auch für grössere Unternehmen kann die günstigere Variante eine Alternative darstellen. Insbesondere bei Anwendungen, bei denen Funktionen oder technische Eigenschaften eines Industrie- oder Serviceroboters nicht benötigt werden, können die Roboter der Smart Plastics Spezialisten von Interesse sein. Konfiguriert werden die Lösungen online. Einfach das elektro-mechanische Grundgerüst auswählen (Deltaroboter, Gelenkarmroboter oder kartesischer Roboter) und mit Einzelkomponenten wie Greifer, Kameras, Sensoren oder Steuerungen erweitern. Fertig ist die kostengünstige Roboterlösung.

… und vieles, vieles mehr

Neben Robotern, Vakuumgreifern und Automatisierungssystemen gab es zahlreiche weitere spannende Vorträge in Bern zu hören. Beispielsweise über Predictive Maintenance oder die Digitalisierung in der Industrie. Insgesamt 13 führende Unternehmen gaben einen Einblick in ihre Produkte und Lösungen der Gegenwart und Zukunft.

Das Innovationsforum Automation fand nun bereits zum zweiten Mal statt und war von seiten Aussteller, Referenten und Besucher ein voller Erfolg. Eine weitere Möglichkeit für ein Branchentreffen der besonderen Art bietet das am 19. November stattfindende InnovationsForum Fertigung. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.smm-innovationsforum-fertigung.ch. SMM

* Die Referenten v.l.n.r.: Günter Grossmann - Stöber Schweiz AG, Matthias Böhm - Vogel Communications Group AG, Christian Landis - Schmalz GmbH, Jan Mennerich - Schneider Electric AG; Martin Peterhans - Stöber Schweiz AG; Christoph Schneider - ifm ElectronicAG; Dr. Martin May - Schunk Intec AG, Johann Soder - SEW- Eurodrive, Petra Monn - Siemens AG; André Kirchhofer - Igus GmbH; Daniel Hendling - Igus GmbH; Gerhard Horn - Wittenstein AG; Urs Thönen - Phoenix Contact AG; Maximilian Leschanowsky - Sigmatek AG; René Brugger - p4pConsulting

Es fehlen: Guido Böhm - Dematic GmbH und André Holland - Jungheinrich AG

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