Sandvik: Hochgenaue Uhrengehäuse fertigen Gemeinsam Fertigungs­prozesse optimieren

Redakteur: Konrad Mücke

Zum Fertigen von Uhrengehäusen aus Edelstahl für hochwertige Pilotenuhren haben Sandvik Coromant und DMG Mori gemeinsam eine schlüsselfertige Fertigungszelle konzipiert und verwirklicht. Mit ihr verdoppelt der britische Uhrenhersteller Bremont seine Produktionskapazität.

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Hochwertige, zertifizierte Chronometer für Piloten stellt der Uhrenhersteller Bremont Watch Company in Grossbritannien her.
Hochwertige, zertifizierte Chronometer für Piloten stellt der Uhrenhersteller Bremont Watch Company in Grossbritannien her.
(Bild: Sandvik)

Die hohe Nachfrage nach hochwertigen Uhren sowie die Markteinführung sechs aktueller Uhrendesigns erforderten beim Uhrenhersteller Bremont Watch Company in Grossbritannien, die Produktionskapazität deutlich zu erhöhen. Dazu hat das Unternehmen in ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum NTX 1000 von DMG Mori investiert, das komplett mit speziell auf die Fertigungsabläufe in der Uhrenproduktion abgestimmten Werkzeugen von Sandvik Coromant ausgestattet ist.

Gemeinsam zur optimalen Lösung

«Das Projekt rund um das neue Bearbeitungszentrum dauerte insgesamt sechs Monate», berichtet Mathew Bates, Spezialist für Werkzeugmaschineninvestitionen bei Sandvik Coromant. «Von Anfang an war es unser Ziel, eine schlüsselfertige Lösung zu liefern, die Bremont sofort nutzen kann.» Bei der Auswahl der geeigneten Werkzeuge haben die Werkzeugspezialisten eng mit den Anwendungstechnikern von DMG Mori zusammengearbeitet. «Nachdem uns Bremont die Designentwürfe für die sechs neuen Uhren übermittelt hatte, haben wir uns getroffen, um gemeinsam eine Liste der benötigten Standardwerkzeuge zusammenzustellen und die erforderlichen Sonderwerkzeuge zu definieren», berichtet Mathew Bates. Die inzwischen installierte Dreh-Fräsmaschine NTX 1000 ist mit einem Werkzeugmagazin für 38 Werkzeuge Coromant Capto ausgestattet. Die Kapazität kann auf bis zu 76 Werkzeuge erweitert werden. Das Bearbeitungszentrum eignet sich simultan für die Dreh- und die 5-Achs-Hochgeschwindigkeitsfräsbearbeitung. Dank eines Stangenladers produziert es täglich 24 Stunden ohne jeglichen Bedienereingriff.

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Gesamtprojekt aus einer Hand

Bereits vor der Installation der Maschine erstellten und simulierten Frederick Shortt, Anwendungstechniker beim Maschinenhersteller, und sein Entwicklungsteam die NC-Programme mithilfe des CAM-­Systems Vericut. Wie Frederick Shortt erläutert, haben die Fertigungsexperten des Maschinen- und des Werkzeugherstellers gemeinsam alle NC-Programme so optimiert, dass das Bearbeitungszentrum mit möglichst wenigen Werkzeugen auskommt. Der Uhrenhersteller musste also nur die unbedingt erforderlichen Werkzeuge beschaffen. «Dank der gemeinsamen Optimierung konnten Anlaufschwierigkeiten auf ein Minimum reduziert werden. Bremont konnte vom ersten Tag an mit der Produktion starten – so machte sich das neue Bearbeitungszentrum für den Uhrenhersteller schnell bezahlt», erklärt James Rhys-Davies, Strategic Relations Director, Northern Europe bei Sandvik Coromant. «Der Bedarf an solchen schlüsselfertigen Lösungen wächst stetig. Zwar sind die Vorlaufkosten manchmal etwas höher, doch die Vorteile eines schnellen Return on Investment und die Maximierung der Maschinenverfügbarkeit machen schlüsselfertige Fertigungszellen zu einer sehr attraktiven Option, da die Stückkosten generell viel niedriger sind.»

Produktiv bei höchster Qualität

Malcolm Kent, Produktionsleiter bei Bremont, war mit den Fertigungsresultaten vom ersten Tag an äusserst zufrieden. «Wir fertigen sehr komplexe Bauteile, deren Abmessungen auf drei bis fünf Mikro­meter toleriert sind. Präzision hat also
grösste Bedeutung. Wir waren überrascht, wie schnell und bei welch hoher Qualität wir die einzelnen Komponenten jetzt produzieren können. Und dank des Dreh-Fräszentrums NTX 1000 in Kombination mit den optimierten Werkzeugen von Sandvik Coro­mant laufen alle Prozesse absolut fehlerfrei.» - kmu - SMM

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