Neuentwicklung: Servomotoren im Pressentisch Grössere Kraftverteilung, geringere Auffederung

Redakteur: Luca Meister

>> Mit der TwinServo-Technologie (TST) hat der Pressen-Hersteller Schuler vor einem halben Jahr ein vollkommen neues Antriebskonzept vorgestellt. Die Weiterentwicklung der ServoDirekt-Technologie (SDT), die sich mittlerweile am Markt etabliert hat, verfügt über zwei dezentrale Servomotoren im Pressentisch. Mit dem neuartigen Bauprinzip ist es möglich, ehemals gegensätzliche Merkmale und Eigenschaften zu vereinen. Für den Anwender entstehen dadurch Vorteile, die bei konventionellen Pressenbauarten nicht erreichbar sind.

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Beim Umbau platzieren die Experten von Schuler einen Servomotor auf die Antriebswelle, der alte Motor bleibt erhalten.
Beim Umbau platzieren die Experten von Schuler einen Servomotor auf die Antriebswelle, der alte Motor bleibt erhalten.
(Bild: Schuler)

mei. Bei klassischen Pressen wird der Stössel nach unten gedrückt und damit das Werkzeug geschlossen und die Presskraft erzeugt. Die entstehende Reaktionskraft muss in dem Pressengestell aufgenommen werden. Durch Transport-bedingte Restriktionen sind die Pressen häufig in geteilter Bauweise ausgeführt und über Zuganker verspannt. Der Kraftfluss verteilt sich über das gesamte Pressengestell und die vorgespannten Zuganker.

Bei der TST-Bauweise wird der Stössel nicht mehr nach unten gedrückt, sondern nach unten gezogen: «Somit wird der Kraftfluss direkter gestaltet, was zu einer etwa 30 Prozent geringeren Auffederung führt», erklärt Thomas Spiesshofer, Technischer Leiter Automotive Press Technology. «Durch die günstigen Hebelverhältnisse und die weit aussen liegenden Kraftangriffspunkte werden geometrisch bedingt günstigere Voraussetzungen bei aussermittigen Kraftangriffen erreicht.» Dies führt zu einer bis zu 400 Prozent grösseren Kippsteifigkeit im Vergleich zu konventionellen Maschinen.

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Weniger Werkzeugverschleiss

Ein weiterer, ganz wesentlicher Vorteil: Durch die weit aussen liegende Anordnung der Krafteinleitungspunkte am Stössel kann nun die gesamte Aufspannfläche genutzt werden: «Sowohl grössere Aussermittigkeiten sind erreichbar als auch absolut grössere aussermittige Kräfte, was speziell bei Stufenpressen von besonderer Bedeutung ist», verdeutlicht Frank Viola, Vertriebsleiter Automotive Press Technology.

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