Hermle Hausausstellung 2022 Hermle investiert in hohe Fertigungstiefe

Von Anne Richter

Nach zwei Jahren ohne Präsenzveranstaltung hat Hermle wieder zur Hausausstellung nach Gosheim eingeladen. Ausserdem meldet der Hersteller von Präzisionsbearbeitungszentren eine sehr positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2021. Ausserdem hat Hermle weiter in seine Fertigung in Gosheim und Zimmern investiert.

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Hermle Hausausstellung 2022: Auf über 20 Bearbeitungszentren und mit Bearbeitungen aus unterschiedlichsten High-Tech-Branchen Live unter Span hat Hermle die Leistungsfähigkeit seiner Produkte dargestellt.
Hermle Hausausstellung 2022: Auf über 20 Bearbeitungszentren und mit Bearbeitungen aus unterschiedlichsten High-Tech-Branchen Live unter Span hat Hermle die Leistungsfähigkeit seiner Produkte dargestellt.
(Bild: Anne Richter, SMM)

Vom 26. bis 29. April 2022 hat die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG nach zweijähriger Pause wieder zur traditionellen Hausausstellung nach Gosheim eingeladen. Rund 1700 angemeldete Besucher aus 650 Firmen interessierten sich für die aktuellen Fertigungsthemen. Mit über 20 Präzisionsbearbeitungszentren, bestückt mit Bearbeitungen aus unterschiedlichsten High-Tech-Branchen, hat Hermle live unter Span die Leistungsfähigkeit der Maschinen aus Gosheim demonstriert.

Ausserdem hat Hermle die Geschäftszahlen für das Jahr 2021 veröffentlicht. Demnach konnte das Unternehmen sein Geschäft 2021 gegenüber dem von der Corona-Pandemie beeinträchtigten Vorjahr wieder kräftig ausbauen: Sowohl die neuen Bestellungen als auch Umsatz und Ergebnis legten deutlich zu. Beim Auftragseingang verbuchte Hermle im abgelaufenen Geschäftsjahr konzernweit ein Plus von 81,1 Prozent auf 439,1 Mio. Euro. Ende 2021 verfügte das Unternehmen im Konzern über einen Auftragsbestand von 107,9 Mio. Euro, das entsprach gegenüber dem Wert am Vorjahresstichtag von 44,8 Mio. Euro weit mehr als einer Verdoppelung.

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Besonders gefragt: Industrie 4.0-Lösungen

Der Hermle-Konzernumsatz stieg 2021 um 26,6 Prozent auf 376,0 Mio. Euro. Gefragt waren vor allem Industrie 4.0-Lösungen inklusive des neuen Hermle-Robotersystems RS 1. Als einer der führenden Komplettanbieter im Bereich Automation hat Hermle inzwischen ein breites Spektrum von der automatisierten Einzelmaschine bis zur integrierten Automationslösung für die Industrie 4.0-Fertigung im Programm. Auf die im Jahresverlauf deutlich gestiegene Geschäftsdynamik konnte Hermle schnell und flexibel reagieren, da die Belegschaft während der Corona-Krise stabil gehalten wurde. Am 31. Dezember 2021 hatte Hermle konzernweit 1320 Beschäftigte, das waren 16 Personen mehr als am Vorjahresstichtag.

Dank der hohen Kompetenz und Motivation des Hermle-Teams wurden sowohl die im Jahresverlauf stark anziehende Kapazitätsauslastung als auch zunehmende Störungen in der Lieferkette gut bewältigt. Zusätzlich war das Unternehmen in der Lage, in grösserem Umfang für 2022 vorzuproduzieren. Vor diesem Hintergrund erhöhte sich das Betriebsergebnis 2021 konzernweit um 37,6 Prozent auf 74,6 Mio. Euro.

In das Geschäftsjahr 2022 ist Hermle mit einem hohen Auftragsbestand und einem anhaltend starken Bestelleingang gestartet. Durch den Ukraine-Krieg haben sich die Risiken für die weitere Entwicklung jedoch erheblich, wenn auch nicht quantifizierbar erhöht. Dies betrifft nicht nur den allgemeinen künftigen Nachfrageverlauf, sondern vor allem mögliche Lieferausfälle. Das eigene Russland-Geschäft ist für das Unternehmen dagegen von untergeordneter Bedeutung. Aus heutiger Sicht rechnet Hermle im Gesamtjahr mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um mindestens 10 Prozent, sofern auf der Zulieferseite keine unaufholbaren Störungen auftreten. Das Betriebsergebnis dürfte sich hierzu wegen der zu erwartenden weiteren Material- und Energiepreissteigerungen unterproportional entwickeln. Hinzu kommen konkrete Risiken für Forderungsausfälle bei russischen Kunden und aus dem Verlust der Unternehmenswerte in Russland von insgesamt rund 5 Mio. Euro.

Umzug der Hermle Blechfertigung

Mit dem Umzug der Blechfertigung im Jahr 2020 wurde ein für Hermle zweiter wichtiger Fertigungsbereich neben der Mineralgussfertigung am Standort Zimmern o.R. implementiert. Die zusätzliche Produktionsfläche von 6800 m2, bietet ideale Voraussetzungen für die Herstellung der gesamten Verkleidung/Kabine und auch zahlreiche, aus Blech gefertigte Bauteile für unsere Bearbeitungszentren. Auch im Bereich der spanenden Fertigung wurde weiter kräftig investiert. Ein zweites Vertikal-/Horizontalbearbeitungszentrum wurde zum Hochregalpalettenbahnhof mit 32 Palettenplätzen adaptiert. Zusätzlich wurde in der letzten Woche noch ein Hermle Bearbeitungszentrum C 32 U mit einem Robotersystem RS 2 für die wirtschaftliche Kleinteilefertigung im Vorrichtungsbau installiert. Mit dieser sehr hohen Fertigungstiefe will Hermle das Bekenntnis zum Standort Gosheim und Made in Germany bekräftigen. -ari- SMM

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