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Konfiguration von Fräsern und Bohrern High-End-Werkzeuge konzipieren und schleifen

| Redakteur: Anne Richter

Bei der neusten Version der Toolroom-Software RN34 legte Anca besonderen Fokus auf das wirtschaftliche Schleifen komplexer Geometrien. Die verbesserten Funktionen vereinfachen die Konfiguration von Fräsern und Bohrern sowie die Überwachung der Schleifvorgänge.

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Toolroom RN34 ermöglicht das automatische Auswuchten der Werkzeuge innerhalb kürzester Zeit – entweder durch eine Nutenverlängerung oder durch eine Kerbe im Schaft
Toolroom RN34 ermöglicht das automatische Auswuchten der Werkzeuge innerhalb kürzester Zeit – entweder durch eine Nutenverlängerung oder durch eine Kerbe im Schaft
(Bild: Anca)

Als Standardsoftware ist Toolroom in jede Anca-Maschine integriert. Im gesamten Schleifprozess bietet sie eine grosse Anwendungsvielfalt – ob beim ersten Werkzeugentwurf, bei der Herstellung oder im Nachschleifprozess. Praktische Werkzeugassistenten, integrierte 2D- und 3D-Grafiken, klare Hilfe­abbildungen für alle Parameter sowie bedienerfreundliche Schnittstellen mit Touch-Screen sind nur ein Bruchteil der zahlreichen, benutzerorientierten Funktionen, dank denen die Software Anwendern eine hohe Flexibilität ermöglicht. Mit Toolroom lassen sich in minimaler Designzeit und maxima­ler Maschinenausnutzung ideale Standard- sowie Sonderwerkzeuge produzieren. Die neuste Version RN34 ermöglicht weitere kundenspezifische Anwendungen: «Die Toolroom RN34 hat das Zeug zum Unterscheidungsmerkmal für viele Werkzeughersteller. Die zahlreichen neuen Features ermöglichen es Anwendern, komplexe Spezial-Geometrien zu entwerfen, um Lebensdauer, Produktivität, Schnittvolumen, Qualität und Präzision zu erhöhen», so Thomson Mathew, Software-Produkt­manager bei Anca.

Breite Palette an Vollradiusfräsern

Die erweiterte Standardbibliothek vereinfacht die parametrische Werkzeugherstellung, zum Beispiel bei der Produktion verschiedener Vollradiusfräser zum Schlichten und zum Schruppen, dank neuer Schleifzyklen. So lassen sich mit neuen Standardoperationen etwa Rohlinge mit gerader Stirn zur Kugelform vorschruppen. RN34 ermöglicht neue Ausspitzgeometrien und verbessert die Kontrolle der Querschneide bei Vollradiusfräsern. Auch vereinfachte Anca die Einstellmöglichkeiten für frei definierbare Schneidenformen. Die neue Designer-­Schneidkante ermöglicht dem Bediener, an Voll­radius­fräsern die Schneidkante variabel zu gestalten. «Zudem unterstützt RN34 auch neue Schleifscheibentypen. Die 11V5-Topfscheibe mit Fase sorgt für einen verbesserten Freischliff von Vollradius-, Eckradius- und Kugelkopffräsern und eignet sich so hervorragend für die Herstellung von Fräsern für den Formenbau – und das bei einer längeren Lebensdauer», so Vadim Zaiser, Application Engineer bei Anca.

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Ungleiche Nuten und automatisches Auswuchten

Die Nutenoperationen wurden durch neue Schleifzyklen verbessert. Es werden nun ebenfalls gerade genutete und einnutige Werkzeuge mit einer Tiefe gleich oder grösser als der Werkzeugradius unterstützt. Es wird einfacher, einzelne Nuten zu programmieren, da der Anwender nun Kernkonus, Nutenlänge und -tiefe etc. individuell für jede Nute steuern kann. Auch wird die passende Schleifscheibengeometrie für eingestellte Nutenparameter berechnet. Das vereinfacht die Herstellung von Fräsern mit ungleichen Drallwinkeln und Nutenteilung, da sich viele Operationen pro Nute berechnen lassen. Diese Werkzeuge sind gerade in der Luft- und Raumfahrt, im Formenbau und in der Energie­erzeugung gefragt. Um die konstruktionsbedingte ungleichmässige Gewichtsverteilung im Werkzeug zu kompensieren, muss das Werkzeug ausgewuchtet werden. Die neue Toolroom-Version bietet auch an dieser Stelle einige Annehmlichkeiten und ermöglicht das Auswuchten der Werkzeuge automatisch innerhalb kürzester Zeit – entweder durch eine Nutenverlängerung oder durch eine Kerbe im Schaft. So können Anwender durch das intuitive Design solcher hochleistungsfähigen, komplexen Fräser ihre Produktivität verbessern.

Auch Fraisa, einer der weltweit führenden Schneidwerkzeughersteller, konnte die Zeit für das Einrichten zum Auswuchten von Werkzeugen durch die neue Funktion deutlich reduzieren. «Mit der neuen Software von Anca können wir ein Werkzeug in der Regel innerhalb von fünf Minuten auswuchten – bei unseren komplexeren Werkzeugen dauert es auch mal etwas länger, bis zu 20 Minuten. Das ist fantastisch! Es hat unsere Einrichtungszeit auf der Maschine, die bisher bis zu mehreren Stunden dauern konnte, drastisch verkürzt», freut sich Douglas Franke, Produktionsmanager bei Fraisa. Und nicht nur die Nebenzeiten verkürzen sich, sondern auch die Prozesssicherheit steigt: Die ausgewuchteten Werkzeuge haben eine längere Standzeit, sorgen für eine höhere Präzision bei der Bearbeitung bei gleichzeitig grösserem Schnittvolumen. Dazu Douglas Franke: «Eine grosse Erfolgs­geschichte ist unser Ein-Zoll-Aluminium-­Schrupp­werkzeug, das unser Kunde aus der Luft- und Raumfahrt mit  25 000 U/min mit hervorragenden Ergebnissen einsetzt.»

Neue Werkzeugtypen

Darüber hinaus hat Anca verschiedene neue Werkzeugtypen in die Standardbibliothek aufgenommen, wie zum Beispiel den Doppelradiusfräser für das Design von fassförmigen oder linsenförmigen Werkzeugen mit grösserem zu kleinerem oder kleinerem zu grösserem Radius. Diese Geometrie sorgt für dünnere Späne, was wiederum die Lebensdauer der Fräser verlängert. Ein weiterer Tooltype im Fräser-Assistenten ermöglicht die einfache Herstellung von Kugelkopffräsern. Und auch für die Produktion von Kegelsenkern wurde ein neuer Werkzeugtyp im Assistenten-Stil angelegt. Mit der Senker-Nutenbearbeitung können nun die speziellen Nutenformen definiert werden, die für diese Anwendung erforderlich sind. Die neue Toolroom RN34 vereinfacht zudem die Herstellung spiralförmiger Tannenbaumfräser, zum Beispiel zur Fertigung von Rotorschlitzen für den Energiesektor oder die Luft- und Raumfahrt. Sie unterstützt eine breite Palette von Fräsern mit konstantem Drall und konstanter Steigung, wie sie oft in diesen Branchen eingesetzt werden. Dank neuer Operationen ist auch die Produktion einer Vielzahl von Gewindefräsern möglich. Mit der neuen Softwareanwendung zum Schleifen von Taschensitzen für PKD-Platten kann der Anwender die Taschengeometrie und ihre Position gemeinsam oder für einzelne Nuten schnell und einfach definieren.

Weitere neue Features

Für die automatisierte, personalarme Werkzeugherstellung gibt es in der RN34 eine weitere wichtige Neuerung: Die Software unterstützt nun auch die Lasermessung mittels LaserPlus. Damit geht Anca einen weiteren Schritt zu noch höherer Genauigkeit vereint mit grösserer Produktivität beim Schleifen von Schneidwerkzeugen. «Daneben bietet RN34 eingebettete und verschlüsselte TOM-Dateien, neue Funktionen im Stufeneditor, die das parametrische Zeichnen von Konturen vereinfachen, eckige Rohlinge im Rohlingseditor, Optionen zum Flachschleifen von Stempeln und noch viele weitere Features. Insgesamt ist uns ein stimmiges Software-Paket zum wirtschaftlichen Schleifen von Hochleistungs-Zerspanwerkzeugen gelungen, das zahlreiche Anwendungen abdeckt und Lösungen für die unterschiedlichsten Schlüsselindustrien liefert», so Vadim Zaiser. -ari- SMM

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