Horn präsentierte auf der AMB drei neue Werkzeugsystemlösungen. Mit dem «System DM40» erweitert die Paul Horn GmbH ihr Programm um eine modulare PKD-Schaftfräserserie. Darüber hinaus wird das Werkzeugprogramm um den neuen Wendeschneidplattentyp «395» für das Profileinstechen sowie das Gewindedrehen von Sondergewinden erweitert. Und last, but not least wird das «Stechsystem 315» um eine neue Variante für Formeinstiche verbreitert.
Mit dem «System DM40» erweitert die Paul Horn GmbH ihr Programm um eine modulare PKD-Schaftfräserserie für universelle Fräsanwendungen in Aluminium, Aluminium-Druckguss sowie Werkstoffen der Gruppen N und O.
(Bild: Horn / Sauermann)
Mit dem «System DM40» erweitert die Paul Horn GmbH ihr Programm um eine modulare PKD-Schaftfräserserie für universelle Fräsanwendungen in Alu, Alu-Druckguss sowie Werkstoffen der Gruppen N und O. Das Werkzeugsystem kombiniert ein dauerhaft wiederverwendbares Basiswerkzeug aus Hartmetall mit einem auswechselbaren PKD-bestückten Wechselkopf auf Stahlgrundkörper.
Langlebige und verschleissintensive Komponenten
Das System richtet Horn gezielt auf Verschleissreduzierung, Ressourcenschonung und wirtschaftliche Prozesse aus. Der modulare Aufbau trennt langlebige und verschleissintensive Komponenten funktional voneinander. Besonders die Stirnschneiden zählen bei Fräsanwendungen zu den Hauptverschleisszonen. Gleichzeitig steigt bei hohen Schneidlängen über 2xD das Risiko von Schneidkantenausbrüchen. Das Wechselkopfsystem reduziert in diesen Bereichen den Materialeinsatz und senkt die Folgekosten gegenüber klassischen Monoblockwerkzeugen.
Anwender tauschen das Schneidenmodul direkt vor Ort aus. Das Werkzeug kommt anschliessend ohne zusätzliche Einstellarbeiten wieder zum Einsatz. Dadurch reduzieren sich Maschinenstillstände, Wiederbeschaffungszeiten oder Reparaturaufwände. Die Trennung zwischen langlebigem Grundwerkzeug und austauschbarem Wechselkopf schafft zudem transparente und kalkulierbare Wartungskosten. Das System eignet sich damit insbesondere für Serienfertigungen und automatisierte Produktionslinien.
Schnittstelle: Kraft- und Formschluss
Horn verbindet den PKD-bestückten Stahlkopf über eine zentrale Spannschraube kraft- und formschlüssig mit dem Grundwerkzeug. Eine zusätzliche Farbmarkierung erleichtert die Zuordnung der Komponenten bei der Montage. Das integrierte Poka-Yoke-Prinzip verhindert Montagefehler und erhöht die Prozesssicherheit in der Anwendung.
Die Schnittstelle zwischen Wechselkopf und Grundwerkzeug gewährleistet bei Neuwerkzeugen sowie bei nachgeschärften Werkzeugpaarungen präzise und absatzfreie Fräsergebnisse. Verschlissene Wechselköpfe lassen sich innerhalb festgelegter Durchmesserbereiche bis zu zweimal nachschärfen. Die Nachschärfbarkeit reduziert den Ressourcenverbrauch und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Systems zusätzlich.
Die achswinkelbetonte Konstruktion ermöglicht weiche Schnitte und hohe Oberflächengüten. Gleichzeitig sorgt die Geometrie für stabile und prozesssichere Fräsbearbeitungen bei universellen Anwendungen.
«System 395» zum Formstechen
Der «liegende» Dreischneider (Wendeschneidplattentyp «395») eignet sich für das Profileinstechen sowie das Gewindedrehen von Sondergewinden. Anders als bei herkömmlichen Systemen liegt die WSP nicht am Umfang an, sondern wird in speziell dafür ausgelegten Nuten positioniert.
(Bild: Horn / Sauermann)
Bei der zweiten Neuentwicklung handelt es sich um den neuen Wendeschneidplattentyp «395». Der «liegende» Dreischneider eignet sich für das Profileinstechen sowie das Gewindedrehen von Sondergewinden. Mit dem neuen System bietet Horn eine wirtschaftliche und zugleich flexible Lösung für anspruchsvolle Bearbeitungsaufgaben im Innen- und Aussendrehen.
Neue Profilgestaltung machbar
Das Besondere am neuen Typ 395 ist die Lage der Wendeschneidplatte. Anders als bei herkömmlichen Systemen liegt die WSP nicht am Umfang an, sondern wird in speziell dafür ausgelegten Nuten positioniert. Dadurch entstehen völlig neue Möglichkeiten bei der Profilgestaltung. Der Umfang der Schneidplatte kann nahezu frei profiliert werden und ermöglicht somit individuelle Werkzeuglösungen für unterschiedlichste Anwendungen. Gleichzeitig gewährleistet die grosse Auflagefläche der Wendeschneidplatte in Schnittkraftrichtung eine stabile Spannung im Klemmhalter. Dies wirkt sich positiv auf Standzeit, Oberflächenqualität und Prozessstabilität aus.
Mit drei nutzbaren Schneidkanten steigert der neue Wendeschneidplattentyp «395» zudem die Wirtschaftlichkeit beim Profilstechen und Gewindedrehen. Die Schneidplatten können optional mit Spanformrille gefertigt werden. Die Werkzeugbeschichtung wird je nach Anwendung individuell angepasst. Auch bei den Werkzeughaltern setzt Horn auf eine hohe Flexibilität. Unterschiedliche Sonderausführungen, beispielsweise als Bohrstange oder Vierkantklemmhalter, lassen sich präzise auf die jeweilige Bearbeitungsaufgabe abstimmen.
Stand vom 30.10.2020
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Für den neuen Systemtyp «395» stehen zwei Rohlingsgrössen zur Verfügung, darunter eine komplett neu entwickelte Variante. Damit erweitert Horn sein Portfolio um ein leistungsfähiges Werkzeugsystem für komplexe Profil- und Gewindebearbeitungen mit hohen Anforderungen an Präzision und Wirtschaftlichkeit.
Neue Schneidbreite für das «Stechsystem 315»
Die Paul Horn GmbH erweitert das Stechsystem «315» um eine neue Variante für Formeinstiche bis 20 mm Breite.
(Bild: Horn / Sauermann)
Schliesslich wird das «Stechsystem 315» um eine neue Variante für Formeinstiche bis 20 mm verbreitert. Das System umfasst Standardklemmhalter sowie kundenspezifische Schneidplattenprofile für unterschiedliche Werkstückkonturen. Anwender können mit dem System breite Formgeometrien in einem Arbeitsgang fertigen. Die Erweiterung eignet sich insbesondere für Bauteile mit komplexen Einstichprofilen und hohen Anforderungen an die Prozesssicherheit. Für die neue Variante entwickelte Horn einen Klemmhalter mit Spannpratze und Keilspannung.
Die Erweiterung des Horn Stechsystems «315» eignet sich insbesondere für Bauteile mit komplexen Einstichprofilen und hohen Anforderungen an die Prozesssicherheit.
(Bild: Horn / Sauermann)
Die Werkzeuge stehen als rechte und linke Ausführung im Schaftmass 25x25 mm zur Verfügung. Damit ergänzt Horn das bestehende System 315 gezielt für breite Formeinstiche und erweitert das Einsatzspektrum in der Drehbearbeitung. Für die Variante mit 20 mm Stechbreite setzt Horn auf eine modifizierte Spannpratze mit M6-Spannschraube sowie auf neue Konzepte mit Keilspannung. Die Keilspannung basiert auf einem vorhandenen Spannelement und ermöglicht die Übertragung des Spannkonzepts auf grössere Schneidbreiten. Parallel optimierte Horn den Spanraum und entwickelte angepasste Klemmhaltergeometrien für stabile Bearbeitungsprozesse.