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Imbach & Cie. nimmt Schmiedepresse der Superlative in Betrieb Im Hochlohnland Schweiz konkurrenzfähig bleiben

Redakteur: Luca Meister

>> «Power Nexis» ist der Projektname der neuen Multifunktionsschmiedepresse, die seit diesem Oktober bei Imbach & Cie. in Nebikon in Betrieb ist. Die auf dem Schuler-Modell «MH 3000» basierende Sonderanfertigung arbeitet mit einer Presskraft von bis zu 3000 Tonnen und ist damit die grösste derzeit in der Schweiz installierte Schmiedepresse. Mit dieser Investition kann das Unternehmen seine Produktpalette nach oben ergänzen und bedenkenlos gegen die internationale Konkurrenz antreten.

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Mit bis zu 40 Hüben pro Minute arbeitet die neue Schmiedepresse.
Mit bis zu 40 Hüben pro Minute arbeitet die neue Schmiedepresse.
(Bild: Imbach & Cie.)

Die neu in Betrieb genommene Schmiedepresse bei Imbach & Cie. ist eine Anlage der Superlative: Werkstücke unterschiedlichster metallischer Werkstoffe von bis zu 4 Tonnen, 2,5 Metern Höhe oder 1,4 Metern Durchmesser können damit hocheffizient warmumgeformt werden. Mit einer maximalen Presskraft von 3000 Tonnen (maximale Stauchhöhe: 2,5 Meter) werden Stähle, Aluminiumlegierungen, Nickelbasislegierungen, Titan und Kupfer (sowie damit verbundene Legierungen) als auch Sonderwerkstoffe bearbeitet.

Zum Einsatz kommen die Bauteile – z. B. Wellen, Stäbe, Fliesspressteile, Formstücke, Ringrohlinge, Büchsen, Rohre oder Scheiben, Blöcke und Platten – hauptsächlich in der Energie und Medizintechnik, Verkehrstechnik, Luft- und Raumfahrt, Anlagen- und Verfahrenstechnik, Bio- und Nanotechnologie.

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Vollautomatischer Betrieb

Im Schlichtvorgang arbeitet die Presse mit bis zu 40 Hüben pro Minute – eine beträchtliche Leistung, bedenkt man, dass z. B. nur schon der Stössel 95 Tonnen schwer ist. Die Anlage, eine Sonderanfertigung der Schuler AG, wird bald auch im automatisierten Betrieb zum Schmieden von Ringrohlingen laufen. Diverse Schmiedefunktionen (z. B. «Schnellschmieden») und -prozesse sind programmierbar, können abgespeichert und vom Datenarchiv einfach und schnell wieder aufgerufen werden. Dies gewährleistet sowohl eine exakte bzw. perfektionierte Reproduzierbarkeit von Werkstücken als auch eine vollautomatische Ausführung komplexer Abläufe. Die fünf verschiedenen Presswerkzeuge können ebenfalls automatisch gewechselt werden.

Für das Aufwärmen der Schmiedeteile stehen zwei mit Erdgas beheizte Kammeröfen und ein Drehherdofen im Einsatz. Die gewünschte Temperatur der Teile wird auf bis zu fünf Grad Celsius genau erreicht. Insgesamt erlaubt die Anlagenkapazität, vier bis acht Tonnen Material pro Stunde zu verarbeiten. Im voll ausgelasteten Betrieb entspricht das in etwa einem Stromverbrauch einer Gemeinde mit 2000 Einwohnern.

Vierfache Presskraft

Die Presskraft gilt als Schlüsselfaktor bei der Herstellung hochwertiger Schmiedeteile. Dazu Martin Imbach, Geschäftsführer bei Imbach & Cie.: «Mit ‹Power Nexis› steht uns die vierfache Presskraft gegenüber unseren bisherigen Möglichkeiten zur Verfügung. Die neue Schmiedepresse erlaubt die zwingend nötige Produktivitätssteigerung, um im Hochlohnland Schweiz auch in Zukunft erfolgreich Schmiedeteile herstellen zu können.» Der viel höhere Durchsatz führt somit zu optimierten Durchlaufzeiten, dabei bleibt die Qualität aber immer noch auf höchstem Niveau.

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