Raus aus der Krise

In der MEM-Industrie läuft's wie geschmiert

| Redakteur: Susanne Reinshagen

In der MEM-Industrie läuft's wieder rund, was den Fachkräftemangel noch weiter verschärfen wird. Swissmem unterstützt die Branche mit einem Massnahmenpaket und will auch Frauen für die MINT-Berufe begeistern.
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In der MEM-Industrie läuft's wieder rund, was den Fachkräftemangel noch weiter verschärfen wird. Swissmem unterstützt die Branche mit einem Massnahmenpaket und will auch Frauen für die MINT-Berufe begeistern. (Bild: Reto Klink/Swissmem)

Die Vertreter von Swissmem konnten an der Halbjahreskonferenz erfreuliches berichten, denn die MEM-Industrie ist wieder zügig unterwegs. Die Branchenzahlen haben sich durchwegs positiv entwickelt und die Kapazitätsauslastung lag im zweiten Quartal 2018 weit über dem langjährigen Durchschnitt

Die Stimmung in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) ist positiv, beinahe schon euphorisch, denn seit der Freigabe des Euromindestkurses durch die SNB liefen die Geschäfte noch nie so gut. Im ersten Halbjahr 2018 sind die Auftragseingänge, im Vergleich zur Vorjahresperiode um 24 Prozent gestiegen, was sich auch bei den Umsätzen in einem Plus von gut 16 Prozent widerspiegelt.

Exporte der MEM-Industrie ziehen an

Auch bei den Güterausfuhren hat die Branche kräftig zugelegt und steigerte die Exporte im ersten Halbjahr 2018 um 7,5 Prozent auf einen Wert von 34,8 Milliarden Franken. Dabei entwickelten sich vor allem die Ausfuhren in die EU (+9,1%) und in die USA (+7,3%) positiv. Obwohl die Ausfuhren nach China um 10% zulegten, drückten die rückläufigen Export in die übrigen asiatischen Länder und vor allem in den Mittleren Osten auf das Gesamtergebnis für Asien (+1,5%). Besonders positiv entwickelten sich die Exporte bei den Metallen (+11,1) und dem Maschinenbau (+9,2).

Beschäftigung und Fachkräftemangel

Die gute Entwicklung des Geschäftsgangs schlägt sich auch in den Beschäftigungszahlen der MEM-Industrie nieder. Im ersten Quartal 2018 arbeiteten 325'500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweizer MEM-Industrie , was einem Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Damit hat die Branchen innerhalb nur eines Jahres 60 Prozent der durch die Aufhebung des Mindestkurses verursachten Jobverluste wieder wettgemacht.

Die Kapazitätsauslastung der MEM-Betriebe erreichte im zweiten Quartal 91,9 Prozent und lag damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 86,4 Prozent.

Eine der grössten Herausforderungen für die MEM-Industrie ist der Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren noch weiter akzentuieren wird.

Swissmem will dieser Entwicklung mit verschiedenen Massnahmen entgegenwirken, und die Attraktivität von MINT-Berufen, auch für Frauen stärken:

  • Die Umschulungsinitiative soll Erwachsenen mit einer abgeschlossenen Erstausbildung eine Zweitausbildung in einem neuen Berufsfeld ermöglichen
  • Arbeitsmarktfähigkeit von jungen Menschen, Frauen und älteren Mitarbeitenden soll erhöht werden
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll verbessert werden
  • der aktuelle GAV der MEM-Industrie enthält verschiedene Massnahmen zur Förderung und Weiterbildung der Mitarbeitenden, welche die Attraktivität der MEM-Branche als Arbeitgeberin erhöhen.

Lohnforderungen von Angestelle Schweiz

Der gute Geschäftsgang der MEM-Industrie soll sich gemäss Angestellte Schweiz auch bei den Arbeitnehmer/innen niederschlagen. Daher fordert die Arbeitnehmervertretung für die MEM-Industrie Lohnsteigerungen von bis zu 2,3%, je nach Subbranche. Untermauert werden diese Forderungen durch Branchenzahlen von BAK Economics, die für die MEM-Industrie eine Steigerung der Bruttowertschöpfung im letzten Jahr von 3,5% und für 2018 von 5,1% ausweist. Für 2019 prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut ein Wachstum von immer noch 3,4%.

Prognosen

Der gute Geschäftsgang dürfte nach Angaben von Swissmem noch sechs bis zwölf Monate anhalten. Danach könnte es zu einer Abflachung der Konjunktur kommen, worauf die Verlangsamung der Wachstumsdynamik in den frühzyklischen Branchen hinweist. Auch die Mitgliederfirmen von Swissmem sehen das ähnlich. In den kommenden 12 Monaten rechnen gemäss der jüngsten Befragung 51 Prozent der Unternehmer mit gleichbleibenden Aufträgen aus dem Ausland. Die Anzahl jener, die höhere Bestellungen erwarten, hat sich hingegen im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem ersten Quartal um 12 Prozentpunkte reduziert (Q1/18: 48% / Q2/18: 36%). <<

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