Interview mit Ivan Filisetti, Präsident GF Machining Solutions Innovationen sind der Schlüssel

Redakteur: Anne Richter

Die Covid-19-Pandemie und ein schon vorher einsetzender Abschwung im Investitionsgütermarkt prägten das letzte Geschäftsjahr von GF Machining Solution. Ivan Filisetti, Präsident GF Machining Solutions, sieht Innovationen als Schlüssel, um auch Krisenzeiten gut überstehen zu können.

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Am neuen Standort in Biel vereint GF seine gesamte Schweizer Fräs- und Lasermaschinenproduktion.
Am neuen Standort in Biel vereint GF seine gesamte Schweizer Fräs- und Lasermaschinenproduktion.
(Bild: Anne Richter, SMM)

SMM: Das letzte Jahr wird wohl allen in Erinnerung bleiben. Wie ist es für GF Machining Solutions verlaufen?

Ivan Filisetti: 2020 war sehr herausfordernd. Der globale Markt für Werkzeugmaschinen wurde schon in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 durch den Abschwung im Investitionsgütermarkt belastet, diese Entwicklung hat sich durch die Pandemie in 2020 noch verstärkt. Dank unserer diversifizierten Struktur und der starken Präsenz in China haben wir das Jahr aber relativ gut gemeistert.

Was waren die grössten Herausforderungen, mit denen Sie während der Pandemie konfrontiert wurden?

I. Filisetti: Wir haben gelernt, dass keine Branche vor Risiken und Überraschungen gefeit ist. Wer hätte für möglich gehalten, dass der Reiseverkehr über einen längeren Zeitraum fast ganz zum Erliegen kommt? Dies führte dazu, dass der Grossteil der Aufträge aus der Luftfahrtindustrie verschoben wurde. Langfristig bleibt das Segment aber attraktiv.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Covid-19-Pandemie auf Ihr Unternehmen? Wie gehen Sie damit um?

I. Filisetti: Im zweiten Halbjahr 2020, insbesondere im letzten Quartal, haben wir Anzeichen einer Erholung gesehen, dies dank steigender Nachfrage beispielsweise in China oder Deutschland. Wichtig ist, flexibel zu bleiben und sich rasch auf die Veränderungen anzupassen.

Wie hat sich die Pandemie auf die Nachfragesituation ausgewirkt?

I. Filisetti: Die Nachfrage im Bereich Medizin- sowie Informations- und Kommunikationstechnik war relativ stabil, während das Geschäft in anderen Segmenten, wie z.B. der Luftfahrt, in grösserem Ausmass unter dem Vorjahr blieb.

Wie haben Sie auf die Situation reagiert? Welche Massnahmen haben Sie getroffen?

I. Filisetti: Wir haben verschiedenste Massnahmen getroffen, um jederzeit die Sicherheit unserer Mitarbeitenden gewährleisten zu können. Dies hatte und hat höchste Priorität. Bedingt durch den Umsatzrückgang und die Lockdowns haben wir an allen Standorten in Nord- und Südamerika sowie in Europa auch Massnahmen zur Kostenreduktion ergriffen, um die negativen finanziellen Auswirkungen abzumildern. Diesbezüglich galt immer: die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat höchste Priorität

Was sind die Herausforderungen, denen Sie momentan gegenüberstehen?

I. Filisetti: Bedingt durch die Preissteigerung bei diversen Rohmaterialien, stellt die Aufrechterhaltung der Lieferketten derzeit eine Herausforderung dar. Ausserdem ist in gewissen Segmenten wie der Luftfahrt erst in einigen Jahren mit einem nachhaltigen Aufschwung zu rechnen.

Welchen Einfluss hat die Pandemie aus Ihrer Sicht auf den Werkplatz Schweiz? Und wie reagiert Ihr Unternehmen darauf?

I. Filisetti: Es hat sich gezeigt, dass die Schweiz flexibel auf solche grosse Herausforderungen reagieren kann. Was GF Machining Solutions betrifft: Auch in diesem turbulenten Jahr haben wir unsere Aktivitäten im Bereich Forschung & Entwicklung weitergeführt. Innovationen sind der Schlüssel, um auch Krisenzeiten möglichst gut überstehen zu können.

Was erwarten Sie von Politik und Gesellschaft in Bezug auf die Covid-19-Pandemie?

I. Filisetti: Alle haben hier ihre berechtigten Erwartungen und Wünsche. Wichtig ist, dass trotz der Dringlichkeit die Ruhe bewahrt wird. Ich erhoffe mir weiterhin ein Miteinander, wo auch die Interessen der Wirtschaft und der Einsatz für die Arbeitsplätze gebührend gewichtet werden.

Unser Geschäftsmodell hat sich bewährt, unsere Mitarbeitenden haben schnell und entschlossen reagiert, um den Kunden auch in einer herausfordernden Zeiten einen erstklassigen Service zu bieten.

Ivan Filisetti, Präsident GF Machining Solutions

Wie ist Ihre Erwartungshaltung in Bezug auf das Jahr 2021?

I. Filisetti: Wir haben verschiedene neue Lösungen in den Bearbeitungstechnologien Laser, EDM oder Fräsen entwickelt, ausserdem haben wir für unsere Kunden digitale Lösungen entworfen, die Qualität und Effizienz steigern. Wir sind darum gut positioniert, um von einer weiteren Erholung des Marktes zu profitieren.

Konnten Sie auch positive Erkenntnisse aus der Situation ziehen? Gibt es coronabedingte Veränderungen ,die das Unternehmen positiv beeinflusst haben?

I. Filisetti: Unser Geschäftsmodell hat sich bewährt, unsere Mitarbeitenden haben schnell und entschlossen reagiert, um den Kunden auch in einer herausfordernden Zeiten einen erstklassigen Service zu bieten. Home-Office und Videokonferenzen, unterstützt durch moderne IT-Tools, sind in unserer Organisation zur normalen Arbeitsweise geworden. -ari- SMM

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