Interview Innovationsstärke auf der EMO

Redakteur: Anne Richter

>> DMG Mori Seiki wird auf der EMO in Hannover der grösste Aussteller sein und in Halle 2 zahlreiche Weltneuheiten vorstellen. Im Interview mit dem SMM erklärt Dr. Thorsten Schmidt, Vorstand der Gildemeister AG, strategische Entwicklungen von DMG Mori Seiki und was die Besucher auf der Messe erwarten können.

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Neu auf der EMO: Die NLX4000 für die effiziente Komplettbearbeitung grosser Werkstücke bis 500 mm Durchmesser und 1500 mm Drehlänge.
Neu auf der EMO: Die NLX4000 für die effiziente Komplettbearbeitung grosser Werkstücke bis 500 mm Durchmesser und 1500 mm Drehlänge.
(Bild: DMG Mori Seiki)

SMM: DMG Mori Seiki wird auch auf der diesjährigen EMO wieder der grösste Aussteller sein. Was wird den Besucher erwarten?

Dr. Thorsten Schmidt: Auf knapp über 10 000 Quadratmetern werden wir in Halle 2 zukunftsweisende Zerspanungstechnologien für bestehende und zukünftige Kunden zeigen. Insgesamt präsentieren wir 95 Hightech-Maschinen, darunter 18 Weltpremieren. Solch eine Innovationsstärke auf einem Stand wird es woanders so nicht geben.

Und was sind die Erwartungen von DMG Mori Seiki an die EMO?

T. Schmidt: Wir erwarten vor allem spannende sechs Tage und wir wollen jedem Fachbesucher auf der Messe zeigen, dass wir der richtige Partner für seine zukünftigen Herausforderungen rund um die Zerspanung sind.

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Was wird das Highlight der diesjährigen EMO auf dem DMG-Mori-Seiki-Stand sein?

T. Schmidt: Erstmalig werden wir Celos dem Fachpublikum vorstellen, eine Gemeinschaftsentwicklung von DMG Mori Seiki, die es so in der Branche noch nicht gegeben hat. Celos vereinfacht und beschleunigt über diverse Celos-Apps den Prozess von der Idee bis zum fertigen Produkt. Dem Anwender wird dadurch die durchgängige Verwaltung, Dokumentation und Visualisierung von Auftrags-, Prozess- und Maschinendaten ermöglicht. Mit dieser Entwicklung zeigen wir, dass DMG und Mori Seiki auch im Bereich der Steuerungstechnologie zusammenwachsen.

Was genau muss sich der Anwender unter Celos vorstellen?

T. Schmidt: Zur EMO werden wir bereits zwölf Celos-Apps vorstellen, die die Bedienung und die Vorbereitung der Jobs vereinfachen und vernetzbar sind mit CAD/CAM-Anwendungen und auch kompatibel zu ERP-Programmen. Damit werden Schnittstellen über Abteilungsgrenzen hinweg eliminiert, was letztlich zu effizienteren Prozessen mit hoher Produktivität führt. Der 21,5"-Multi-Touch-Bildschirm gewährleistet dabei einen hohen, intuitiven Bedienerkomfort. So kann der Anwender beispielsweise wie bei einem Smart Phone Zeichnungen beliebig drehen oder zoomen. Jedes App stellt ein spezielles Tool für eine bestimmte Anwendung dar. So unterstützen die Celos-Apps Job Manager und Job Assistant den Werker an der Maschine beim netzwerk-integrierten Planen, Vorbereiten, Optimieren und systematischen Abarbeiten von neuen Fertigungsaufträgen. Darüber hinaus ist Celos natürlich offen für weitere App-Entwicklungen.

Auch in Bezug auf das Design wird es Neuerungen geben. Was zeigt DMG Mori Seiki davon auf der EMO?

T. Schmidt: Auf der EMO wollen wir ein klares Signal setzen, dass wir eine Marke sind. Neben der Celos-Neuentwicklung zeigen wir das auch mit unserem neuen DMG Mori Seiki Design. Auf unserem Stand können sich die Besucher an 15 Hightech-Maschinen von den Vorteilen des neuen gemeinsamen Designs mit mehr Funktionalität, einem Plus an Anwenderfreundlichkeit und Wertstabilität überzeugen. Dazu gehören maximale Sicht in den Arbeitsraum, stufenlos verstellbares Display, der Smartkey für personalisierte Autorisierung des Bedieners für individuelle Zugriffsrechte sowie eine Maschinenverkleidung mit höherer Kratzfestigkeit. Ausserdem wird das neue Design ohne Aufpreis in Schwarz oder Weiss erhältlich sein.

Was ist von den 18 Weltpremieren für die Schweizer Messebesucher aus Ihrer Sicht besonders interessant?

T. Schmidt: Für viele Schweizer Kunden sehr interessant ist unsere neue HSC-Reihe, eine komplett neue Baureihe für den Werkzeug- und Formenbau mit Linearantrieben in allen Achsen. Auf der EMO stellen wir die Baureihe mit den beiden Weltpremieren HSC 30 linear und HSC 70 linear vor. Herausragende Merkmale hier sind die einzigartige Langzeitgenauigkeit unter fünf Mikrometer durch das innovative Kühlkonzept und die thermosymmetrische Bauweise sowie die perfekten Oberflächengüten durch HSC-Spindeln mit Wellen-, Flansch- und Mantelkühlung.

Gibt es auch Neuheiten vom Dixi-Standort in Le Locle?

T. Schmidt: Erstmals wird auf der EMO die Dixi 270 dem Fachpublikum vorgestellt, der grösseren Ausgabe der Dixi 210. Die High-End-Präzisionsmaschine Dixi 270 verfügt über einen enormen Arbeitsraum von 2700 x 2700 x 1600 mm zur Präzisionsbearbeitung von Bauteilen mit einem Gewicht von bis zu zwölf Tonnen und erreicht eine dreifach verbesserte volumetrische Genauigkeit von kleiner als 60 Mikrometer. Die Portalmaschine bietet höchste Steifigkeit und Stabilität auch für anspruchsvollste Bearbeitung beispielsweise von grossen Aerospace-Bauteilen oder im Bereich des Präzisions-Formenbaus.

Die Schweizer Leser interessieren natürlich auch die Entwicklungen bei DMG Mori Seiki am Standort Winterthur. Wie sehen die Pläne aus?

T. Schmidt: Der Standort Winterthur ist für uns eine strategische Investition. Hervorzuheben ist, dass wir die Schweiz als Herz Europas ansehen, mit guter Infrastruktur und mit guter Anbindung an ganz Europa. Auch möchten wir mit dem Commitment zur Schweiz und dem Schweizer Markt unseren hohen Qualitätsanspruch unterstreichen.

Was ist aber konkret geplant?

T. Schmidt: Geplant ist ein neues Technologiezentrum auf einer Grundfläche von 20 000 Quadratmetern an der Sulzerallee in Winterthur als weltweite Schaltzentrale für die Steuerung der Vertriebs- und Serviceaktivitäten von DMG Mori Seiki. DMG Mori Seiki Europe wird seinen Hauptsitz nach Winterthur verlagern, aber auch die weltweite Vertriebszentrale der DMG Holding wird nach Winterthur verlagert, genauso wie DMG Schweiz. Geplant ist der Einzug im vierten Quartal 2014. <<

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