50 Jahre Jubiläum Investition in die Zukunft und Jubiläumsfeier

Autor: Anne Richter

Ihr 50-Jahr-Firmenjubiläum feierte die Bunorm AG aus Aarwangen. Das moderne Familienunternehmen ist auf den Anlagenbau spezialisiert und deckt dabei das gesamte Spektrum vom einfachen Einzelteil bis zu komplexen Baugruppen. Um auch in Zukunft rentabel grosse Teile fertigen zu können, hat das Unternehmen unlängst in die Grossteilefertigung investiert: Während der Jubiläumsfeier fand die symbolische Schlüsselübergabe für die weltweit erste DMU 600 P von DMG Mori statt.

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Viele geladene Gäste kamen zum feierlichen Festakt zum Bunorm-Jubiläum in die neu erbaute Halle.
Viele geladene Gäste kamen zum feierlichen Festakt zum Bunorm-Jubiläum in die neu erbaute Halle.
(Bild: Anne Richter, SMM)

Mit einem Tag der offenen Tür für die Bevölkerung und einem offiziellen Festakt mit geladenen Gästen feierte die Bunorm AG aus Aarwangen am 14. und 15. August 2015 ihr 50-Jahr-Firmenjubiläum. Der moderne Familienbetrieb wird von Urs und Sibylle Morgenthaler in zweiter Generation geführt und beschäftigt zurzeit 68 Mitarbeiter und bietet jedes Jahr mehrere Ausbildungsplätze an. Die Kernkompetenzen liegen im Anlagenbau sowie dem gesamten Spektrum von grossen und kleinen Einzelteilen, Kleinserien bis zu kompletten und komplexen Baugruppen, Anlagen und Eigenprodukten. Neben der Fertigung und Grossteilefertigung für die Fertigung von Bauteilen von 100 bis 12 000 mm verfügt Bunorm über eine Schlosserei, in welcher Schweisskonstruktionen bis zu 10 t Gewicht hergestellt werden. Grosse Bauteile können auch nach Kundenanforderung in sämtlichen RAL- und Sonderfarben lackiert werden. In der Montageabteilung werden ganze Anlagen fertig montiert und installiert, inklusive elektrischer, pneumatischer und hydraulischer Bauteile.

Firmenstart mit Reparaturen und Fertigung für Zivilschutz

Begonnen hat alles viel bescheidener: In seinem Wohnhaus mit Stall im Schoren Langenthal gründete Willi Morgenthaler, Vater des heutigen Inhabers, und sein Schwiegervater Hans Burri sen. im Jahr 1965 die Firma Bunorm Burri & Morgenthaler AG. Neben Reparaturarbeiten für Firmen wie der Teppichfabrik Ruckstuhl und der Porzellanfabrik Langenthal fertigte Willi Morgenthaler zusammen mit seiner Frau und einem Mitarbeiter vorwiegend Artikel für Feuerwehr und Zivilschutz. Das Bundesamt für Zivilschutz bestellte die ersten von 12 000 Rettungsbrettern. Dies und die ersten Aufträge für Bunorm-Werkstattpressen und Glasbearbeitungsmaschinen für die Firma Bystronic führten dazu, dass es in Schoren trotz ausgebauter Räumlichkeiten zu eng wurde. Nach nur sechs Jahren erfolgte 1971 der Umzug an den heutigen Standort in Aarwangen, wo gleichzeitig zwei Wohnhäuser erstellt wurden.

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Diversifikation und Innovation

Um den massiven Konjunktureinbruch infolge der ersten Ölkrise entgegenzuwirken, übernahm Bunorm zeitweise die verschiedensten Arbeiten: Skiservicemaschinen wurden entwickelt und gebaut, Schraubzwingen produziert und mit Occasions-Staplern gehandelt. Für eine Teigwarenfabrik montierte Bunorm sogar eine Siloanlage. Bis heute hat sich Bunorm die Fähigkeit erhalten, sich rasch auf veränderte Kundenbedürfnisse einzustellen und an neue Geschäftsfelder anzupassen.

Einstieg in den Maschinenbau

Mit dem Kauf eines ersten computergesteuerten CNC-Bearbeitungszentrums mit beachtlichen zwei Metern Verfahrweg fand 1984 der Einstieg in den Maschinenbau statt. Bald zeigte sich, dass die Kombination von Schweissen und mechanischer Bearbeitung grosser Werkstücke sehr gefragt war. Fünf Jahre später erfolgte der Bau einer weiteren Werkhalle und der Kauf eines ersten Portalbearbeitungszentrums mit acht Metern Verfahrweg.

Von London über Ariane bis zur Meeresbrücke nach Macau

Ab 1996 wird die Bunorm AG in zweiter Generation von Urs und Sibylle Morgenthaler geführt und 2004 mit einer Nachfolgeregelung durch die Bunorm Holding übernommen. In den folgenden Jahren steigt die Nachfrage kontinuierlich, so dass entsprechend viele Mitarbeiter eingestellt werden. Ausserdem werden zusätzliche Maschinen installiert und die Liegenschaft der benachbarten Firma Jaisli übernommen. Hier entsteht 2004 eine neue Schlosserei mit dem ersten Schweissroboter. In dieser Zeit werden regelmässig spezielle Projekte verwirklicht. So konnten eine Anlage zur Abdichtung des Autobahntunnels, Teile für die Fassade der Firma Rolex, Bauteile für einen Lift- und Treppenturm in London, eine Transportvorrichtung für die Nutzlastverkleidung der Ariane-Rakete oder zahlreiche Winden für den Bau der Meeresbrücke von Hongkong nach Macao realisiert werden.

Investitionen von sieben Millionen Franken

Inzwischen war die Firma in der Lage, Bauteile bis zu zwölf Metern Länge herzustellen. Durch die getätigten Investitionen waren aber Betriebsabläufe nicht mehr effizient und die Arbeitsplätze stark eingeengt. Um dem Kostendruck, der durch den starken Schweizer Franken noch verstärkt wurde, zu entgegnen, musste die Grossteilebearbeitung zwingend modernisiert werden. Mehr als sieben Millionen Franken investierte die Bunorm AG in ein neues 5-Achs-Portalbearbeitungszentrum und eine 2000 m2 grosse Werkhalle mit Programmierbüros und einer eigenen Anlieferung für Grossteile. Schlussendlich war die Erweiterung der Werkhallen nur möglich, weil die Eltern von Urs Morgenthaler bereit waren, ihr Wohnhaus zu verlassen. Überzeugt von der Notwendigkeit, stellte der Firmengründer das Land für die Firmenerweiterung zur Verfügung und zog mit seiner Frau in eine Wohnung in einem benachbarten Mehrfamilienhaus.

Portalbearbeitungszentrum für Präzision und Effizienz

Mit der Installation des weltweit ersten Portalbearbeitungszentrums DMU 600 P von DMG Mori kann Bunorm jetzt Werkstücke bis 18 Metern Länge und 60 Tonnen Gewicht bearbeiten. Die 41 Meter lange Maschine ermöglicht maximale Präzision bei höchster Dynamik. Sie arbeitet äusserst effizient, unter anderem dank hoher Spindeldrehzahlen und parallelem Rüsten auf drei Tischen. Ein adaptierbarer Teilapparat erlaubt die Bearbeitung von Werkstücken bis zu einem Durchmesser von 3000 mm. Die Werkzeugarena mit Roboterhandlingsystem schafft den Wechsel von Bearbeitungswerkzeugen bis zu 80 kg und einer Länge von 1000 mm. Hohe Produktivität durch kurze Werkzeugwechselzeiten in horizontaler und vertikaler Richtung sind garantiert.

Gleichzeitig konnte auch die Lehrlingsabteilung modernisiert und die Attraktivität der Lehrlingsausbildung erhöht werden. Zudem gewährleistet die optimierte Infrastruktur ein hohes Mass an Flexibilität. Aktuell beschäftigt die Bunorm AG 68 Mitarbeiter, davon elf Lehrlinge in den Berufen Polymechaniker, Produktionsmechaniker und Anlagen- und Apparatebauer. Bereits ein Jahr nach der Gründung begann die Firma mit der Ausbildung von Lehrlingen. Für Bunorm ist neben dem Unternehmergeist des Inhabers das Engagement in den Nachwuchs eine Garantie für das konstante und erfolgreiche Wachstum der Firma. <<

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Redaktorin SMM