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Koordinatenmessgerät Klein und extrem präzise

Redakteur: Anne Richter

>> Mit dem neuen Koordinatenmessgerät Micura liefert Carl Zeiss IMT Spitzenwerte in der Kompaktklasse. Das Messvolumen zählt mit 500 x 500 x 500 Millimetern zu den grössten in dieser Preis-Leistungs-Klasse und auch die Messgenauigkeit von unter einem Mikrometer ist ein Spitzenwert in dieser Klasse. Die Besonderheit hier ist der Vast XT Sensor mit aktiver Scan-Technologie, der in der Lage ist, Oberflächen kontinuierlich abzuscannen.

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In der Klasse ist Micura das leistungsfähigste Koordinatenmessgerät.
In der Klasse ist Micura das leistungsfähigste Koordinatenmessgerät.
(Bild: Zeiss)

ari. Die Bauteile in der industriellen Fertigung werden immer kompakter, die Anforderungen an die Genauigkeit steigen, Wandler oder Verstelleinheiten mit hochgenauen Führungen, Kolben oder Wellen mit kleinsten Toleranzen, aber auch künstliche Hüftgelenke, Zahnräder oder optische Linsen – die meisten dieser Teile sind nicht grösser als eine Faust. Entsprechend wächst der Bedarf in der Qualitätsprüfung nach kleineren Koordinatenmessgeräten, die präzise sind wie ihre grossen Verwandten, aber gleichzeitig einen Preisvorteil bieten. In diese Lücke stösst Micura von Carl Zeiss IMT.

Wegen des kleineren Messvolumens ist das Koordinatenmessgerät (KMG) deutlich günstiger in der Anschaffung. Trotzdem zählt das Messvolumen mit 500 x 500 x 500 Millimetern zu den grössten in dieser Preis-Leistungs-Klasse.

Präzision unter einem Mikrometer

Keine Kompromisse auch bei der Messpräzision: Das Koordinatenmessgerät liefert eine Messgenauigkeit von unter einem Mikrometer, ebenfalls ein Spitzenwert in dieser Klasse. Basis dafür ist der Sensor Vast XT Gold. Ausserdem kann der Sensor nicht nur einzelne Punkte abtasten, er ist auch in der Lage, Oberflächen kontinuierlich abzuscannen, und das mit einer Geschwindigkeit von 200 Messpunkten pro Sekunde.

So lassen sich schnell, präzise und mit einer hohen Aussagekraft neben den geometrischen Grössen auch Form- und Lageparameter wie Rundheit oder Ebenheit in höchster Genauigkeit bestimmen. Damit der Tastkopf das Material dabei möglichst wenig verformt, hat er ein aktives Messkraftsystem, das die Kraft des Tasters auf die Oberfläche immer konstant hält.

Es arbeitet elektrisch-induktiv anstatt mit Federkraft. Solche Leistungsmerkmale waren bisher für kleine Unternehmen und Neueinsteiger in der Qualitätsprüfung unerschwinglich.

Hohe Flexibilität bei der Tastergrösse

Geringe Tastkräfte erlauben kleine Taster. Die kleinste Messkugel ist nur 0,3 Millimeter gross, der Schaft ist 0,2 Millimeter dünn – in dieser Geräteklasse gibt es nichts Kleineres. Beim Anpassen von Tastersystemen an die komplexen Strukturen oder zum Erfassen schwer zugänglicher Merkmale eines Werkstücks zeigt der Vast XT Gold eine weitere Stärke: Tastersysteme dürfen bis 500 Gramm schwer sein.

Die Tasterwechselschnittstelle des Vast XT Gold ermöglicht die Verwendung unterschiedlicher Tastersysteme in Verbindung mit dem als Zubehör erhältlichen Tasterwechselmagazin. Der Wechsel der Tastersysteme ist automatisiert, CNC-fähig und höchst reproduzierbar. Dies sorgt für eine hohe Flexibilität – egal, ob viele unterschiedliche Bauteile gemessen werden oder bei ein und demselben Bauteil verschiedene Tastersysteme zum Einsatz kommen.

Angepasste Scanninggeschwindigkeit

Eine ideale Ergänzung zum Vast Sensor ist die Scanningtechnologie Vast Navigator, die für Micura optional erhältlich ist. Vast Navigator passt die Scanninggeschwindigkeit exakt an geforderten Messaufgaben an – optimale Geschwindigkeit bei garantierter Genauigkeit. An Stellen mit einfacher Kontur und geringeren Ansprüchen an die Präzision bewegt sich Micura schneller, wo hohe Präzision gefordert ist, entsprechend etwas langsamer.

Optimum zwischen Präzision und Geschwindigkeit

Die Software findet damit immer das Optimum zwischen Präzision und Geschwindigkeit, unabhängig von der Erfahrung des Bedieners. Das steigert die Wirtschaftlichkeit des KMGs erheblich. Grosses Augenmerk wurde bei Micura auf die Stabilität und Steifigkeit gelegt. Die Maschine hat keramische Führungen, vierseitige Luftlager sowie eine grosse Lagerbasis für alle bewegten Teile. Je genauer man messen will, umso wichtiger ist es, die Temperatur des Werkstücks und deren Einfluss auf seine Grösse zu kennen und zu korrigieren. Ein Temperaturfühler, der die Werkstücktemperatur erfasst, ist Bestandteil der Micura.

Nutzerfreundlichkeit und einfache Bedienung

Dank eines neu gestalteten und übersichtlichen Bedienpults findet sich das Bedienpersonal an Micura schnell zurecht, auch Betriebe ohne Erfahrung mit Koordinatenmessgeräten können gleich loslegen. Das Pult ist gut zugänglich auf der Rahmenblende platziert, die die Granitplatte vor Umgebungseinflüssen schützt. Das Bedienfeld hat ein Display und zwei Joysticks und erlaubt es, die Maschine auch unabhängig vom Computer zu steuern und zu programmieren. Auf dem Rahmen ist ausserdem genug Platz für Werkzeuge und Zubehör.

Nutzerfreundlichkeit wird auch bei der Messsoftware gross geschrieben: Für Micura gibt es Calypso, dieselbe intuitive Software, die Kunden von Carl Zeiss IMT weltweit auch von anderen Koordinatenmessgeräten kennen.

Präzise Messung kleiner, hochpräziser Teile

Das KMG eignet sich für Produzenten, die sich auf hochpräzise Bauteile mit kleinen Toleranzen spezialisiert haben, wie zum Beispiel Implantate oder Zahnräder. Ideal ist die Maschine sowohl für kleinere und mittelständische Unternehmen in der Zulieferindustrie, die auf Wunsch ihrer Kunden ihre Qualitätsprüfung ausbauen, als auch für Grosskunden in der Serien- oder Prototypenfertigung, die kleine Teile besonders präzise messen müssen. Weltweit steigen die Ansprüche der Kunden an die Fertigungsqualität und damit auch an die Qualitätsprüfung; die Lieferanten müssen eine adäquate Fertigungsbegleitung nachweisen. <<

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