Swissmechanic-Wirtschaftsbarometer KMU-MEM haben die Talsohle durchschritten

Redakteur: Anne Richter

Der Swissmechanic-Wirtschaftsbarometer vom Mai 2021 zeigt ein insgesamt erfreuliches Bild: Die KMU der MEM-Branche sehen das Licht am Ende des Tunnels. In fast allen Bereichen sind klare Entspannungstendenzen zu erkennen. Sorgen bereiten derzeit allerdings die Unterbrüche in den Lieferketten.

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Der Swissmechanic-Wirtschaftsbarometer zeigt Entspannungstendenzen bei Auftragseingängen, Umsätzen und Kapazitätsauslastung. Einzig die Unterbrüche in den Lieferketten bereiten Sorgen.
Der Swissmechanic-Wirtschaftsbarometer zeigt Entspannungstendenzen bei Auftragseingängen, Umsätzen und Kapazitätsauslastung. Einzig die Unterbrüche in den Lieferketten bereiten Sorgen.
(Bild: Suphanat)

Die MEM-Branche ist immer noch mit beträchtlichen Herausforderungen konfrontiert, die Situation hat sich aber im ersten Jahresviertel insgesamt verbessert. Dies zeigt die im April 2021 bei mehr als 200 Swissmechanic-Mitgliedsunternehmen durchgeführte Befragung. Gemäss den befragten Unternehmen ist das Geschäftsklima im April 2021 klar freundlicher als im Januar: Fast die Hälfte schätzt die Lage mittlerweile als günstig ein. Das ist das beste Ergebnis seit Juli 2019. Bei den Herausforderungen hat der Auftragsmangel an Bedeutung verloren, Lieferketten und Materialbeschaffung haben hingegen dazugewonnen.

Klare Entspannungstendenzen

Im ersten Quartal 2021 hat sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal verbessert. Beim Umsatz ist eine Stabilisierung erkennbar. Die Exporte – welche das erste Mal wieder im Plus lagen – bestätigen dieses Bild. Diese positive Entwicklung spiegelt sich in der Kapazitätsauslastung wider, welche im April 2021 mit 85 Prozent bereits wieder den Vor-Covid-Wert erreicht hat.

Im Personalbereich (Ausfälle, Entlassungen, Kurzarbeit) deutet sich ebenfalls eine Wende an, die jedoch typischerweise zögerlicher vonstattengeht. Umso bemerkenswerter ist laut Jürg Marti, Direktor Swissmechanic Schweiz, die Entwicklung im Bereich der beruflichen Grundbildung: «Der Lehrstellenmarkt ist – nicht zuletzt dank dem Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen – relativ krisenresistent. Im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der neu abgeschlos­senen Lehrverträge in den MEM-Berufen Automatiker, Automatikmonteur, Polymechaniker und Produktionsmechaniker zwar nicht ganz so hoch wie 2019, aber – bis auf die Polymechaniker – höher als 2018.»

Die Ausnahme von der positiven Grundtendenz ist, dass es in den Lieferketten momentan kräftig knirscht. Die Branche spürt die globalen Kapazitätsengpässe im Frachthandel und meldet Engpässe bei der Verfügbarkeit von Vorleistungen wie beispielsweise Rohmaterialien und Mikrochips. Die Unterbrüche haben gemäss den befragten KMU wieder das Niveau von April 2020 erreicht. Verantwortlich sind aber weniger Restriktionen in der Schweiz, sondern vielmehr konjunkturelle Aufhol­effekte und globale Verschiebungen in Konsum- und Produktionsmustern. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kam die Suez-Havarie hinzu, welche aber mittlerweile behoben ist.

Trotz der Herausforderungen im Supply-Chain-Bereich ist davon auszugehen, dass die Konjunktur der MEM-Branche 2021 zunehmend Fahrt aufnehmen wird. Für das zweite Quartal erwarten die befragten KMU eine starke Steigerung der Aufträge und Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal, wobei hier Aufholeffekte eine wichtige Rolle spielen. -ari- SMM

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