Euroblech 2014: Trennen und Verbinden Kombiniert, flexibel und dazu massgeschneidert

Redakteur: Luca Meister

>> Der Leichtbau hat mit der Etablierung neuer Werkstoffe neue Verbindungs- und Trennverfahren hervorgebracht. Während beim Verbinden eher Gesamtsysteme mit Individualcharakter im Trendfokus stehen, sind es beim Trennen die Anwendung kombinierter Technologien und maximale gestalterische Flexibilität.

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(SMM)

Der steigende Einsatz von Verbundwerkstoffen oder Legierungen aus Aluminium und Titan hat in den letzten Jahren ökonomische Trenn- und Verbindungsverfahren zu unverzichtbaren Technologien für die Blechbearbeitung werden lassen. Moderne, in Multi-Material-Bauweise ausgeführte Karosserien haben nicht nur neue Schweiss- und Klebeverfahren hervorgebracht, sondern auch Trenntechnologien, wie zum Beispiel das Wasserstrahlschneiden, in ihrer Entwicklung gefördert. Gerade bei der Mischbauweise punktet der Wasserstrahl dank seiner diesbezüglich überragenden Eigenschaften. Allgemein ist der Trennbereich immer noch auf Kurs in Richtung automatisierte Anlagen, die mehrere Bearbeitungstechnologien anwenden können. Gleichzeitig wird neben den immer verblüffenderen Möglichkeiten im Mikrobereich auch die Komponentengestaltung mit dem Einsatz moderner Software-Tools immer flexibler.

Flexible Gesamtlösungen

Sowohl beim Verbinden als auch beim Trennen werden Gesamtangebote, die umfassende Serviceleistungen beinhalten, immer gefragter. Es sind zunehmend «Verbindungslösungen», «Komplettsysteme» oder «Schweisspakete», jeweils inklusive Zubehör, Schulung und Wartung und so weiter, die sogenannte «Entwicklungspartner» oder «Komplettanbieter» zur Verfügung stellen. Im Vordergrund steht dabei Produktionseffizienz: Die Systeme bieten immer schnellere Bearbeitungsprozesse, sind einfacher in der Bedienung und an individuelle Kundenwünsche massgeschneidert anpassbar. Robert Stöckl, Vorstand Vertrieb der EWM AG, geht dieser Entwicklung auf den Grund: «Ein wichtiger Trend in der Schweisstechnik ist, sowohl für den Metallbau als auch für die industrielle Fertigung, die ganzheitliche Betrachtung des Schweissprozesses. Dieser reicht von der Nahtvorbereitung bis zur Nacharbeit und beinhaltet nicht nur die Auswahl der Schweissgeräte, sondern beispielsweise auch der Brenner, Schweisszusatzwerkstoffe und -gase. Es geht zunehmend nicht nur um die Performance einer einzelnen Komponente, sondern um die generelle Effizienz von schweisstechnischen Lösungen. Das Zusammenwirken der gesamten für den Fügeprozess relevanten Prozesskette ist schlussendlich für den Anwender entscheidend.»

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Gleichzeitig besteht offensichtlich eine steigende Nachfrage nach Flexibilität in puncto Bearbeitungsverfahren. Igor Mikulina, Geschäftsführer der Microstep Europa GmbH: «Unsere Kunden stehen zunehmend vor der Herausforderung, bei immer kleineren Losgrössen gleichzeitig immer variantenreicher produzieren zu müssen. Um diesen Spagat zu meistern, ist grösstmögliche Flexibilität in der Fertigung ein entscheidender Faktor. Diesen Trend haben wir früh erkannt: Was unsere Schneidanlagen daher besonders auszeichnet, ist der hohe Grad an möglicher Multifunktionalität. Je nach Bedarf können verschiedenste Bearbeitungstechnologien vollautomatisch kombiniert werden: Schneiden von präzisen Löchern und Konturen, Anarbeiten von Schweissnahtvorbereitungen sowie Bohren, Senken, Gewinden, Markieren und Körnen. Und das alles mit höchster Qualität bei Blechen, Rohren, Profilen und Behälterböden.»

Auflösung von Schnittstellen

Aus Gründen der Dokumentation und Qualitätskontrolle entstand darüber hinaus ein wachsender Bedarf an Nachverfolgbarkeit der einzelnen Produktionsschritte. Denn Abläufe können am besten optimiert werden, wenn verlässlich aufgezeichnete Daten zur Verfügung stehen. Diese Art von Digitalisierung beschleunigt zusätzlich die schon stattfindende und immer weiter vordringende Verschmelzung von Hardware und Software. Harald Langeder, Leiter Forschung & Entwicklung der Sparte «Perfect Welding» bei der Fronius International GmbH, sagt dazu: «Der Trend in Richtung kürzere Produktlebenszyklen, grössere Produktvielfalt, höhere Flexibilität und rasche Anpassungsfähigkeit verlangt perfekte und automatisierte Interaktivität zwischen Prozessgerät und Roboter. Die bisherigen Schnittstellen werden sich ineinander vermischen und teilweise zur Gänze auflösen, die Sprachen sich vereinheitlichen und man wird als Anwender das Prozessgerät und den Roboter als eins wahrnehmen.»

Ausgeklügelte Spezialverfahren

Eine schon länger existierende und immer noch relevante Tendenz ist die Herausbildung ausgeklügelter Spezialverfahren. Gerade die Schweisstechnik demonstriert eine fortlaufende Diversifizierung von Spezialprozessen, die beispielsweise durch höhere Abschmelzleistungen, geringere Wärmeeinträge respektive Energieverbrauch bestechen. Eine andere Devise der Schweissstromquellenhersteller lautet immer weniger Spritzer und immer mehr Mobilität.

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