Interview, GF Machining Solutions Made in Switzerland ist Unternehmensstrategie

Redakteur: Matthias Böhm

Das Portfolio von GF Machining Solutions reicht von Fräsen, Erodieren, Lasertexturieren, Automatisierungslösungen bis hin zum kompetenten Kundendienst. Seit über 100 Jahren in der MEM-Branche präsent und seit Anfang dieses Jahres mit dem neuen Namen auf dem Markt. Wir sprachen mit Thomas Bachmann, Head of Marketing Support bei GF Machining Solutions International SA, über die Namensänderung, Zukunftsaussichten und die bevorstehende Prodex.

Firmen zum Thema

«GF Machining Solutions ist der richtige Partner für effiziente Kundenlösungen im Maschinen- sowie Customer-Service-Business.» Thomas Bachmann, GF Machining Solutions International SA.
«GF Machining Solutions ist der richtige Partner für effiziente Kundenlösungen im Maschinen- sowie Customer-Service-Business.» Thomas Bachmann, GF Machining Solutions International SA.
(GF Machining Solutions)

Herr Bachmann, wer ist GF Machining Solutions? Der Name GF AgieCharmilles war doch in der MEM-Branche gut verankert.

Thomas Bachmann: Es stimmt zwar, dass der Name GF AgieCharmilles sehr gut bekannt ist, allerdings wird er allgemein nur mit EDM, also dem Erodieren, in Verbindung gebracht. Es gab zwei Gründe für die Namensänderung. Wir wollten ein Dach finden, um den Kunden unsere gesamte Bandbreite aufzuzeigen – und dazu gehören beispielsweise auch unsere Fräs-, Laser- und Automatisierungslösungen. Deshalb hat sich die Firma für den bereichsübergreifenden Namen GF Machining Solutions entschieden. Der zweite Grund für die Namensänderung war, dass eine klare Information an den Markt seitens GF gegeben wird. Er soll darstellen, dass der Georg-Fischer-Konzern aus drei Divisionen besteht: GF Piping Systems, GF Automotive und eben GF Machining Solutions.

Sie sagten uns, dass die Namensänderung eine Bündelung des Know-hows ist. Welche Bereiche beinhaltet diese Division?

Thomas Bachmann: In der Division GF Machining Solutions sind folgende Kompetenzträger zusammengeschlossen: Erosion und Laser mit AgieCharmilles, Fräsen mit Mikron, Automation mit System 3R, Werkzeugspindeln mit Step-Tec sowie Customer Services mit AgieCharmilles. Uns geht es darum, dass wir zusammen mit dem Kunden die passendste Lösung finden. Das kann Fräsen oder Erodieren oder auch eine Kombination aus beiden Technologien sein. Gleichzeitig bieten wir je nach Bedarf Automatisierungslösungen und das gesamte Tooling an. Es geht dabei um Gesamtlösungen und den Gesamtprozess, von der Maschine über die Applikation bis hin zu den Verbrauchsmaterialien. Wir wollen dem Kunden helfen, seinen gesamten Prozess zu optimieren – und dafür braucht er nur einen Ansprechpartner.

Bildergalerie

Die Geschichte beim Fräsen begann 1908, also vor über hundert Jahren, beim Erodieren begann es 1950. Für einen Werkzeugmaschinenbauer eine lange Zeit. Wie sehen Sie GF Machining Solutions heute und in Zukunft aufgestellt?

Thomas Bachmann: Heute hat keiner unserer Mitbewerber beide Technologien wie wir, also Fräsen und Erodieren. Wir bieten 5-Achs-Bearbeitungsmaschinen genauso wie Erodiermaschinen inklusive Automatisierungslösung aus eigenem Hause an – angepasst selbstverständlich an die Bedürfnisse des Kunden. Zusätzlich unterscheiden wir uns von den Mitbewerbern durch unseren Service. Dieses umfassende Angebot können wir weltweit über unser Netzwerk unseren Kunden anbieten – auch bei global tätigen Firmen. Damit sind wir heute bestens aufgestellt. In der Zukunft wird sicher die Wichtigkeit der Lasertechnologie im Unternehmen und im Markt zunehmen. Da haben wir mit unserem eigenen Lasermaschinenkonzept und -programm die Wege vorbereitet. Über unser Portfolio können wir dem Kunden zielgerichtet die beste Technologie anbieten. In Zukunft wird sich dies noch verstärken, indem wir segmentspezifisch Maschinen- und Dienstleistungslösungen anbieten können. Ein Beispiel für die Luftfahrtindustrie: Wir haben für das Schneiden der hochpräzisen Verbindungselemente zwischen der Welle und den Schaufelblättern eine spezifische Erodiermaschine entwickelt. Diese fertigt die funktionale Tannenbaumform wirtschaftlicher als vorhergehende Technologie. Im Fräsen haben wir mit dem Kauf der Firma Liechti auch einen Schritt in diese Richtung getätigt. Das Unternehmen ist Branchenleader beim Bau von komplexen auf Strömungsteile ausgerichteten Maschinen.

Welche Bedeutung haben Made in Switzerland und der Werkplatz Schweiz für GF Machining Solutions?

Thomas Bachmann: Made in Switzerland ist für uns, neben der globalen Ausrichtung, ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Wir arbeiten täglich an der Bewahrung dieses Qualitätsbekenntnisses.

Wie jede Schweizer Firma sind wir auf dem Werkplatz Schweiz mit hohen Kosten und starkem Franken konfrontiert. Wir setzen dieser schlechteren Ausgangslage höhere Produktivität entgegen. Dies beinhaltet die professionelle und optimierte Ausführung sowie die Konzentration auf die eigene Kernkompetenz – dies mit motivierten Fachkräften und Investitionen in den Nachwuchs.

(ID:42902915)