Medtech-Konjunktur

Medtech-Branche braucht neue Strategien

| Redakteur: Susanne Reinshagen

Gemäss einer Studie von EY (Ernst & Young)entscheiden immer häufiger Manager statt Ärzte über den Kauf von Medizintechnik. Die Branche muss daher ihre Produkte stärker differenzieren und deren Wert klarer herausarbeiten.
Gemäss einer Studie von EY (Ernst & Young)entscheiden immer häufiger Manager statt Ärzte über den Kauf von Medizintechnik. Die Branche muss daher ihre Produkte stärker differenzieren und deren Wert klarer herausarbeiten. (Bild: Siemens Pressebild)

Die Medtech-Unternehmen in den USA und Europa sind 2013 erneut auf eher tiefem Niveau gewachsen. Die Umsätze stiegen um 4 Prozent auf 336 Milliarden US Dollar, wie eine aktuelle Auswertung von EY (Ernst & Young) ergab. Stärker war das Wachstum bei den Forschungsausgaben, die um 7 Prozent auf 13,5 Milliarden US Dollar anstiegen. Eine Befragung von 165 Unternehmen der Branche durch EY ergab weiter, dass immer häufiger Manager statt Ärzte über den Kauf von Medizintechnik entscheiden. Die Branche muss daher ihre Produkte stärker differenzieren und deren Wert klarer herausarbeiten.

Die börsenkotierten Medtech-Unternehmen in den USA und Europa verzeichneten 2013 ein moderates Umsatzwachstum von 4 Prozent auf 336 Milliarden US-Dollar. Damit liegt der Umsatzzuwachs in den Vorjahresregionen und weiterhin erheblich unter den vor der globalen Finanzkrise verzeichneten Raten. Die Branche hat seit 2008 das früher oft zweistellige Wachstum nie mehr erreichen können. Die Steigerung der Forschungsausgaben ist allerdings als positives Zeichen zu werten.

Fusionen und Übernahmen stark angestiegen

Deutlich zugenommen haben die M&A-Aktivitäten in der Branche: In dem im Juni 2014 endenden Zwölfmonatszeitraum stieg der Gesamtwert von Fusionen und Übernahmen von US-amerikanischen und europäischen Medtech-Unternehmen um 135 Prozent auf 85,6 Milliarden US-Dollar. Der Wert aller fusionierten Unternehmensteile stieg vor allem in Europa stark an.

Dabei konzentrierten sich die Medtech-Unternehmen auf Akquisitionen, mit denen sie ihr Know-how für einzelne Krankheiten erweitern oder ihre Präsenz in bestimmten Regionen verstärken, wie zum Beispiel in den wachstumsstarken Schwellenländern. «Eine Fokussierung und ein aktiveres Portfoliomanagement ist angesichts des wachsenden Preisdrucks von Seiten der Besteller und komplexerer Zulassungsverfahren eine sinnvolle Strategie», erläutert Patrick Flochel, der in Zürich domizilierte Global Life Sciences Leader von EY.

Finanzierung in USA einfacher

Massiv gestiegen ist zwischen Juli 2013 und Juni 2014 die Zahl der Börsengänge von Medtech-Unternehmen: Sie erreichte den höchsten Stand der letzten Jahre. Insgesamt 31 Unternehmen wurden in diesen 12 Monaten in den USA und Europa an die Börse gebracht, das Emissionsvolumen betrug 1,5 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 600 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum und einer Höhe, wie sie in den letzten 15 Jahren nur zwei mal erreicht wurde. Zudem bleibt das IPO-Fenster auch für die kommende Zeit weit geöffnet, in Europa herrscht noch Nachholbedarf.

Die Medizintechnik-Unternehmen beschafften sich zwischen Juli 2013 und Juni 2014 Kapital in Höhe von 27,3 Milliarden US-Dollar. 71 Prozent des Finanzierungsvolumens stammte dabei aus Fremdkapitaltransaktionen. Dies entspricht zwar einem Rückgang von 14 Prozent im Vorjahresvergleich, stellt aber dennoch die zweitgrösste Kapitalbeschaffung seit 2008 dar. Der Grossteil der Finanzierungen entfiel mit 22,2 Milliarden US-Dollar auf US-Unternehmen. Die Risikokapitalinvestitionen blieben mit 4,4 Milliarden US-Dollar in etwa auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums (4,2 Milliarden). Dies war zum Teil auf höhere Investitionen von Unternehmen und strategischen Anlegern zurückzuführen.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43016776 / Konjunktur & Bilanzen)