Fertigungszeiten reduzieren

Mehr Wettbewerbsfähigkeit dank Gegenspindel

| Autor / Redakteur: Manfred Lerch / Anne Richter

Eine der Grundvoraussetzungen bei der Investition war die Gegenspindel, um die Senkwerkzeuge in einer Aufspannung komplett zu bearbeiten.
Eine der Grundvoraussetzungen bei der Investition war die Gegenspindel, um die Senkwerkzeuge in einer Aufspannung komplett zu bearbeiten. (Bild: Spinner)

Dürr Präzisionswerkzeuge gehört im Bereich Senkwerkzeuge zu den Marktführern und zerspant legierte Werkzeugstähle. Die Marktpreise zwingen zu einer wirtschaftlichen Fertigung. Mit einer Drehzelle TTS65-Duplex von Spinner konnten die Fertigungszeiten um 12 Prozent reduziert werden.

Senkwerkzeuge werden bei der Dürr Präzisionswerkzeuge GmbH in Öhringen in Baden-Württemberg von der Stange, aus HSS nach Zeichnungsvorgabe mit einem gewissen Aufmass gedreht und anschliessend nach dem Härten fertig bearbeitet. Mit den Losgrössen von maximal 1000 Stück ist das kein ungewöhnlicher Prozess. In Öhringen verfügt man so mittlerweile über eine Fertigungstiefe (ausser dem Härten und Beschichten) von 95 Prozent.

Ein Problem lag bislang darin, dass der Aussendurchmesser des Einspannschafts der Senkwerkzeuge auf der Hauptspindel gedreht wurde.

Um den Kegel anschliessend in der Länge und plan zu drehen, musste das Werkstück per Hand umgespannt werden. Eine Vorgehensweise, die für Geschäftsführer Wilhelm Marx nicht länger akzeptabel war: «Zunächst ist es so, dass wir eine Mehrmaschinenbedienung haben. Das Umspannen per Hand hat den Mitarbeiter an dieser Maschine aber unverhältnismässig hoch gefordert. Zudem, und das erscheint mir noch wichtiger, kommt es bei unseren Stückzeiten tatsächlich auf die Sekunde an, denn die Preise, die am Markt bezahlt werden, zwingen uns im Cent-Bereich hochproduktiv und wirtschaftlich zu fertigen. Das ist nur möglich, wenn wir diese Werkstücke in einer Aufspannung komplett bearbeiten. Unsere alte Drehmaschine für dieses Werkzeugsegment war zwar mechanisch noch in Ordnung, die Elektronik aber sehr störungsanfällig. Und die Maschine war ohne Gegenspindel. Die neue Maschine musste deshalb also nicht nur die Grundvoraussetzungen wie langlebig, zuverlässig und wirtschaftlich erfüllen, sondern auch unbedingt über eine Gegenspindel verfügen.»

Nun sind die Ansprüche, die man in Öhringen an neue Maschinen hat, nicht ganz so lapidar, wie das zunächst klingen mag. Einerseits dimensioniert man Maschinen wegen der Bearbeitung von HSS und der damit verbundenen hohen Zugfestigkeit immer eine Nummer grösser und stellt so auch Maschinenkonzepte auf den Prüfstand. Auch deshalb steht man angebotenen Maschinen häufig sehr kritisch gegenüber, weil es eben doch einen Unterschied macht, ob man Buntmetalle, einen C45 oder legierte Werkzeugstähle zerspant. Andererseits musste für die Verantwortlichen bei Dürr bei der neuen Maschine aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen.

Eine Reduzierung der Fertigungszeiten von bis zu 12 Prozent

Entschieden hat man sich nach intensiver Recherche für die Spinner-Drehmaschine TTS65-Duplex zur Verarbeitung von Stangenmaterial. Gründe dafür waren neben dem erwähnten Preis-Leistungs-Verhältnis unter anderem der Service und – auf Grund der Platzprobleme – die Abmessungen der Maschine. Nach Auskunft von Wilhelm Marx bauen vergleichbare Maschinen bis zu zirka 1000 mm länger als die TTS65-Duplex. Ein weiteres Entscheidungskriterium war allerdings die Philosophie, dass man ausschliesslich bei Herstellern innerhalb Europas investiert. Seit Juni 2015 ist die Maschine nun im Einsatz. Obwohl für einen Stangen-Durchlass von 65 mm ausgelegt, werden damit nur die Durchmesser 23 bis 32 mm bearbeitet. Für diese Grössenordnung, so Wilhelm Marx, ist die Maschine in sich so steif und stabil, dass sie das Pensum problemlos bewältigt.

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