Swissmem-Symposium

MEM-Industrie gefordert

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«do or buy»

In welche Richtung ein international ausgerichtetes Unternehmen wie ABB bei der aktuellen Frankenstärke denkt, wurde seitens Oliver Riemenschneider, ABB Turbosystems AG (Baden), klar zum Ausdruck gegeben: Der starke Schweizer Franken stelle ABB Turbosystems pointiert vor die Fragen «do or buy» und welche Wertschöpfungsanteile in der Schweiz zu platzieren sind.

Wichtig sei, konkret zu eruieren, wie die Stärken des Standortes Schweiz im Rahmen der aktuellen finanzwirtschaftlichen Lage genutzt und ausgespielt werden könnten. Die Antwort sei ein Programm zur Steigerung der Produktivität auf allen Ebenen, welches sich auch am Kundennutzen der ABB-Produkte – in diesem Fall Turbolader für Mittel- und Grossmotoren – misst. Konkret heisst das, dass es ABB Turbosystems gelungen ist, die Turbolader-Kosten pro Motoren-kW um 30 % zu reduzieren. Gleichwohl müssen sich ABB aber auch beim Einkauf ggf. umorientieren und die Stärke des Schweizer Franken nutzbringend investieren.

Schweizer Zulieferer spüren Druck aus Europa

Für Schweizer Zulieferer, die grösstenteils nicht Swissmem-Mitglieder, sondern mehrheitlich dem Swissmechanik-Verband zugehörig sind, müssen bei solchen Aussagen die Alarmglocken klingen. Für die Schweizer Zulieferunternehmen heisst das: Sie müssen sich zu 100 % auf Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren, auch als Zulieferer von Schweizer OEMs, wo der Wechselkurs auf den ersten Blick keine Rolle spielen sollte. Doch durch die aktuell günstigere Konkurrenz aus Europa sind diese Unternehmen erheblich gefordert.

Wo steht die Wirtschaft aktuell?

Praktisch alle Schweizer MEM-Unternehmen müssen sich somit strategisch fit machen, um am Weltmarkt und am Binnenmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Solche Unterfangen bewerkstelligt man am besten dann, wenn die Wirtschaft nicht auf vollen Touren läuft und die Aufträge zurückgehen. Apropos wirtschaftliche Entwicklung: Hier brachte Peter Meier, USP-Consulting, Licht ins Dunkel. Generell sagte er, sei es zwar schwierig, eine allgemeine Vorhersage für die gesamte MEM-Branche zu machen. Allerdings könne man davon ausgehen, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage sich vor einem Tiefpunkt befände, der in etwa 6–12 Monaten erreicht sei. Anschliessend sei mit einer Erholung der Wirtschaft zu rechnen und mit einem Aufschwung, der voraussichtlich bis 2015 dauern werde, wenn sich die 3–5 Jahres-Zyklen ähnlich verhalten wie in den vergangenen Jahrzehnten.

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