Suchen

Swissmem-Symposium MEM-Industrie gefordert

| Redakteur: Matthias Böhm

>> Reshoring, Strategieentwicklung, Asien, Innovationen und ein Blick in die Zukunft waren Themen des 10. Swissmem-Symposiums. Das Wichtigste in Kürze: Die Schweizer MEM-Industrie muss kämpfen, was nicht zuletzt am starken Schweizer Franken liegt. Und: Der Franken wird eher noch stärker werden. Darauf muss sich die Schweizer Industrie einstellen. Wie Unternehmen reagieren können, war unter anderem Thema des Swissmem-Symposiums in Zürich, das von SF-Moderator Reto Lipp geleitet wurde.

Firmen zum Thema

Wie geht es weiter in der Schweizer MEM-Industrie. U.a. wurde dieses Thema seitens Referenten und Besuchern intensiv diskutiert. V.l.n.r.: Christoph Blättler (Fachgruppenleiter Swissmem), Oliver Riemenschneider (Vice President, ABB Turbo Systems Ltd), Prof. Reimund Neugebauer (Direktor, Fraunhofer IWU), Reto Lipp (Moderator, SF Schweizer Fernsehen), Hans Hess (Präsident Swissmem).
Wie geht es weiter in der Schweizer MEM-Industrie. U.a. wurde dieses Thema seitens Referenten und Besuchern intensiv diskutiert. V.l.n.r.: Christoph Blättler (Fachgruppenleiter Swissmem), Oliver Riemenschneider (Vice President, ABB Turbo Systems Ltd), Prof. Reimund Neugebauer (Direktor, Fraunhofer IWU), Reto Lipp (Moderator, SF Schweizer Fernsehen), Hans Hess (Präsident Swissmem).
(Bild: Markus Senn)

Der starke Franken ist das Beste, was der MEM-Industrie passieren könne, hiess es u.a. am 10. Swissmem-Symposium in Zürich Ende August. Die Rolle des starken Schweizer Frankens zog sich durch die gesamte Vortragsreihe des 10. Swissmem-Symposiums. Dass der Schweizer Franken thematisiert würde bei einem Swissmem-Symposium, ist unumgänglich, wenn man sich die exportorientierten MEM-Unternehmen vor Augen hält. Dass aber die Stärke des Schweizer Frankens derart unterschiedlich bewertet werden kann, wie von verschiedenen Vortragenden getan wurde, ist ungewöhnlich, aber interessant.

Hans Hess, Präsident Swissmem, bewertet den starken Schweizer Franken als erhebliche Belastung für die Schweizer Industrie. H. Hess machte dies anhand verschiedener Statistiken klar, dass die Margen sinken und die Auftragslage zurückgeht. Grundtenor: Der Schweizer Franken belastet die Schweizer MEM-Industrie und nicht zuletzt die Gesamtwirtschaft der Schweiz. Aber es gab auch eine dezidiert andere Position.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 36 Bildern

Effizienzsteigerung dankstarkem Schweizer Franken

Die diametral entgegengesetzte Sichtweise zu H. Hess präsentierte Ignaz Furger von Furger and Partner Inc. Strategy Development: Er zitierte einen Industriellen, dessen Aussage provokativ scheint: «Der starke Schweizer Franken ist das Beste, was der Schweizer Industrie passieren könne.» War es bereits zuvor im mit 200 Personen voll besetzten Saal schon ruhig, dann wurde es spätestens nach diesem Zitat ganz still.

I. Furger, Strategieexperte und Berater grosser Konzerne, versuchte die These zu erläutern. Seiner Ansicht nach seien Schweizer MEM-Unternehmen aufgrund des schwachen Euros enorm gefordert. Das heisst sie müssen agieren, wenn sie nicht vom Markt verschwinden wollen. Genau hier sieht Furger das positive Wirkpotential des Schweizer Frankens: Die Schweizer MEM-Unternehmen kommen gar nicht drum herum, auf Innovation, Prozessoptimierung und Strategie-Änderungen zu setzen, wollten sie am Standort Schweiz überleben. Seiner Aussage nach sei das strategische Know-how in vielen Unternehmen noch längst nicht ausgeschöpft und hier stecke einiges an Potential, aber das müsse man aktivieren. Die aktuellen Rahmenbedingungen bringen die Unternehmen in entsprechenden Zugzwang, ihre Effizienz erheblich zu steigern, nicht um zehn, sondern um 30 Prozentpunkte. Das verschaffe letztendlich dem Standort Schweiz und der MEM-Industrie in der Zukunft enorme Vorteile.

(ID:35443320)