Swissmem-Symposium

MEM-Industrie gefordert

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WZM: China normalisiert sich

Bezüglich der Werkzeugmaschinenindustrie machte P. Meier auf eine interessante Entwicklung in China aufmerksam. China, das derzeit zu einem ganz erheblichen Teil die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen erhöht, komme demnächst in einen Sättigungsbereich, den die westlichen Länder seit langem erreicht haben. Dieser Sättigungsbereich läge zwischen 25–45 Werkzeugmaschinen-Dollar pro Einwohner.

Diese WZM-Sättigung wird China (aktuell bei 20 $ / Einwohner) demnächst erreichen und es ist zu erwarten, dass der WZM-Verbrauch in China nicht mehr überproportional wachsen, sondern sich normalisieren wird. Hierauf müsse sich die Branche einstellen und könne nicht erwarten, dass die restlichen BRICS-Staaten (Russland, Indien, Brasilien) die «Lücke» füllen könnten.

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Asien: andere Wirtschafts-strategien

Apropos Asien: Urs Schöttli – Asienexperte – geht von einer weiteren Schwergewichtsverlagerung in der Weltwirtschaft in Richtung Asien aus. Dazu trügen konjunkturelle und strukturelle Wachstumsschwächen in den westlichen Industriestaaten ebenso wie makroökonomische und ordnungspolitische Quantensprünge in den aufstrebenden asiatischen Mächten bei.

Eine Besonderheit sieht U. Schöttli in der ostasiatischen Wirtschaftsordnung: Ostasien pflege unter dem Einfluss des Konfuzianismus eine merkantilistische, staatsorientierte Wirtschaftsordnung, die im Widerspruch zum Freihandel stehe und die auf die Akkumulation von Reichtum und Ressourcen fokussiert sei. Zentral ist die nationalstaatliche Kontrolle von Rohstoffen, Handelsstrassen und Energieträgern. Diese Haltung stellt die westlichen Strategien beim Supply Chain Management vor neue Herausforderungen. Unter anderem würden Vorratshaltung und Diversifikation neues Gewicht erhalten.

Doch nochmals zurück zu Wirtschaftlichkeit westlicher Staaten. Hier machte der Vortrag von Harry C. Moser, Reshoring Initiative, Kildeer, USA, und Kenner der Schweizer Industrie. Mut, sich auf die Kernkompetenzen zu verlassen und die Schweizer Stärken voll auszuschöpfen. Denn nicht immer sei es wirtschaftlich, Produktionsprozesse auszulagern, zumal die Produktionskosten in den Schwellenländern sich kontinuierlich erhöhen. Auch Kriterien wie Qualität, Lieferfähigkeit, Prozesssicherheit sind in Niedriglohnländern schwieriger auf hohem Niveau zu garantieren als beispielsweise in der Schweiz. Würde man alle Prozesskosten berücksichtigen, dann sind Hochlohnstandorte in vielen Industriesegmenten hochgradig konkurrenzfähig, man müsse es aber richtig anpacken.

Unmögliches denken undrealisieren

Wie das konkret aussehen kann, zeigte Prof. Reimund Neugebauer (Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, D-Chemnitz) auf. Innovationen sind der Motor für Fortschritt. Sie führen zu Marktvorteilen im internationalen Wettbewerb und sichern nachhaltig den Unternehmenserfolg. Die Motivation für Innovationen liegt in den gegebenen Bedingungen und in dem damit verbundenen Zwang oder Wunsch zur Optimierung und Weiterentwicklung. Eine solche Bedingung mit hohem Stellenwert für produzierende Unternehmen ist die Ressourcenverfügbarkeit. Die aus der weltweiten Ressourcenverteilung resultierende begrenzte Verfügbarkeit führt dazu, dass das Design von Produkten überarbeitet und Produktionsabläufe neu gestaltet werden, um beispielsweise Kosten zu minimieren und die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu verringern.

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