Koordinatenmessen Messmaschine für mittelgrosse kubische Teile

Redakteur: Anne Richter

>> Die Daetwyler Industries AG hat in ein neues Koordinatenmessgerät zur Vermessung mittelgrosser kubischer Bauteile investiert. Mit dem Mitutoyo KMG können Teile bis zu einem Gewicht von vier Tonnen und einer Länge von vier Metern mit einer Genauigkeit von fünf Mikrometern vermessen werden.

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Das Mitutoyo-Koordinatenmessgerät zum Vermessen mittelgrosser kubischer Teile.
Das Mitutoyo-Koordinatenmessgerät zum Vermessen mittelgrosser kubischer Teile.
(Bild: Anne Richter, SMM)

Ob Wasserstrahlanlagen, Bearbeitungszentren oder Druckmaschinen – seit Jahrzehnten baut Daetwyler Industries hochpräzise Maschinen für verschiedene Branchen. Als Präzisionsmaschinenbauer stellt das Unternehmen auch die entsprechenden Anforderungen an die Messtechnik bezüglich Genauigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit.

Koordinatenmessmaschine für mittelgrosse Bauteile

Aufgrund strategischer Neuausrichtung bei MDC Daetwyler auf die Produktion mittelgrosser und grosser kubischer Teile war eine Investition in eine grössere Messmaschine unumgänglich: «Für die Vermessung dieser mittelgrossen Teil war unsere alte Messmaschine einfach zu klein», erklärt Othmar Walser, Teamleiter Kontrolle bei Daetwyler. Ausserdem entsprachen die Möglichkeiten der Steuerung und Programmierbarkeit nicht mehr den heutigen Bedürfnissen.

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So führte das Unternehmen eine Evaluierung für eine neue Messmaschine für mittelgrosse kubische Bauteile durch. Entschieden hat man sich für eine CNC-gesteuerte Koordinatenmessmaschine Mitutoyo Crysta Apex C1600 für Bauteile mit maximalen Dimensionen von 1605 mm x 4005 mm x 1205 mm und einem maximalen Werkstückgewicht von vier Tonnen.

Genauigkeit von fünf Mikrometern

Wichtigstes Entscheidungskriterium war die Genauigkeit. Bei einer Fertigung mit Form- und Lagetoleranzen von weniger als zwei Millimetern und geplanter durchgängig klimatisierter Fertigung werden entsprechende Anforderungen an die Genauigkeiten der Messmaschine gestellt. So müssen im Grossbereich für den Werkzeugmaschinenbau und dem Fahrzeugbau fünf Mikrometer nachgewiesen werden können.

Doch nicht nur die Genauigkeit der Maschine hat den Ausschlag gegeben. Die aufgestellte Maschine ist eine Sonderanfertigung – angepasst an die Bedürfnisse bei Daetwyler. Aufgrund der geringen Höhe des Messraumes wurde auch die Höhe der Maschine ohne Einschränkung der Messleistung entsprechend verringert. «Schlussendlich hat uns aber das Gesamtpaket überzeugt», fasst O. Walser die Entscheidung zusammen und ergänzt: «So waren auch Wirtschaftlichkeit, Preis und Services des Anbieters überzeugend.»

Galgenkran für schwere Bauteile

Das Handling der meist sehr schweren Bauteile wurde durch Daetwyler mit einem grossen Galgenkran gelöst. Zum Schutz für die Zone, auf welcher sich das Portal der Messmaschine abstützt, und damit Fehlmanipulationen am Kran nicht zu Verletzungen der Bahn führen, wurde durch die firmeneigene Schlosserei eine Leitplanke geschaffen.

Die Messköpfe stammen von Renishaw sowie das modular aufgebaute MRS-Befestigungssystem. Dies ermöglicht einen grösseren Schwenkbereich als die ursprüngliche Lösung und bietet insgesamt mehr Möglichkeiten.

Die Messmaschine ist seit September 2012 bei Daetwyler in Bleienbach in Betrieb. Nach einer Installationszeit von einer Woche wurde die Maschine mit einem Zeitabstand von einigen Tagen eingemessen und kalibriert. So wurde sichergestellt, dass sich der Granit der 18 Tonnen schweren Maschine an die herrschenden Umgebungstemperaturen angleichen konnte. Die Maschine wurde fertig eingehaust, um die geforderten Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftverunreinigung konstant zu halten.

Messdienstleistung für Fremdfirmen

Die Mitarbeiter sind durch Mitutoyo geschult wurden, eine Vertiefungsschulung steht noch aus. Heute werden nicht nur hausinterne Messaufgaben gelöst, sondern die Maschine steht auch für Messaufgaben externer Partner in Dienstleistung zur Verfügung. «Wir haben inzwischen genügend Kapazitäten, um auch als Dienstleister Messaufgaben für Fremdfirmen durchzuführen», erklärt O. Walser. <<

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