Januar 2019: das 13. Swissmem Zerspanungsseminar

Mission Impossible am Zerspanungsseminar 2019

| Autor / Redakteur: Matthias Böhm, Chefredaktor SMM / Böhm

René Näf (Vizedirektor Urma AG) und Pascal Streiff (Fachgruppenleiter Präzisionswerkzeuge, Swissmem) veranstalten das 13. Swissmem Zerspanungsseminar unter dem Titel: «Treffpunkt der Zerspanungsspezialisten».
Bildergalerie: 2 Bilder
René Näf (Vizedirektor Urma AG) und Pascal Streiff (Fachgruppenleiter Präzisionswerkzeuge, Swissmem) veranstalten das 13. Swissmem Zerspanungsseminar unter dem Titel: «Treffpunkt der Zerspanungsspezialisten». (Bild: Matthias Böhm)

Im Januar findet zum 13. Mal das Swissmem Zerspanungsseminar statt. Thema: Treffpunkt der Zerspanungsspezialisten. Vom Bearbeiten schwieriger Werkstoffe, über Werkzeugspannsysteme bis hin zum Hochleistungsreiben wird das gesamte Spektrum der Zerspanungstechnik thematisiert. Ein idealer Anlass, um sich im Bereich der Produktionstechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Im SMM-Interview sagen René Näf (Vizedirektor Urma AG) und Pascal Streiff (Fachgruppenleiter Swissmem Präzisionswerkzeuge) was die Besucher erwarten können.

Unter welchem Motto läuft das nächste Zerspanungsseminar.

Pascal Streiff: Thema des Swissmem-Zerspanungsseminars ist «Treffpunkt der Zerspanungsspezialisten». Wir wollen ganz klar diejenigen ansprechen, denen es um die Zerspanung geht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Dreh-, Fräs-, Bohr- oder Reibprozesse geht. Letztlich wird auch das Werkstück-Spannen und -Handling thematisiert. Generell werden alle Fertigungsmethoden, die in einem modernen Fertigungsunternehmen Alltag sind, behandelt.

Das heisst das kommende Zerspanungsseminar geht thematisch in die Breite.

René Näf: Wir haben das Themenspektrum bewusst offen gelassen. Zur Erinnerung, wir hatten in unseren früheren Zerspanungsseminaren regelmässig Spezialthemen im Fokus. Zum Beispiel die Bohrungsbearbeitung. Eine solche Fokussierung kann sinnvoll sein, weil in nahezu allen Unternehmen Bohrungen zum Produktionsalltag gehören. Aber neben Bohrungen gibt es unterschiedlichste Bereiche in der Fertigung, die optimiert werden können. Wenn wir zum Beispiel das Thema «Uhrenfertigung» hätten, würden wir ein zu schmales Fertigungsspektrum aufzeigen können. Ähnlich würde es sein, wenn wir uns auf das Fertigen von Grossserien fokussieren würden. Das sind im Prinzip die Gründe, dass wir uns thematisch breiter aufstellen im Januar 2019. Deshalb wird das Zerspanungsseminar der «Treffpunkt der Zerspanungsspezialisten».

Wie kommt das breitere Themenspektrum bei den vortragenden Unternehmen an?

Ergänzendes zum Thema
 
Swissmem Zerspanungsseminar im Januar 2019

Pascal Streiff: Das passt ausgezeichnet. Denn nicht nur für die Besucher des Zerspanungsseminars ist das breite Themenspektrum von Vorteil. Auch für die vortragenden Unternehmen ist es von Vorteil. Nehmen wir einen Fräswerkzeughersteller. Natürlich kann er aufzeigen, wie mit Zirkularfräsen und spezifischen Makro- und Mikrogeometrien Bohrungen effizient hergestellt werden können. Aber das ist womöglich nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Fertigungsspektrum. Dank dem breiteren Themenfeld kann der Werkzeughersteller beim nächsten Zerspanungsseminar aus dem Vollen schöpfen und sein gesamtes Fertigung-Know-how rüberbringen.

Auf der anderen Seite sind gerade die Schweizer Werkzeughersteller hochgradig spezialisiert.

Pascal Streiff: Das ist so. Wie verfügen in unserer Swissmem-Präzisionswerkzeug-Fachgruppe über ein herausragendes Know-how an Zerspanungsexpertise. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Schweizer Werkzeughersteller sehr nahe an den Schweizer Kunden sind und ihre Werkzeugtechnologien entsprechend den Marktbedürfnissen entwickeln. Genau diese Kompetenz kommt am Swissmem-Zerspanungsseminar zu 100% zur Geltung.

Was wird thematisch geboten?

Pascal Streiff: Ein Schwerpunkt wird sicher die Bearbeitung von hochfesten und schwierig zu zerspanenden Werkstoffen sein. Das ist ein umfassendes technologisch sehr anspruchsvolles Themenfeld, das viele Schweizer Unternehmen betrifft. Schwierig zerspanbare Werkstoffe finden Anwendung in der Medizintechnik, im Flugzeugbau, im Turbinenwesen und in der Prozesstechnik. Welche Werkzeuge, welche Schnittgeschwindigkeiten und mit welchen Kühlschmierstoffen kann ich hier optimal arbeiten. Darüber hinaus wird auf Frässtrategien eingegangen, um die Fertigungsprozesse zu optimieren. Auch hier zeigt sich, dass mit angepassten Fertigungsstrategien die Prozesse erheblich verbessert werden können. Sowohl das Zeitspanvolumen steigt an, als auch die Standzeit der Werkzeuge erhöht sich. Dadurch steigert sich nicht nur die Produktivität, auch die Produktionskosten sinken.

Ein Blick in das Programm zeigt, dass von der Werkzeugbeschichtung bis zum Hochleistungsfräsen ein breites Spektrum geboten wird.

René Näf: Absolut, wenn man in den Bereich Mikrowerkzeuge schaut, geht es auch hier in Richtung schwer zerspanbare Werkstoffe. Drei Spezialisten aus unserer Fachgruppe Präzisionswerkzeuge, Mikron Tool, Dixi Polytool und DC Swiss, gehen in ihren Vorträgen auf die speziellen Anforderungen in der Mikrobearbeitung ein. Das ist eine andere Welt. Die Steifigkeiten der Werkzeuge sind viel geringer, man muss diese Fertigungsmittel hochgradig spezifisch einsetzen, um das Maximum aus ihnen herauszuholen.

Auch zwei Beschichtungsspezialisten referieren.

Pascal Streiff: Hochleistungs-Beschichtungen spielen immer eine Rolle in der Zerspanung. Beschichtungen haben mehrere Aufgaben. Sie verfügen über extreme Härten, reduzieren die Reibung zwischen Werkzeug und Werkstück und sorgen letztendlich dafür, dass die Hartmetallsubstrate vor den hohen Prozesstemperaturen geschützt werden. Beschichtungen sind ein bedeutender integrierender Bestandteil der Zerspanung. Wir haben in der Schweiz ausgezeichnete Hochleistungsbeschichter, die weltweit eine führende Rolle haben. Sie kommen am Zerspanungsseminar zum Wort und zeigen auf, was mit modernen Beschichtungen heute möglich ist.

Herr Näf, Urma hat sich einen Namen im Hochleistungsreiben gemacht, was kommt aus ihrem Bereich thematisch?

René Näf: Reiben ist eines der anspruchsvolleren Fertigungsverfahren, weil es hier immer um das letzte 1/100stel geht. Wenn man eine homogene Bohrung reiben muss, ist das erst einmal mit modernen Reibsystemen relativ unproblematisch. Dann kommt es auf Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit, Prozessstabilität und letztlich auf die Standzeit an. Aber es gibt Bohrungssituationen die für Reibprozesse enorm anspruchsvoll sind. Das ist oft dann der Fall, wenn die Bohrungen komplex sind, das heisst Bohrungen mit unterbrochenem Schnitt, wo das Reibwerkzeug keine gleichmässige oder einseitige Führung hat. Wir sprechen dann gerne von «Mission Impossible». Das sind immer besondere Herausforderungen für unsere Zerspanungsspezialisten. Bei «Mission Impossible-Situationen» zylindrische und nicht vom Sollmass abweichende Pass-Bohrungen zu reiben ist enorm anspruchsvoll. Wir zeigen anhand von Praxis-Bespielen auf, wie solche unmöglichen Missionen erfolgreich bearbeitet werden können.

Herr Streiff, wenn Sie mit einem Satz das Zerspanungsseminar umschreiben müssten, was würden Sie sagen?

Pascal Streiff: Wir thematisieren das gesamte Fertigungsspektrum von der Spindel bis zum Spanntisch, inklusive Werkstückhandling und das auf höchstem Schweizer Niveau.

Wen sprechen Sie an und wo findet das Zerspanungsseminar statt?

Pascal Streiff: Wir sprechen klar die Praktiker an: der KMU-Geschäftsführer, der noch nah an der Produktion ist, den Praktiker, Betriebs- und Produktionsleiter, Fertigungsspezialisten aber auch klar die Polymechaniker, Maschinenoperateure und nicht zuletzt die CAM-Programmierer, die die Prozesse einfahren. Denn was nützt mir ein doppelt so schnelles Werkzeug, wenn die Schnittdaten im CAM-System nicht an die Hochleistungswerkzeuge angepasst werden. Das Swissmem Zerspanungsseminar findet an drei Tagen in:

Pfäffikon SZ (22.01.2019)

in Olten (23.01.2019) und in

Yverdon les Bains (24. Januar 2019) statt.

Damit können Besucher sich den für sie geographisch und sprachlich optimalen Tag wählen. SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45617414 / Spanende Fertigung)