Erste Hyperloop Testanlage in Europa eröffnet Mit 1000 km/h durch Europa pendeln

Redakteur: Susanne Reinshagen

Auf dem Campus der TU Delft wurde diese Woche die erste europäische Hyperloop Testanlage eröffnet. Das Unternehmen Hardt Global Mobility, ein Spin-off der TU Delft hat zusammen mit potenten Investoren eine 30 Meter lange Testanlage für dieses futuristische Transportsystem gebaut. Ziel der Unternehmen ist es bis 2021 eine Hyperloop Strecke zwischen zwei Städten in Betrieb zunehmen.

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Das niederländische Start-up Hardt will bis 2021 eine Hyperloop-Strecke zwischen zwei Städten bauen.
Das niederländische Start-up Hardt will bis 2021 eine Hyperloop-Strecke zwischen zwei Städten bauen.
(Bild: Roderik van Nispen/Hardt Global Mobility)

Die Hyperloop-Technologie soll Personen und Güter mit Geschwindigkeiten von mehr als tausend Kilometern pro Stunde durch eine Rohre mit sehr geringem Luftwiderstand befördern. Die jungen Unternehmer von Hardt Global Mobility haben bereits Erfahrung mit der Hyperloop-Technologie, haben sie doch mit ihrer Kapsel den weltweiten Hyperloop-Wettbewerb von Elon Musk gewonnen. Nun wollen sie in Europa ein Hyperloop-Netz aufbauen. Zusammen mit dem an der Börse notierten Baukonzern BAM soll bis 2021 die erste Strecke zwischen zwei Städten gebaut werden. Ein kleiner Schritt ist bereits getan, so konnte diese Woche eine 30 Meter lange Teströhre auf dem Campus der TU Delft eingeweiht werden. Mit ihr soll vor allem die Antriebstechnologie, die Sicherheitssysteme, die Gleiteigenschaft und die Stabilität des futuristischen Verkehrsmittels getestet werden, dies jedoch nur bei geringer Geschwindigkeit. Für Tests mit hoher Geschwindigkeit muss zuerst eine längere Röhre gebaut werden, wie jene von Hyperloop One in den USA.

In Zusammenarbeit mit der TU Delft und BAM, sollen aber nicht nur die technischen Faktoren untersucht werden, sondern auch soziale Fragen, wie zum Beispiel die Akzeptanz dieses Fortbewegungsmittels bei der Bevölkerung und die soziale Integration in die Wohn- und Arbeitswelt.

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Unterstützung kriegt das junge Unternehmen und sein CEO Tim Houter auch von der niederländischen Infrastrukturministerin Melanie Schultz van Hagen. Sie glaubt an die Zukunftsfähigkeit dieser schnellen, ruhigen und nachhaltigen Technologie und stellt an der Einweihungsfeier klar, dass die Niederlande der europäische Teststandort für diesen innovativen Verkehrsträger sein will. Sie kann sich aber durchaus vorstellen, dass diese Technologie nicht nur für den Transport von Passagieren zum Einsatz kommt, sondern auch von Gütern und spricht hier das hohe Frachtaufkommen vom Hafen Rotterdam an.

Europäischen Hyperloop Netzwerk als Vision

Ein Hyperloop Netzwerk in den Niederlanden würde es ermöglichen, dass die Ballungszentren in weniger als einer halben Stunde von allen Ecken des Landes erreicht werden können. Übertragen auf Europa würde das bedeuten, dass Menschen über einen ganzen Kontinent reisen könnten, wie heute mit der U-Bahn. Tim Houter: «Wir schaffen eine Welt, in der Entfernungen keine Rolle mehr spielen. Die Menschen erhalten die Freiheit dort zu leben und zu arbeiten wo sie wollen.»

Die Teströhre ist der erste Schritt hin zu einem europäischen Hyperloop-Netzwerk. <<

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