Trumpf

Mit eigenen Strahlquellen zum führenden Laserspezialisten

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1979 hatte sich Trumpf inzwischen am neuen Standort Ditzingen, dem heutigen Stammsitz der Trumpf Gruppe, erweitert und baute in diesem Jahr erstmals einen 500-W-Laser aus amerikanischer Fertigung in eine der Trumpf-Stanz-Nibbelmaschinen ein. Das Unternehmen sorgte mit dieser Verfahrenskombination in einer Anlage für eine Weltpremiere in der Laseranwendung. Die besondere Maschine zielte ganz direkt auf den Markt der flexiblen Blechfertigung. Die Kunden sollten nicht länger nur von Hightech träumen, sondern ein vertrautes Trumpf-Produkt, allerdings mit einem Mehrwert, nämlich dem neuen „Werkzeug“ aus Licht, das per NC frei programmierbare Konturen schneiden konnte, auch sehen und erleben.

Bis 1985 wurden von dieser speziellen Maschine mit amerikanischer Lasertechnik immerhin 200 Exemplare verkauft. Für die Entscheider bei Trumpf war die Bestückung mit Fremdlasern jedoch schon 1983 nur eine mittelfristig gültige Lösung. Einer der Hauptgründe, diesen Weg zu verlassen, war die recht sperrige Laborbauweise der amerikanischen Lasersysteme.

Hochfrequenzangeregter

CO2-Laser übertrifft Erwartungen

Trumpf profitierte ausserdem nicht alleine vom amerikanischen Erfindergeist, weil dessen Ergebnisse auch den Marktbegleitern zur Verfügung standen. Um diese Gefahr zu bannen, mussten also entweder ein exklusiver Zulieferer gefunden werden oder gar eigene Laser entwickelt und gebaut werden. Die letztere Idee setzte sich bei den Verantwortlichen durch und kann als einer der Meilensteine in der Trumpf-Geschichte beziehungsweise für den verstärkten Einsatz der Laserschneidtechnik in Deutschland gelten.

Eine damals gänzlich neuartige Technologie konnten die Ditzinger nach eigenen Angaben nicht komplett aus eigener Kraft entwickeln.

Deshalb suchte man einen wissenschaftlichen Partner und fand diesen in der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVL), heute DLR. Die Partnerschaft mit einer Forschergruppe führte ausserdem zu einer Entwicklungskooperation. Trumpf brachte eine Gruppe von zwei Physikern, einem Maschinenbauer, einem Elektroniker, zwei Versuchsmonteuren und einer Sekretärin in einem gemieteten Gebäude unter und liess diese Projektgruppe an der Entwicklung des eigenen Lasersystems arbeiten. Die Ergebnisse dieses Entwicklungsvorhabens gipfelten in einem quergeströmten 900-W-Laser, der den Laserstrahl jedoch nur für 10 s erzeugen konnte, und auch die Schnittqualität war alles andere als gut.

Längsgeströmter Laser verbessert Schnittqualität

Um die Unzulänglichkeiten zu beseitigen, wurde im nächsten Step nun ohne die Unterstützung aus den Reihen der DFVL ein längsgeströmter Laser entwickelt, der ausserdem permanent hochfrequent angeregt wurde. Nach Beseitigung weiterer technischer Hürden und erfolgreichen Entwicklungsdurchbrüchen, wie der Verbesserung der Strahlqualität sowie der Gründung eines Laserlabors samt Projektteam, war es 1985 endlich mit Unterstützung eines Laserexperten aus Darmstadt so weit: Die erste Trumpf-CO2-Lasergeneration aus eigener Entwicklung war in zwei Varianten von 1 beziehungsweise 1,5 kW Leistung serienreif und wurde auf der damaligen EMO der Öffentlichkeit präsentiert. Die Trumpf-Entwickler erinnern sich noch, dass die Konkurrenten zwar die Ditzinger Laseraktivitäten registriert und im Auge behalten hatten, aber die hohe Schnittqualität dieses ersten hochfrequenzangeregten Lasers deren schlimmste Befürchtungen noch übertraf – zum Vorteil von Trumpf. Eine negative Konsequenz war danach eine heftige Preiserhöhung seitens des amerikanischen Strahlquellenlieferanten, mit dessen Produkten noch die meisten Trumpf-Anlagen zu diesem Zeitpunkt auszustatten gewesen wären.

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