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Roost-Gebläse passte nicht in kompaktere Anlagen
Die Ditzinger schafften es aber mit gebündelten Kräften, innerhalb eines halben Jahres alle fraglichen Maschinen mit eigenen Systemen auszurüsten. Parallel sorgte das modulare Konzept der Mechanik, die auf gleichartigen Grundkomponenten basierte, für eine erweiterte Angebotspalette mit Laserquellen von nunmehr 2,5 bis 3 kW Leistungsvermögen.
Trumpf stand damit der Einstieg in den Schweissmarkt offen. Zeit zum Verschnaufen hatten die frischgebackenen Laserexperten jedoch nicht, denn bald kam Konkurrenz aus Japan und drängte auf den Markt. Trumpf reagierte darauf, indem man die Laser kleiner und auch günstiger machte. Ein zusätzliches Ziel war, das Leistungsspektrum der Laser zu erweitern.
So wollte Trumpf beispielsweise das Schneiden von Dünnblech oder Holz erreichen. Ein grosses Hindernis war das zum Transport des Lasergases und für eine effektive Kühlung notwendige sogenannte Roost-Gebläse, denn es passte nicht in kompaktere Anlagen. Abhilfe konnte ein Gebläsehersteller schaffen, der ein kleines, aber leistungsfähiges Turbolader-Radialgebläse entwickelt hatte, das in seinen Abmessungen den Vorgaben von Trumpf entsprach und rund ein Fünftel an Gewicht einsparen liess.
Deutliche Leistungssteigerung durch Doppeldeckerbauweise
So ganz hatte die Kombination mit dem neuartigen Gebläse jedoch nicht funktioniert, weil die thermischen Verhältnisse nicht beherrschbar waren, aber die so initiierte Idee vom integrierten Kompaktlaser war geboren. Zwei Jahre später stand ein serienreifes Aggregat zur Verfügung, das nur noch ein Drittel des Bauraums der ersten Serie verschlang und auch deutlich günstiger war.
Die nächsten Entwicklungsimpulse kamen Ende der 80er-Jahre aus der Robotik: Ein Schweissroboterhersteller wollte seine Systeme mit integrierten Laserstrahlführungen ausstatten, um sie in der Autoindustrie in den Fertigungsstrassen einzusetzen. Der kompakte Laser von Trumpf schien die Lösung zu sein. Aber er musste auf eine Leistung von 5 kW gebracht werden, was mit den üblichen Möglichkeiten nicht mehr zu erreichen war. Die Trumpf-Spezialisten vergrösserten die Resonatorenlänge, indem sie zwei Resonatorenquadrate aufeinandersetzten und so die Doppeldeckerbauweise schufen. Mit dieser Methode erreichen die Laser heute eine Leistung von 20 kW und sind wahre Kraftpakete, die mit hervorragender Strahlqualität schweissen.
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