Rundtaktanlage: flexibel und modular

Mit Rundtaktanlage Technologiepartner in der Automobilzulieferindustrie

| Autor / Redakteur: Thomas Exenberger / Anne Richter

Arbeitsraum der MT-40-V von Sema Maschinenbau.
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Arbeitsraum der MT-40-V von Sema Maschinenbau. (Bild: Sema Maschinenbau)

Wie wird man als Maschinenbauunternehmen Technologiepartner bei einem weltweit führenden Schweizer Unternehmen der Automobilzuliefer­industrie? Werner Ryser von SFS erklärt es anhand der vor Kurzem angeschafften Transfermaschine von Sema Maschinenbau aus Österreich.

Seit 1960 werden bei SFS in Heerbrugg Schrauben produziert. Was in den Firmenanfängen hauptsächlich der Abdeckung des Bedarfes der Bauindustrie vor Ort diente, entwickelte sich sehr schnell zu einem auf den Export in internationale Märkte orientierten Zulieferunternehmen für die Automobilzuliefer­industrie und weitere anspruchsvolle Industrien. Heute zählt man in der SFS Group rund 10 000 Mitarbeiter an 80 Vertriebs- und Produktionsstand­orten in 26 Ländern weltweit. Gemeinsam erwirtschaftete das Unternehmen 2018 einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Hauptsitz der SFS Group befindet sich in Heerbrugg im Rheintal.

Eine der Kerntechnologien von SFS, die seit dem Start der Produktionsaktivitäten 1960 eingesetzt wird, ist die Kaltmassivumformung. Ausgehend von einem Rohteil, in der Regel einem Drahtabschnitt, presst man Stahl in zwei bis sechs Umformstufen in die gewünschte Form. Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand, hohe Mengenleistung und speziel­le Formgebungsmöglichkeiten. Auch höhere Festigkeitswerte des Pressteiles gegenüber Drehteilen und Oberflächengengenauigkeiten wie bei einem geschliffenen Werkstück werden bei den Kunden von SFS geschätzt und auch gefordert. Um diesen hohen Anforderungen in Bezug auf Form­toleranzen und Qualität in der spanabhebenden Nachbearbeitung von Kaltumformteilen gerecht zu werden, setzt man bei SFS auf eine enge Zusammenarbeit mit Technologiepartnern aus der Werkzeugmaschinenbranche.

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Der Weg zum Technologiepartner bei SFS

Welche Kriterien ein Hersteller für Produktions­anlagen bei SFS erfüllen muss, um als Technologiepartner in Frage zu kommen, beschreibt Werner Ryser, Bereichsleiter Technik Standort Heerbrugg, am Beispiel einer kürzlich erworbenen Transfermaschine für die spanabhebende Bearbeitung von Hochvolumenpräzisionsteilen, der MT-40-V von Sema Maschinenbau. Schon bei der Anfrage von Investitionsprojekten bei einem Maschinenbau­unternehmen trennt sich für SFS die Spreu vom Weizen. Wer seine Angebote bezüglich Maschinen- und Werkzeugkonzept professionell ausarbeitet
und zeitnah anbieten kann, der sammelt Punkte im dynamischen Umfeld der Automobilzulieferindustrie. Das gilt auch für SFS. Hat W. Ryser dann das An­gebot für die Werkzeugmaschine in der Hand beziehungsweise auf dem Bildschirm, gehören das Preis-Leistungs-Verhältnis der Maschine, Liefertermin und tiefe Taktzeiten zu den ersten Entscheidungskriterien. Daran erkennt W. Ryser die Risiko­bereitschaft beim Anlagenbauer, die ebenfalls ein wichtiger Punkt für die Vergabe des Investitions­auftrages ist.

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Auch in der Projektabwicklung selbst kann sich das Maschinenbauunternehmen den Ruf als verlässlicher Technologiepartner bei SFS erarbeiten. Hier achtet man auf saubere Projektplanung und straffe Terminverfolgung beim beauftragten Maschinenbauunternehmen. Transparenz in der Kommunikation des Projektfortschrittes und Zusammenarbeit bei der Lösung von unvorhergesehenen Problemen werden von SFS ebenfalls bewertet und für zukünftige Verkaufsentscheidungen herangezogen. Die wahre Qualität eines Anlagenbauers, der als langfristiger Technologiepartner bei SFS eingestuft werden will, zeigt sich allerdings erst nach der Inbetriebnahme der Werkzeugmaschine. Wie gut funktioniert die Serviceabteilung? Gibt es ein Servicekonzept, welches mit den Ansprüchen von SFS kompatibel ist? Wer in einem Verbund von Produktionsstandorten weltweit agiert, braucht einen Partner mit schnellen Reaktionszeiten bei Service­einsätzen oder Ersatzteillieferungen, ob das in Europa ist, in den USA oder in China. Sind all diese Kriterien positiv erfüllt, dann darf das Maschinenbauunternehmen mit Innovationen und Technologie glänzen. In unserem Fallbeispiel ist das die ver­tikale Rundtaktanlage MT-40-V von Sema Maschinenbau.

Bearbeitung von komplexen Werkstücken

Aufgespannt auf einem vertikal positionierten Rundtisch mit sechs Stationen kann das Werkstück auf zwei Stationen bei Bedarf von bis zu drei Seiten gleichzeitig mit CNC-gesteuerten 3-Achs-Einheiten bearbeitet werden. Auf weiteren drei Stationen ist immer noch eine Bearbeitung von zwei Seiten mit CNC-gesteuerten 3-Achs-Einheiten möglich. Eine Station dient der Be- und Entladung. Das ergibt insgesamt eine Teilebearbeitung mit bis zu 12 Bearbeitungseinheiten bei automatischer Teilezuführung. Die Teilebearbeitung selbst erfolgt durch unabhängig angesteuerte 3-Achs-Module mit Linear­messsystemen, die bis auf das µ genau korrigierbar sind. Damit lassen sich in einer Aufspannung auch komplexe Werkstücke sehr präzise bearbei­ten.

Stabilität und Präzision auch bei grossen Zerspanungskräften

Die in der MT-40-V eingesetzten Motorspindeln können ein Nennmoment von 15 Nm erreichen. Die maximale Spindeldrehzahl liegt bei 20 000 U/min. Die Werkzeugaufnahme ist in der Regel HSK50-C. Um leistungsstarke Motorspindeln dieser Klasse in einer so kompakten Bauform erfolgreich zum Einsatz zu bringen, benötigt es ein durchdachtes Design der Maschinenbasis. Die Stahl-Schweiss-Konstruktion mit Mineralgusshinterfüllung verleiht der MT-40-V die benötigte Stabilität für hochpräzise Bearbeitungsoperationen. Dem gleichen konstruktiven Grundprinzip folgt auch die Auslegung des Rundtisches der MT-40-V mit leistungsstarkem Torquemotor. Die Lagerung des Rundtisches mit Gegenlager unterstützt die Präzision im Bearbeitungsprozess. Eine gesteuerte Drehdurchführung ermöglicht die Übergabe von Medien direkt an die Spannvorrichtung. Die hohe Stabilität der MT-40-V wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Maschine und auf die Standzeit der Werkzeuge aus.

Die vertikale Anordnung des Rundtisches und die Abschottung des Arbeitsraumes mit steil abfallenden Edelstahlverkleidungen optimieren den Spänefluss und minimieren den Reinigungsaufwand im Bearbeitungsbereich. Die gute Zugänglichkeit des Arbeitsbereiches und die übersichtlich angeordneten Bedien- und Wartungselemente vereinfachen den Maschinenbetrieb.

Flexible Serienmaschine mit Potenzial für die Zukunft

Die flexible Modulbauweise der MT-40-V mit standardisierten Maschinenkomponenten ermöglicht eine Vielzahl an unterschiedlichen Konfigurationen, passend für verschiedene Anforderungen. Die einfache Automatisierung der Teilebeladung und Entladung unterstützt ebenfalls dieses Prinzip. Man kann also ein standardisiertes Maschinenkonzept für viele unterschiedliche Komplettbearbeitungen einsetzen. «Durch diese Flexibilität hat diese Se­rienmaschine ein hohes Potenzial für zukünftige Anwendungen bei SFS», meint Werner Ryser. Sema Maschinenbau aus Traunkirchen in Oberösterreich ist heute Technologiepartner bei SFS und spezialisiert auf den Bau von Rundtaktanlagen für die spanabhebende Hochvolumenproduktion von Präzisionsteilen. Als Familienunternehmen 1988 von Adolf Schacherleitner gegründet, wächst Sema Maschinenbau über die Jahre beständig weiter. Heute zählt man über 250 Mitarbeiter. Mehr als 30 Anlagen werden pro Jahr ausgeliefert. Zu den Kunden zählen viele bekannte Marken der Automobilzulieferindustrie, weltweit. SMM

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