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Index iXperience Days 2020 Neuentwicklungen: Online aber auch Live unter Span

Redakteur: Anne Richter

Seine neuesten Maschinenentwicklungen und Automatisierungslösungen hat Index während der iXperience Days 2020 am Standort in Reichenbach sowohl Live unter Span als auch als Online-Event vorgestellt. Durchgängige Effizienz soll dabei die digitale Index-Welt «iXworld» schaffen.

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Die neue Roboterzelle iXcenter bei der Beladung des neuen Komplettbearbeitungszentrum Index 4000.
Die neue Roboterzelle iXcenter bei der Beladung des neuen Komplettbearbeitungszentrum Index 4000.
(Bild: Anne Richter)

Die Index iXperience Days 2020 waren Premierenzeit: vier neuentwickelte Werkzeugmaschinen und die Roboterzelle iXcenter hat der Esslinger Drehmaschinenhersteller vorgestellt. Vom 21.09. bis 02.10.2020 haben die iXperience Days erstmals online stattgefunden. In der Woche vom 12.10. bis 16.10.2020 gab es zusätzlich die Möglichkeit die Neuentwicklungen vor Ort Live unter Span am Standort in Reichenbach zu erleben.

Komplettbearbeitungszentrum mit VDI-40 Revolver mit zwölf Stationen

Mit der Index G400 präsentierte der Drehmaschinenhersteller ein Komplettbearbeitungszentrum der Sonderklasse vor, das sich für bis zu 1600 / 2300 mm lange Teile eignet. Im Gegensatz zur 2019 neu entwickelten Schwestermaschine Index G420, deren oberer Werkzeugträger als Motorfrässpindel mit grossem Werkzeugmagazin ausgeführt ist, besitzt die Index G400 an deren Stelle einen VDI-40 Revolver mit zwölf Stationen und eine Pinole, die einen Y-Hub von ±100 mm ermöglicht. Die im Revolver eingesetzten angetriebenen Werkzeuge liefern dank einer 7,5 kW-starken Motorisierung mit 35 Nm Drehmoment ebenfalls überzeugende Bohr- und Fräsergebnisse.

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Doch was wäre modernste Maschinentechnik ohne passende Automatisierung? Für die Index G400 und andere Maschinen dieser Grössenordnung ist – neben integrierten Handhabungseinheiten – seit kurzem die Roboterzelle iXcenter verfügbar. Gerade bei Maschinen dieser Grössenordnung (Drehlänge bis 1600 mm) spielt die Automatisierung eine wichtige Rolle. Denn bedingt durch das Gewicht der Teile benötigt der Bediener beim Be- und Entladen auf jeden Fall Unterstützung – zum Beispiel durch einen Kran, wobei das manuelle Einfuttern der Teile viel Zeit kostet. So rechnet sich eine automatisierte Handhabung relativ schnell. Die Roboterzelle lässt sich nicht nur zum Be- und Entladen von grossen, schweren Werkstücke nutzen, sondern auch für vielerlei vor-und nachgeordnete Aufgaben.

Mehr Produktivität auf kleinerem Platz

Premiere feiert auch die zweite Generation der Traub TNL12, ein Langdrehautomat, der sich jetzt, wie seine grösseren Geschwister, in kurzer Zeit auf einen Kurzdreher umrüsten lässt. Er überzeugt durch seinen kompakten Aufbau mit verbesserter Kinematik. Das bedeutet für die Produktion kleiner Präzisionsdrehteile: mehr Produktivität und Flexibilität bei gleichzeitig reduziertem Platzbedarf. Um das zu erreichen haben die Entwickler wesentliche Veränderungen an der Kinematik vorgenommen. Waren bisher Frontapparat und Gegenspindel auf einem gemeinsamen Schlitten angeordnet, befinden sich diese jetzt auf jeweils einem Einzelschlitten. Durch die Trennung dieser Komponenten beeinflussen sich Front- und Gegenspindelbearbeitung nicht mehr gegenseitig und die Programmierung wird aufgrund der dadurch gewonnenen Flexibilität wesentlich erleichtert. Da die Massen kleiner geworden sind, gewinnt die Maschine zudem an Dynamik, und der Anwender profitiert von grösserer Programmierfreiheit. Ausserdem ist die Rückseitenbearbeitung deutlich aufgewertet worden, was eine verbesserte Schnittaufteilung zur Folge hat und die Produktivität deutlich steigert. Während früher an der Rückseite nur eine Bewegung in X-Richtung zur Verfügung stand, ist nun eine dreiachsige Bearbeitung an der Gegenspindel möglich.

Kraftvolle und präzise Zerspanung

Im Bereich der Universaldrehmaschinen erweitert Index sein Portfolio mit der Traub TNA500 – eine kräftige und robuste Maschine mit vielen praktischen Ausstattungsmerkmalen für die Null- bis Mittelserie. Die kraftvolle und präzise Zerspanung von Flansch- und Wellenteilen ab Stückzahl 1 ist das wesentliche Merkmal der aktuellen Index CNC-Universaldrehmaschinen-Baureihe. Als letztes Element dieser Plattform hat Index jetzt die Traub TNA 500 vorgestellt, weiterhin zählen die Modelle Index B400 und B500 sowie Traub TNA400 dazu. Gegenüber der TNA 400 zeichnet sie sich in erster Linie durch grössere, leistungsstärkere Spindeln aus. Die Universaldrehmaschine ist mit einer A11-Hauptspindel (102 mm Spindeldurchlass, 400 mm Spannfutterdurchmesser und 750 mm Drehlänge) ausgestattet. Diese riemengetriebene 37,5 kW-Spindel überzeugt mit einer maximalen Drehzahl von 3150 min-1 und einem Drehmoment von bis zu 1020 Nm – was gegenüber der TNA400 rund 40 Prozent mehr Leistung bedeutet.

Rüstzeiten verkürzen, Stückkosten senken

Ein weiteres Highlight ist der neuentwickelte CNC-gesteuerte Mehrspindeldrehautomat MS24-6, Nachfolger des Index Mehrspindlers MS22-6. Etwas grösser im maximalen Stangendurchmesser, aber insgesamt kompakter gebaut und mit zahlreichen Features, die eine hochwirtschaftliche Drehbearbeitung gewährleisten – schnelles und einfaches Rüsten inklusive. Das zahlt sich aus. Denn heute ist es keine Seltenheit, dass ein Lohndreher seine Mehrspindler mehrmals pro Woche umrüsten muss. Ein ganz besonderes Feature dafür ist ein Schnellspannsystem mit integrierter W-Verzahnung auf dem Querschlitten. Anstatt des bisher üblichen Schwalbenschwanz-Systems besitzt nun jeder Querschlitten eine W-Verzahnung, die das µm-genaue Ausrichten des Werkzeughalters deutlich vereinfacht. Denn durch die W-Verzahnung entfällt der Freiheitsgrad in X. So kann der Bediener den bereits in X und Y voreingestellten Werkzeughalter einfach draufstecken. Fehler sind dabei so gut wie ausgeschlossen und der Bediener ist bis zu 50 Prozent schneller als beim herkömmlichen Halterwechsel.

Digitalisierung weist den Weg in die Zukunft

Schon vor Jahren erkannte Index die grundsätzliche Bedeutung der Digitalisierung für die Zerspanungswelt – und entwickelte die cloudbasierten Plattform iXworld. In rasantem Tempo wurde das Angebot verfügbarer Apps erweitert. Deutlich zu sehen an der Index IoT-Plattform iX4.0, die es ermöglicht, alle Produktionsmaschinen in ein digitales Umfeld einzubinden und verschiedene iX4.0-Apps zu nutzen. Diese Software-Tools helfen dabei, laufende Produktivitätsverluste zu erkennen, ungeplante Stillstandszeiten zu reduzieren und Ausfallzeiten zu minimieren. Wer das selbst testen möchte, kann mit dem kostenfreien Einführungsangebot «iX4.0 go» in die digitale Welt starten. Index hat seine zahlreichen Services rund um den Zerspanungsprozess im iXworld-Modul iXservices gebündelt und organisiert. Das bedeutet natürlich nicht, dass Index nur noch virtuell für seine Kunden da ist. Über 150 Servicetechniker in Deutschland und Servicestandorte in über 50 Ländern weltweit kümmern sich mit grossem Engagement um Index- und Traub-Maschinen und das Anliegen aller Kunden. Unterstützung gibt es via Hotline und besonders effizient mit dem Ticketmanager und innovativer Remoteunterstützung. Und für Aufgaben, die die Anwesenheit eines Servicetechnikers vor Ort erfordern, macht sich dieser nach wie vor schnellstens persönlich auf den Weg. -ari- SMM

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