Prodex Award 2014 Platz 1: Studer gewinnt Prodex-Award

Redakteur: Anne Richter

Studer hat wieder einmal gezeigt, dass Sie die Innovationsführerschaft in der Schweiz haben. Diesmal mussten sie sich allerdings den Podestplatz mit dem Werkzeughersteller Mikron Tool Agno teilen. Studer hat die Auszeichnung für eine spektakuläre Abrichttechnologie erhalten, die ein in die Schleifmaschine integriertes Abrichten metallgebundener Schleifscheiben ermöglicht. Der Anwender spart mit Wiredress massiv Nebenzeiten, da die Schleifscheibe zum Abrichten nicht demontiert werden muss.

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Das Studer-Team mit dem verliehenen Prodex-Award: (v. l. n. r.) Dr. Gereon Heinemann, Geschäftsführer, Michael Klotz, Projektleiter Entwicklung, und Antonio Bottazzo, Verkaufsleiter.
Das Studer-Team mit dem verliehenen Prodex-Award: (v. l. n. r.) Dr. Gereon Heinemann, Geschäftsführer, Michael Klotz, Projektleiter Entwicklung, und Antonio Bottazzo, Verkaufsleiter.
(Bild: Thomas Entzeroth)

ari. Metallgebundene Schleifscheiben sind besonders form- und temperaturbeständig und werden beim Bearbeiten schwer zerspanbarer Werkstoffe wie hochlegierter, gehärteter Stähle, Hartmetalle sowie Keramiken eingesetzt. Die Schleifscheiben bestehen aus einer gesinterten metallischen Matrix mit eingebetteten Diamant- oder CBN-Körnern. Sie erzielen besonders hohe Zerspanungsleistungen, weil die Metallbindung die Schleifkörner sehr gut festhält.

Den Vorteilen der Metallbindung stehen jedoch auch Nachteile gegenüber. So ist unter anderem das Abrichten dieser Scheiben mit höherem Aufwand verbunden. Teilweise werden zum Abrichten externe Abrichtmaschinen eingesetzt, welche aber einen enormen Handling- und Logistikaufwand nach sich ziehen.

Integriertes Abrichten mit Wiredress

Mit Wiredress bringt Studer ein völlig neuartiges mit dem Prinzip der Drahterosion arbeitendes Abrichtsystem auf den Markt, das in die Schleifmaschine und deren Steuerung vollständig integriert ist. Somit muss die Schleifscheibe zum Abrichten nie demontiert werden. Durch den Kornfreistand ist die Scheibe sehr schnittig. Das Abrichtgerät ist vom Prinzip her eine kleine Drahterodiermaschine. Es ist kein eigenes Dielektrikum erforderlich, denn das beim Schleifen eingesetzte Schleiföl erfüllt diese Funktion. Es gibt keinen mechanischen Kontakt zwischen dem Draht als Abrichtwerkzeug, dem Korn bzw. der Bindung, sowie keine Veränderungen am Schleifkorn.

Produktionssteigerung von bis zu 30 Prozent

Mit derartig abgerichteten metallgebundenen Schleifscheiben ist es möglich, die Produktivität gegenüber dem Schleifen mit Kunstharz- oder Keramikbindung fallbezogen um bis zu 30 Prozent zu steigern. Der Schleifdruck und Scheibenverschleiss sinkt deutlich. Darüber hinaus ermöglicht dieses präzise Abrichtverfahren im Zusammenwirken mit den Leistungsparametern der Metallbindung, wie z. B. der hohen Formbeständigkeit, Werkstücke mit sehr anspruchsvollen Geometrien reproduzierbar herzustellen, was bisher gar nicht oder nicht wirtschaftlich möglich war.

Bedienerfreundliche Integration der Steuerung

Die Steuerung von Wiredress ist in die Steuerung der Schleifmaschine integriert. Sie hat alle erforderlichen Abrichtfunktionalitäten und enthält auch eine Software für intelligentes Profilieren mit Bahnoptimierung. Der Schleifer benötigt für die Bedienung des Abrichtgerätes keine spezielle Ausbildung, er wird von den übersichtlichen und transparenten Vorgaben auf dem Bildschirm der Steuerung geführt.

Dass die Branchenspezialisten von dieser Technologie überzeugt sind, zeigt die gute Resonanz der Anwender auf den fünf Fachausstellungen, wo Wiredress 2014 erstmals der Weltöffentlichkeit vorgeführt wurde. «Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung», erklärt Dr. Gereon Heinemann, Geschäftsführer der Fritz Studer AG. «Sie bestätigt, dass das jahrelange Engagement für Grundlagenforschung zu einem Produkt bzw. einer Technologie mit bemerkenswertem Anwendernutzen und «Wow-Effekt» führen kann.» <<

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