Suchen

Schweisstechnik Polysoude Schweiz: Symposium über das TIG-Orbitalschweissen

| Redakteur: Luca Meister

>> Polysoude Schweiz organisierte zum ersten Mal ein Symposium zu den «heutigen Ansprüchen an Rohrverbindungen und deren Realisierung mit modernster Technologie». Die zweitägige und in zwei Sprachen (D/F) durchgeführte Tagung fand am 27. und 28. März am Swiss Welding Institute in Yverdon-les-Bains statt und richtete sich sowohl an Werkstattpersonal als auch Verkäufer und Konstrukteure.

Firmen zum Thema

Am Polysoude-Symposium konnten sich die Teilnehmer an mehreren Stationen in verschiedenen Themen und Aspekten weiterbilden.
Am Polysoude-Symposium konnten sich die Teilnehmer an mehreren Stationen in verschiedenen Themen und Aspekten weiterbilden.
(Bild: L. Meister)

mei. Bei unzureichend oder fehlerhaft geschweissten Schweissnähten befindet sich die Ursache nicht immer dort, wo man sie vermutet. Oft wird auf gut Glück an den Parametern herumgeschraubt oder das Schweissgas ausgewechselt, obwohl nur ein kleiner Korrekturschliff an der Wolframelektrode genügt hätte. Alltägliche Probleme dieser Art wurden am ersten Polysoude-Symposium über das Orbitalschweissen aufgegriffen und diskutiert, mit dem Ziel, das praktische und theoretische Wissen der Anwender zu verbessern. Es liegt im besonderen Interesse des französischen Schweisstechnikherstellers, dass die Anwender mit seinen Produkten zufrieden sind, guten Umgang pflegen und somit optimale Schweissresultate erzielen.

Für den theoretischen Teil sorgte am Morgen eine Reihe spannender Fachreferate von Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer in praxisbezogenen Workshops auch selber an Schweissgeräten oder Prüfsystemen und Messgeräten Hand anlegen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das «TIG-Orbitalschweissen als Fügetechnologie ohne Alternative».

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Interessante Fachreferate

Die Fachreferate boten einen umfassenden Einblick in verschiedene zum Schweissen zugehörige Disziplinen. Heinz Michel, Anwendungstechniker und Schweissfachmann EWS/DAS, gab vorab eine praxisorientierte Zusammenfassung, was es für Vorbereitungen und Faktoren braucht, um eine perfekte, reproduzierbare Naht zu schweissen. Über Schutzgase beim Orbitalschweissen referierte Kurt Schenkel, Produktmanager bei Messer Schweiz, der darauf einging, wie welche Schutzgase am besten eingesetzt werden und welche Gemische die Qualität wie beeinflussen.

Jörn Mehlmann, Verkaufsleiter Schweiz bei Everest VIT, informierte über Techniken der zerstörungsfreien Prüfung – später dann auch mit praktischer Demonstration im Rahmen des Workshops: von der magnetischen, Ultraschall-, Röntgen- und Sichtprüfung bis zur 3D-Messung. Über die Tücken von Zertifizierungen und vertraglichen Regelungen, Anforderungen an Schweissnähte (z.B. Komponenten für Reinraumapplikationen) und nicht definierte Aspekte unter Normen klärte Marc Warzawa, Projektingenieur bei der Andrae Ingenieure GmbH, auf.

Perfektes Orbitalschweissen

Die Fachreferate einerseits richteten sich nicht nur an Schweisser, sondern auch an Mitarbeiter diverser anderer Unternehmensabteilungen wie etwa der Materialauswahl oder der Qualitätskontrolle. Ebenso zur Zielgruppe gehörten Konstrukteure, Hersteller wie Betreiber von Anlagen in der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie, der Bio- und Feinchemie sowie der Baubranche.

Die Workshops andererseits behandelten Themen wie «perfektes Orbitalschweissen mit geschlossenen und offenen Schweissköpfen», die Wirkungsweise der verschiedenen Gase, die richtige Vorgehensweise beim Formieren von Rohren oder die heutigen Möglichkeiten der Schweissnaht-Endoskopie. Portable Vorrichtungen zum Rohraushalsen, Trenntechniken und das Vermeiden von Kontaktkorrosion rundeten das Veranstaltungsprogramm ab.

Auf Kundenbedürfnisse spezifisch eingehen

Mit den 70 mehrheitlich aus dem Werkstattbereich stammenden Teilnehmern zeigten sich die Organisatoren zufrieden: Das Symposium soll künftig in einem jährlichen Rhythmus durchgeführt werden. Ausserdem soll das Treffen dazu dienen, die Kundenbeziehungen intensiver zu pflegen. Auf diesem Weg können deren Bedürfnisse besser wahrgenommen und vor allem spezifisch darauf eingegangen werden. <<

(ID:32743040)