Produktetrend Portalfräsmaschinen im Vergleich

Autor: Simone Käfer

Hohe Masshaltigkeit, Oberflächengüte und hohe Zerspanungsleistung sind Argumente für Portalfräsmaschinen, die eher zur Standard­ausrüstung zählen. Wir stellen Ihnen eine mit durchdachter Kühlung vor, eine Maschine für kleine Losgrössen und eine preisgekrönte.

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Bei einem Vergleichlauf des Produkttesters erzielte die Portalfräsmaschine Fox von Correa die besten Ergebnisse.
Bei einem Vergleichlauf des Produkttesters erzielte die Portalfräsmaschine Fox von Correa die besten Ergebnisse.
(Bild: Correa)
  • Eine thermosymmetrische Konstruktion und Kühlung der wichtigsten mechanischen Elemente bietet die Fox von Correa.
  • Die M10 Pro von Datron ist für wechselnde Losgrössen sowie kleine und grosse Stückzahlen geeignet.
  • Hydrostatische Führungen sollen für wenig Verschleiss und ein ruhiges Fräsverhalten der Taurus von Waldrich Coburg sorgen.

Unser Produkttester der Woche heisst Mikael Helloco und ist Einkaufsleiter von Sermati. Das französische Unternehmen beliefert Betriebe der Luft- und Raumfahrt-, der Verteidigungs- sowie der Energiebranche. Seit 2005 spezialisiert es sich auf Co-Design und die Herstellung von Teilen und Baugruppen aus Titan, Inconel, feuerfestem Stahl sowie Aluminium. Die Endprodukte von Sermati messen 1000 bis 4000 mm, gelegentlich 10000 mm. Das erfordert allerdings stetig neue Investitionen von durchschnittlich 2 Mio. Euro pro Jahr in maschinelle Ausrüstung und eine entsprechende Werkzeugausstattung. So suchte das Unternehmen kürzlich nach vertikalen Portalfräsmaschinen, die 80 % seiner Produkte bearbeiten können. Ausserdem sollte das Verhältnis zwischen Qualität und Kosten ausgewogen sein. Nach einer Vorauswahl folgten Probebearbeitungen mit Titanteilen.

Kühlung für schlanken Fräskopf

Bei dem Test sollte per Schaftfräser mit vollständig ausgefahrenem Stössel ein Schnitt von 25 mm ohne Vibrationen gefräst werden. Das Bearbeitungszentrum Fox von Correa erreichte 60 mm. Sein 3-Achs-UAD-Kopf fräst mit einer Leistung von 52 kW (S1: 100 %) und einem Drehmoment (S1: 100 %) von 1300 Nm bei 6000 min–1. Unterstützt wird er durch einen 5-Achs-Bearbeitungskopf UGV mit einer Betriebsleistung von 12.000 min–1 und 35 kW bei 190 Nm bei S1: 100 %. Die Werkzeugköpfe werden sowohl für die Schruppbearbeitung mit hohem Spanabtrag bei schweren Materialien als auch für die Feinbearbeitung anspruchsvoller Formen eingesetzt. Correa gewährleistet für seine Bearbeitungszentren eine sorgfältig durchdachte thermosymmetrische Konstruktion und Kühlung der wichtigsten mechanischen Elemente sowie eine geringere Ausdehnung des Fräskopfes als üblich. Für Sermati wurden beide Fox-Bearbeitungszentren mit einer Hochdruck-Schmierzentrale eingerichtet, die für einen Schmierdruck von 38 bar Innenschmierung und 14 bar Aussenschmierung der Spindel sorgt. Die beiden Bearbeitungszentren wurden im Sommer 2015 installiert.

Ergänzendes zum Thema
Anwenderblick
Drei Fragen an den Anwender

Mikael Helloco, Einkaufsleiter bei Sermati, bezieht bei einem Neukauf seine Kunden mit ein.

„Bis zur Installation der Maschinen waren wir mit Aufträgen schon ausgelastet”, freut sich Mikael Helloco.
„Bis zur Installation der Maschinen waren wir mit Aufträgen schon ausgelastet”, freut sich Mikael Helloco.
( Bild: Sermati )

Was muss eine Maschine bei Ihnen auszeichnen?

Wir stellen komplexe Teile aus harten und leichten Metallen mit starkem Materialabtrag her. Dazu müssen die Maschinen eine hohe Steifigkeit beim Abspanen und eine hohe Präzision bei der Feinbearbeitung gewährleisten.

Sie haben Ihre Kunden über den Kauf neuer Portalfräsmaschinen informiert?

Ja. Bei der Bestellung der beiden Bearbeitungs­zentren Fox haben wir unsere Kunden mit dem Katalog der Maschine besucht.

Ein ungewöhnliches Vorgehen. Welche Meinung hatten Ihre Kunden zu den neuen Maschinen?

In dem Moment, als die Maschinen fertig installiert waren, hatten wir bereits Aufträge erhalten, die einer Arbeitsauslastung der Maschinen in zwei 8-Stunden-Schichten entsprach.

Die Portalfräse von Datron kann auch kleine Bauteile bearbeiten: hier eine Mikrowellen-Antennen. Sie soll sogar für Losgröße 1 rentabel sein.
Die Portalfräse von Datron kann auch kleine Bauteile bearbeiten: hier eine Mikrowellen-Antennen. Sie soll sogar für Losgröße 1 rentabel sein.
(Bild: Datron)

Portalfräse für kleine Stückzahlen

Laut Datron bereits ab Losgrösse 1 rentabel ist die M10 Pro. Ihr Verfahrweg erreicht in X, Y, Z 1020 mm × 830 mm × 240 mm. Die Maschine gibt es in zwei Ausführungen, die sich in den Daten der Hochfrequenzspindel unterscheiden: 3,0 kW mit 40.000 min–1 oder 8,0 kW mit 34.000 min–1. Mit ihrem Werkzeugwechsler mit integriertem Längentaster und kurzen Rüstzeiten ist die Portalfräsmaschine für wechselnde Losgrössen sowie kleine und grosse Stückzahlen geeignet. Ein Minimalmengen-Kühlschmiersystem ist nur auf Wunsch dabei. Dafür gehört aber ein Linearmesssystem mit einer Auflösung von 40 nm zur Standardausführung.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung