Salon EPHJ-EPT-SMT Präzisionsmesse: Synergie mit «Health Valley»

Redakteur: Sergio Caré

Die internationale Fachmesse EPHJ-EPMT-SMT setzt die Schweizer Uhrenmacherindustrie und Unternehmen aus der Mikro- und Medizinaltechnologie in Szene. Eine wichtige Rolle spielt dieses Jahr die Synergie mit dem Health Valley.

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Der Salon EPHJ-EPMT-SMT verbindet die Uhrmacherei, die Mikrotechnologie und die MedTech-Branche unter einem Dach.
Der Salon EPHJ-EPMT-SMT verbindet die Uhrmacherei, die Mikrotechnologie und die MedTech-Branche unter einem Dach.
(Bild: TheWATCHES.tv SA)

Trotz der ungewissen Zukunft in der Uhrmacherei erfreut sich der Salon EPHJ-EPMT-SMT weiterhin grosser Beliebtheit. «In meinen Gesprächen mit den Unternehmern aus der Uhrenindustrie spürte ich die zurückgekehrte Zuversicht. Das Ende des negativen Zyklus scheint erreicht», sagt Alexandre Catton, Projektleiter der Messe, während der Pressekonferenz in Biel. Dass es besser laufe, bestätigt der ebenfalls anwesende Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes Schweizer Uhrenindustrie: «Die Exporte sind stabil und werden 2017 auf dem Vorjahresniveau erwartet», erklärt Pasche. Für die Zukunft sehe die Lage noch wesentlich besser aus.

Internationale Präzisionsmesse

Der Bereich EPHJ der Messe ist nur für Schweizer Firmen reserviert, die 70 Prozent ihres Umsatzes in der Uhrenindustrie erzielen. Er ist nach wie vor der wichtigste Teil des Salons. Dafür sind in den Bereichen EPMT (Mikrotechnologie) und SMT (Medtech) auch internationale Firmen gern gesehen. Tendenz steigend. So heisst die Messe dieses Jahr Medtech-Vertreter aus Nagoya in Japan willkommen.

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Egal, ob die Firmen in der Uhrenindustrie, Juwelierkunst, Mikrotechnologien oder Medizintechnik tätig sind, eine Gemeinsamkeit verbindet sie: die hohe Präzision und Innovationskraft ihrer Produkte und Dienstleistungen. Eine gute Ausgangslage also für den Salon, welcher vom 20. bis 23. Juni 2017 in Genf stattfinden wird. Die Ausstellungsfläche wird 2017 identisch mit derjenigen vom Vorjahr sein. Auch die Zahl der Aussteller bleibt auf gleich hohem Niveau. Es werden mehr als 880 Aussteller erwartet und wie immer stehen Plätze bis zur letzten Minute bereit für Last-Minute-Kunden.

Neben der Schweiz sind 16 weitere Länder vertreten. Die ausländischen Unternehmen bilden rund 20 Prozent der angemeldeten Aussteller. Ein Viertel der Aussteller kommt aus der Deutschschweiz, hauptsächlich aus den Kantonen Bern, Zürich und Solothurn. Insgesamt werden 20 000 Besucher aus rund 60 Ländern erwartet. Dazu gehören: CEOs, Einkaufs-, Marketing- sowie Forschungs- und Entwicklungsleiter, Händler, Designer, Entwickler, Verantwortliche für die Fertigung usw.

«Der Salon EPHJ gehört zu den grössten Ausstellungen der Schweiz, auch dank der Deutschschweizer Unternehmen», erklärt Olivier Saenger Mitgründer und GL-Mitglied des Veranstalters. «Der Anteil der Firmen, die nach Genf kommen, nimmt aus dieser Sprachregion zu», fügt er hinzu. 20 Prozent der Firmen, die am Salon ihre Produkte und Dienstleistungen zeigen, stammen aus der Deutschschweiz. Dies weil die Medtech-Branche in diesem Landesteil der Schweiz stark vertreten ist. Auch dank der guten Verbindungen finden immer mehr den Weg aus Zürich, Zentral- und Ostschweiz nach Genf, sagen die Veranstalter.

Health Valley als Treibfeder der Innovation

Die Schweiz zählt mehr als 300 Medtech-Unternehmen und der Salon in Genf ist zweifelsohne die grösste schweizerische Fachmesse für Medizintechnik. Dieses Jahr gehört darum die Entwicklung des Health Valley zu den Schwerpunkten der Veranstaltung. Im Health Valley, das von Genf bis nach Bern reicht, sind 1000 Unternehmen, Forschungszentren und Firmen angesiedelt, welche die Innovation in den Bereichen Biotechnologie und Life Sciences fördern. «Auf der Messe umfasst unser Cluster mehrere Start-ups und Medtech-Unternehmen», so Juliette Lemaignen, Operations Manager Health Valley. «Sie haben die Möglichkeit, mit den anderen Messeteilnehmern geschäftliche Beziehungen und Synergien aufzubauen, denn die Uhrenindustrie und die Medizintechnik haben eine gemeinsame Geschichte.»

Diverse Round Tables runden das Angebot ab

Auf dem Programm stehen wie jedes Jahr Diskussionsrunden, die sich mit aktuellen Fragen befassen. Ein Teil der Round Tables behandeln Themen der Uhrmacherei und der Notwendigkeit, das Entwicklungsmodell der schweizerischen Uhrenindustrie neu zu überdenken. Zu den namhaften Gästen zählt der Uhrmachermeister Dominique Renaud. Ebenfalls thematisiert werden die neuen Materialien und Veredelungsverfahren, die allmählich in der Uhrenfertigung Einzug halten.

Eine der Diskussionsrunden betrachtet die Förderung des Health Valley und dessen Bedeutung für die Schweiz. Das Health Valley Switzerland hat sich als Ziel die Realisation gemeinsamer Projekte zwischen den Partnerunternehmen gesteckt. Ausserdem sollen Start-ups stärker unterstützt werden. Bereits heute werde laut Juliette Lemaignen jeder 7. Franken unter den Biotechnologie-Start-ups in der Romandie investiert. «Knowhow und Innovation ist das beste Exportgut, welches wir in der Schweiz besitzen», unterstützt Roderich Hess, CEO von Cendres+Métaux SA aus Biel. Er vertritt an der Pressekonferenz die Unternehmer und Aussteller des Salons. «Start-ups haben Probleme, ihr Weiterkommen zu sichern. Nicht die Gründung scheitert, sondern wenn die Firma eine kritische Grösse erreicht, bei der neues Kapital nötig wird», erklärt Hess. Die Diskussionsrunde wird dabei viele Hintergrundinformationen zum Health Valley Switzerland liefern.

Angesichts des erfolgreichen Round Tables über Laser-Technologien wird die Partnerschaft mit der Firma Swissphotonics fortgeführt. So soll der 3D-Druck von Metallteilen diskutiert werden. Ziel dieses Verfahrens ist es, neue Geometrien zu schaffen und die Gestaltung der Hochpräzisionsteile zu ändern. Ferner wird die Ausbildung der Fachkräfte beleuchtet, die für diese Prozesse erforderlich sind.

Die Weiterentwicklung des 3D-Drucks in Richtung 4D wird ebenfalls in einer Diskussionsrunde besprochen. Handelt es sich bei der 4D-Modellierung um eine Zukunftsvision oder ist sie bereits Realität? Kann man 3D-Druckobjekten eines Tages eine mehr oder minder lebendige und entwicklungsfähige Form verleihen? Diese Fragen bleiben offen und werden sicher Gegenstand spannender Diskussionen zwischen den Fachleuten im Salon sein. Ferner wird dieses Jahr erstmalig ein Round Table mit Nachwuchskräften veranstaltet, die sich für die Uhrmacherei und Juwelierkunst interessieren oder diesen Weg bereits eingeschlagen haben. Die Themen öffnen neue Einblicke in die neuen Berufsbilder, den Platz der Konnektivität und der Herausforderungen in einem Umfeld, in dem der Wettbewerb immer stärker wird. Informationen zum Salon EPHJ-EPMT-SMT finden Sie unter:

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