Politische Forderungen Swissmechanic: Pro Werkplatz Schweiz – für eine echte Industriepolitik

Redakteur: Sergio Caré

Swissmechanic fordert die wirtschaftliche und politische Unterstützung für die heimische Wertschöpfung der KMU-Industrie beim Bund und bei der Nationalbank: Pro Werkplatz Schweiz!

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KMU-Sterben ist laut Swissmechanic kein «natürlicher Strukturwandel», sondern ein Blackout. Die preisliche Wettbewerbsfähig-keit der Qualitätsprodukte der Schweizer Industrie ist international nicht mehr gegeben.
KMU-Sterben ist laut Swissmechanic kein «natürlicher Strukturwandel», sondern ein Blackout. Die preisliche Wettbewerbsfähig-keit der Qualitätsprodukte der Schweizer Industrie ist international nicht mehr gegeben.
(Bild: Marc-Steffen Unger)

Die KMU der Schweiz haben auf das Jahr 2016 gehofft: Auf den Wiedergewinn von Stabilität, den schwächeren Franken, auf preisliche Wettbewerbsfähigkeit, eine bessere Auftragslage, auf Gewinne oder Kredite für Investitionen, die Erholung des Exports. Die Hoffnung war vergebens. Swissmechanic fordert in einer Medienmitteilung wirtschaftliche und politische Unterstützung für die heimische KMU-Industrie.

Wirtschaftsexperten bestätigen die wirtschaftliche Kluft zwischen den grossen Unternehmen mit Wertschöpfung im Ausland und den kleineren, einheimischen Unternehmen. Die zentrale Ursache des Missstands lässt sich klar benennen: Die Wechselkurssituation seit 2015. Bis 2010 entwickelte sich der Maschinenbau in Deutschland und in der Schweiz trotz Strukturveränderungen parallel. Bei indexierten Umsatzzahlen, arbeitstagbereinigt und bei einer Umrechnung von CHF in Euro, ist ersichtlich, dass die Einbrüche des Umsatzes durch die Frankenstärke ausgelöst wurden. Der Export brach ein, KMUs mussten selber schauen wie sie eine Kostensenkung um 20 Prozent realisieren. Ausser Chemie und Pharma ist die ganze Industrie von Exporteinbrüchen betroffen. Mit der Folge, dass Mitarbeiter in der Schweiz entlassen werden, um die Produktionsstätten ins günstige und wirtschaftspolitisch geförderte Ausland zu verlagern.

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Forderung: Gezielte Industriepolitik

Norwegen und Singapur unterstützen direkt die Industrie, indem sie Arbeitsplätze absichern, Lehrstellen fördern, tragbare Kredite ermöglichen und durch Steuerentlastung Investitionen erleichtern. Sie machen eine gezielte, nachhaltige Industriepolitik und betrachten die Industrie als Basis für Wohlstand und Beschäftigung. «Die Industrie kann nur dann weiterhin ein Garant für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg sein, wenn sie wettbewerbsfähig ist. Dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen notwendig», bekennt das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

In der Schweiz wird Forschung subventioniert, die Infrastruktur verbessert, die Umwelt unterstützt. Alles sinnvoll, geht aber an den KMU vorbei. Swissmechanic fordert deshalb eine tatkräftige Industriepolitik. 1. Es soll eine Investitionsmöglichkeit für Pensionskassen, Unternehmen und Privatpersonen geschaffen werden, um Risikokapital für Investitionen zu schaffen. Dieses Geld soll in die heimische Produktion am Standort Schweiz fliessen. 2. Exportförderung und Finanzierungshilfen für benachteiligte KMU-Industrie bei Aktivitäten im Ausland zu unterstützen.

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