Schuler: Servo-Presse produktiver Produktiver schmieden mit Servoantrieb

Redakteur: Konrad Mücke

Schmieden arbeiten künftig produktiver. Dafür sorgt die jüngst von Schuler vorgestellte Schmiede­presse MSE 2000. Sie wird servoelektrisch an- getrieben. Das ermöglicht angepasste Geschwindigkeiten der Stössel- und Nebenantriebe.

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Deutlich produktiver und wirtschaftlicher arbeitet die Schmiedepresse MSE 2000 dank servoelektrischer Antriebe.
Deutlich produktiver und wirtschaftlicher arbeitet die Schmiedepresse MSE 2000 dank servoelektrischer Antriebe.
(Bild: Schuler AG)

Schnell umformen, langsam sprühen und Bauteile transportieren. Schmieden lässt sich durch exakt angepasste Abläufe deutlich optimieren. Schnell umzuformen minimiert die Zeiten, in denen das Gesenk die heissen Schmiedestücke berührt. Das schont die Gesenke. Allerdings benötigt man längere Zeit­spannen, um die Gesenke ausreichend einzu­sprühen und die Bauteile innerhalb der Schmiede­presse unbeschadet zu transportieren und genau zu positionieren.

Programmierbare Prozessabläufe

Derart optimierte Prozessabläufe verwirklicht die Schmiedepresse MSE 2000 von Schuler. Ihre Presskraft beträgt 2000 Tonnen. Sie verfügt über vier Servoantriebe im Kopfstück. Diese treiben direkt den Stössel an. Mit ihnen lässt sich
die Stösselgeschwindigkeit exakt steuern und regeln. So
bewegt sich der Stössel langsam während des Transports der Werkstücke, schneller während des Umformvorgangs. Das war bei konventionellen mechanischen Pressen bislang nicht möglich. Die Dauer des gesamten Prozesses war vom langsamsten Teilprozess bestimmt.

Auch die Tischauswerfer der Schmiedepresse MSE 2000 verfügen über einen eigenständigen Servo-Motor. Sie sind somit nicht – wie bei bisherigen, mechanischen Pressen – mechanisch mit dem Haupt­antrieb gekoppelt. Das erhöht die Flexibilität für den Transport der Werkstücke. Zudem beschleunigt es den Produktionsprozess.

Individuell steuerbare Funktionen

Die separaten Servoantriebe erhöhen deutlich die Produktivität der Schmiedepresse. «Mit unserer neu entwickelten Schmiedepresse MSE 2000 lassen sich damit in derselben Zeit deutlich mehr Teile produzieren als mit herkömmlichen Schmiedepressen», erklärt Markus Bieg, Leiter der Division Industry von Schuler am Standort Weingarten.

Als weiteren Vorteil nennt er die verbesserte Laufruhe der Umformpresse. Statt mit einer Längs- ist sie mit einer Querwelle ausgeführt. Die beiden Exzenterräder drehen sich gegensinnig. Das gleicht Schwingungen und Kräfte aus den Trägheits­momenten aus. Darüber hinaus bieten die gesteuerten Geschwindigkeiten durch die Servoantriebe weitere Vorteile. Zum einen verlängern sie signifikant die Lebensdauer der Gesenke. Beispielsweise lassen sich die Beschleunigungen und die Auftreffgeschwindigkeit des Obergesenks exakt steuern. Das reduziert auch den Energiebedarf der Pressen. Servo­elektrisch angetriebene Schmiedepressen eignen sich vorteilhaft, um Werkstücke wie Getriebwellen, Kegelräder und Gelenkteile für Fahrzeugantriebe in grossen Serien wirtschaftlich herzustellen. Verglichen mit bisherigen mechanischen Schmiedepressen arbeiten sie deutlich produktiver und wirtschaftlicher, denn sie schonen die Schmiede­gesenke und verringern den Energie­verbrauch. kmu SMM

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