Scudding – kombiniertes Prozess-Know-how Produktivitätsgarant beim Vorverzahnen

Redakteur: Anne Richter

Zum Vorverzahnen von Zahnrädern im Pkw- und Lkw-Bereich dominieren die Verfahren Wälzfräsen, Wälzstossen und Verzahnungsräumen. Eine hochproduktive Alternative dazu bietet das Scudding von Profilator, Kooperationspartner von Verzahnungsspezialist Samputensili.

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Scudding einer Aussenverzahnung.
Scudding einer Aussenverzahnung.
(Bild: Samputensili und Profilator)

Beim Scudding laufen Werkzeug und Werkstück miteinander ab, ähnlich einem Zahnradgetriebe. Wesentlicher und entscheidender Unterschied ist jedoch der Achskreuzwinkel zwischen beiden Partnern, durch den eine Relativbewegung entlang der Bauteilflanken und damit die Spanabnahme gewährleistet wird.

Massgeschneiderte Maschine

Die Schnittgeschwindigkeiten, die heute mit moderner Maschinen- und Werkzeugtechnologie umgesetzt werden, liegen bei bis zu vc = 250 m/min. Die dazu erforderlichen hohen Spindeldrehzahlen führen unweigerlich zu einer hohen Prozessdynamik. Um negative Effekte aus der Prozessdynamik auf das Bearbeitungsergebnis zu vermeiden, ist es notwendig, die Maschine massgeschneidert auf den Scudding-Prozess auszulegen. Nur hierdurch wird sichergestellt, dass auftretende Vibrationen minimal sind und ein steifer Aufbau ein optimales Bearbeitungsergebnis gewährleistet.

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Der Prozess läuft kontinuierlich ab, bis die volle Breite des Werkstücks bearbeitet wurde. Leerhübe, wie sie beispielsweise beim Wälzstossen erforderlich sind, werden nicht benötigt. Um die Belastung auf die Schneidkanten des Werkzeuges zu reduzieren und so die Standzeit zu erhöhen, werden heute überwiegend Mehrschnittstrategien genutzt. Dabei wird das zu fertigende Zahnrad in mehreren Durchgängen bearbeitet, wobei bei jedem Durchgang eine erhöhte Zustellung gewählt wird, bis das Zahnrad die geforderte Endkontur erhält. Durch die gewählte Maschinenkinematik können Korrekturen in Flankenlinienrichtung äusserst flexibel erzeugt werden, sodass auch Balligkeiten, wie sie beim Verzahnungsräumen unmöglich sind, prozesssicher realisiert werden können.

Scudding wird als Trockenbearbeitung ausgeführt. Der Verzicht auf den Einsatz von Kühlschmierstoffen trägt zu einer Kostenreduktion bei. Neben der Investition für eine Kühlschmierstoffanlage und das Medium selbst werden auch unnötige Entsorgungs- oder Aufbereitungskosten eingespart. Durch die Reduktion der anfallenden Abfallstoffe wird ebenso das ökologische Potenzial der Trockenbearbeitung unterstrichen. Eine optimierte Prozess­auslegung besteht neben der Empfehlung der Prozessparameter auch in der Auslegung der Werkzeuge. Dabei ist eine enge Verbindung zwischen dem Werkzeug- und dem Maschinenhersteller von besonderer Wichtigkeit, wie die Partnerschaft von Profilator mit Samputensili in einer Vielzahl von Anwendungen gezeigt hat. -ari- SMM

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