Suchen

Weiterentwickelte Redox-Batterie Quant-e: Beeindruckender Energieträger auf vier Rädern

| Autor / Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

An wem auf der Strasse demnächst ein sehr leises und schnittiges Automobil vorbei flitzt, auf dem kein Logo von Tesla, Porsche oder BMW klebt, der hat vielleicht ein automobiles Novum gesehen, ein ausserordentlich interessantes!

Firmen zum Thema

Der Entwicklungschef Nunzio La Vecchia (l.) und Jens-Peter Ellermann, Vorstand des Verwaltungsrates, mit dem offiziell zugelassenen Quant e.
Der Entwicklungschef Nunzio La Vecchia (l.) und Jens-Peter Ellermann, Vorstand des Verwaltungsrates, mit dem offiziell zugelassenen Quant e.
(Foto: nanoFlowcell)

Bei seinem ersten Auftritt auf dem Genfer Automobilsalon parkte die Elektro-Sportlimousine Quant-e in nächster Nähe zu Tesla. Ab sofort könnten sich die beiden Elektroautos auch auf der Strasse begegnen. Zwar werden beide Fahrzeuge durch Batterien betrieben, dennoch unterscheiden sie sich unter ihrer Haube deutlich. Der Flügeltürer Quant-e ist nach Unternehmensangaben das erste Auto, das mit Flusszelle vollelektrisch auf Deutschlands Strassen fährt.

600 Kilometer elektrische Reichweite

Einen Top-Wert von 600 Kilometern rein elektrischer Reichweite verspricht Hersteller Nanoflowcell, dank spezieller Speichertechnik: Das System nutzt als Basis das bereits in den siebziger Jahren von der Nasa entwickelte Redox-Flow-Cell-Prinzip. Die Innovation dieser neuen Speichertechnologie, "Nanoflowcell" genannt, ist die hohe Energiedichte bei der Speicherung und Umsetzung elektrischer Ladung. Die Flowcell- oder Flusszellen-Batterie gilt als Hoffnungsträger für eine besonders einfache und effektive Speicherung von elektrischer Energie. Sie funktioniert als chemische Zelle so ähnlich wie ein technischer Zwitter aus Akkumulator und Brennstoffzelle. In zwei voneinander getrennten Zellen zirkulieren flüssige Elektrolyte. Dabei kommt es zu einer „kalten Verbrennung“, bei der die Prozesse Oxidation und Reduktion parallel stattfinden. Auf diese Weise erzeugt die Flowcell-Batterie den Fahrstrom. Man spricht auch von einer Redox-Batterie. Die Elektrolyt-Flüssigkeit wird hierzu vom Tank aus durch die Zelle gepumpt. Je grösser der Tank, desto grösser wird die verfügbare Energiemenge. Das „Aufladen“ kann durch Austausch der Flüssigkeiten erfolgen, also durch Auftanken etwa an einer speziell ausgerüsteten Tankstelle.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 24 Bildern

Beeindruckende Fahrleistungen

Vier Elektromotoren treiben den immerhin 2,3 Tonnen schweren Quant-e an. So beschleunigt er nach Herstellerangaben in 2,8 Sekunden auf 100 km/h, maximal sollen mehr als 350 km/h möglich sein. Als Dauerleistung gibt Nanoflowcell 480 kW/653 PS an, kurzfristig kann der Antrieb 680 kW/925 PS mobilisieren. Bis der Quant-e für Tesla zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz werden kann, dauert es aber noch. Der nächste Schritt für die Macher hinter Nanoflowcell ist nun die Homologation für die Serienfertigung. Um das voranzutreiben, arbeitet das Unternehmen mit dem deutschen Zulieferer Bosch Engineering zusammen.

Energieträger der Zukunft

Mit ihrer hohen Effizienz und Umweltverträglichkeit eröffnet die Nanoflowcell in vielen Bereichen neue Perspektiven. Etwa in der Luftfahrtindustrie, wo nach Alternativen zu den gegenwärtigen Bordbatterien gesucht wird. Oder im Eisenbahnverkehr, wo die innovative Technologie zum Energiesparen beitragen könnte. Als Energiespeicher rund ums Haus ist die Flusszelle bereits heute etabliert. Über die Nanoflowcell liesse sich hier eine Energie-Logistik für einzelne Häuser und sogar ganze Kleinsiedlungen einrichten.

(ID:42846599)