Hyperloop Pod Competition Schallgeschwindigkeit: Showdown in Los Angeles

Redakteur: Sergio Caré

Fast so schnell wie der Schall soll er sein, der Superschnellzug der Zukunft, auch Hyperloop genannt. Vor einem Jahr begann der Bau des Hyperloop-Tunnels - basierend auf eine Idee Elon Musks. Nun kommt es zum Showdown der Pods.

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An der Hyperloop-Teststrecke wird seit Anfang 2016 gebaut. Ende Januar finden die TEstläufe statt.
An der Hyperloop-Teststrecke wird seit Anfang 2016 gebaut. Ende Januar finden die TEstläufe statt.
(Bild: hyperloop one)

Fast so schnell wie der Schall soll er sein, der Superschnellzug der Zukunft, auch Hyperloop genannt. In der von der Firma SpaceX ausgelobten «Hyperloop Pod Competition» stellten Teams aus der ganzen Welt ihre Konzepte für den sogenannten Pod vor, die Kabinenkapsel, in der Passagiere durch die Röhre transportiert werden sollen. Die WARR-Studierendengruppe der Technischen Universität München ist eines der 30 Teams, die ihren Prototyp bauen durften. WARR steht für Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt. Vom 27. bis 29. Januar werden die Teams auf der Teststrecke in den USA gegeneinander antreten. Thomas Ruck, Student der Luft- und Raumfahrt, erklärt, wie alles anfing und warum der Pod der TUM-Studierenden so besonders ist.

SMM: Wie kamen Sie eigentlich auf die Idee, an dem Wettbewerb teilzunehmen?

Thomas Ruck: Ich kann mich noch erinnern, dass wir letztes Jahr Ende Juli zu Dritt in einem Café sassen und überlegt haben, wie man das Ganze aufziehen könnte. Mariana Avezum, die an der Informatik-Fakultät studiert, hatte auf Facebook gesehen, dass es einen Wettbewerb von SpaceX gibt, bei dem ein Hyperloop Pod gebaut werden soll. Sie war sofort begeistert und hat im Maschinenwesen nach Leuten gesucht, die das mit ihr durchziehen wollen. Ich war einer der ersten, die Ja gesagt haben. Seitdem hat sich das Team auf 35 Leute erweitert und jetzt fliegen wir nächste Woche nach Los Angeles, wo in drei Wochen das Finale des Wettbewerbs startet.

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Haben Sie geglaubt, dass Sie es bis ins Finale schaffen werden?

T.Ruck: Am Anfang waren wir eins von 700 Teams, die ihr Design eingereicht haben. Alle Top-Unis der Welt waren vertreten. Wir waren zwar zuversichtlich, dass wir etwas Gutes vorlegen können, aber dass es so gut laufen würde, hätten wir nicht gedacht.

Wann haben Sie mit dem beim Bau des Pods begonnen?

Wir haben sehr viel Zeit investiert, um die Finanzierung, Materialien und das nötige Know-How zu bekommen sowie Sponsoren zu organisieren. Richtig angefangen zu bauen haben wir im April. Den grössten Teil hatten wir bis Oktober fertig, dann haben wir mit dem Feintuning begonnen

Wie sahen die Vorbereitungen für den Wettbewerb aus?

T.Ruck: Anfang Dezember begannen wir mit dem Verpackungs- und Transportprozess. Dazu gehört, dass wir jedes einzelne Teil, das wir mitnehmen wollten, katalogisieren und beim Zoll anmelden mussten. Insgesamt waren es 19.000 Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von 1,2 Tonnen.

Was geschieht nun?

Am 16. Januar starten wir in Los Angeles die finale Systemintegration, bei der wir noch die letzten Teile am Pod anbringen, zum Beispiel auch die Magneten und die Batterien. Diese Teile haben wir separat mit dem Schiff versandt, weil sie nicht ins Flugzeug dürfen. Am 22. Januar ziehen wir dann um zu SpaceX, dort beginnt die Testkampagne. Da müssen wir beweisen, dass wir alles den Regeln entsprechend gebaut haben. Und vor allem, dass unser Pod sicher ist und die Röhre oder das Schiebefahrzeug in der Röhre nicht kaputt macht. Am 27. Januar beginnt der eigentliche Wettbewerb, der über drei Tage geht.

Warum nutzen Sie einen Kompressor?

T.Ruck: Bei hohen Geschwindigkeiten in einer Röhre mit einem möglichst geringen Durchmesser, braucht man einen Kompressor. Er verhindert, dass eine Luftsäule vor dem Pod hergeschoben wird, die ihn bremst. Der Kompressor saugt die Luft ab, komprimiert sie und stösst sie hinten aus dem Fahrzeug wieder aus. Technisch gesehen eine ziemlich anspruchsvolle Sache, da sehr hohe Drehzahlen benötigt werden. Unser Kompressor läuft mit 17.000 Umdrehungen pro Minute, da muss man erst einmal einen Elektromotor finden, der das leisten kann. In dem Wettbewerb selber fahren wir ja nicht mit annähernder Schallgeschwindigkeit. Die Röhre ist nur eine Meile lang, daher können wir nur mit ungefähr 350 Stundenkilometern fahren.

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