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Wenn Sie sagen Hochpräzisionsbereich, wie steht es dann um die Produktivität?
E. Schmid: Sie können sich vorstellen, wenn man eine Hirth-Verzahnung für eine Gasturbine oder Zahnstangen für eine Lenkung aus dem Vollen schleift, dann müssen sie massiv Volumen abtragen. Wir betreiben mit unseren Schleifmaschinen Hochvolumenzerspanung in Höchstpräzision. Unser Slogan ist «Power and Precision». Ich würde sagen, unsere Maschinen sind Arbeitspferde, die dafür ausgelegt sind, ins Volle zu schleifen. Das aber bei höchster Genauigkeit, auch dank unseres perfektionierten In-Prozess-Abrichtverfahrens. Unsere Maschinen sind Hochleistungsmaschinen mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Das ist die Quadratur des Kreises, aber die beherrschen wir aus dem Effeff, was zugegebenermassen aber nicht immer ganz einfach ist.
Wie steht es um die Produktivität Ihrer Kunden, die auf Ihre Maschinen setzen?
E. Schmid: Beim Thema Produktivität habe ich einen ganz simplen Ansatz. Am Ende zählt, wie viele Gutteile man in einem bestimmten Zeitraum, zum Beispiel in einer Schicht, zu welchem Preis gefertigt hat. Das ist der alles entscheidende Aspekt. Wegen der grösseren Teilevielfalt unserer Kunden setzen wir zunehmend auf komplexere Maschinen. Früher waren die Maschinen in der Produktion oft für die Massenfertigung von Gleichteilen ausgerichtet. Wir haben unsere Maschinen in Richtung Komplettbearbeitung von zunehmend breiteren Teilespektren mit kleineren Losgrössen entwickelt. Nicht zuletzt deshalb müssen wir Schleifen, Drehen, Fräsen, Bohren und Messen auf einer Maschine realisieren können. Dann werden unsere Maschinen auch für KMU massiv interessanter, die ständig wechselnde Bauteile fertigen müssen.
Wie steht es um Ihre Mitbewerber?
E. Schmid: Es wäre schön, wenn wir keine Mitbewerber hätten. Die Hauptmitbewerber kommen aus Deutschland. Im Turbinenbereich ist zusätzlich ein japanischer Hersteller sehr aktiv. Es ist ein überschaubarer Markt, aber wenn wir keine Konkurrenz hätten, wären wir nicht da wo wir heute sind, nämlich in der technologischen Spitzenposition.
Apropos Konkurrenz aus dem Ausland, der Franken ist jetzt massiv höher bewertet, wie sehen Sie ihre aktuelle Situation?
E. Schmid: Der Schweizer Franken wurde von einem auf den anderen Tag um 20 Prozent aufgewertet. Das ist für uns als exportorientiertes Unternehmen ein massiver Einschnitt, der uns hart trifft. Aber jetzt den Kopf in den Sand stecken, wäre der falsche Ansatz. Wir müssen weitere Produktivitätsfortschritte noch schneller realisieren. Vermehrte Beschaffung im Euroraum ist selbstverständlich auch ein Thema. Vor allem gilt es, mit kleineren und grösseren Innovationen sich von den Mitbewerbern zu differenzieren und unsere Kunden zu überzeugen, dass sie mit unseren Technologielösungen den grössten Nutzen generieren können, auch wenn sie etwas mehr kosten sollten.
Schweiz ist als Hochlohnland bekannt, welche Vorteile hat der Werkplatz Schweiz?
E. Schmid: Wir haben in der Schweiz einige Standortvorteile, es ist das gesamte Umfeld von der politischen Sicherheit angefangen über eine gesunde Arbeitseinstellung bis hin zu hoch qualifizierten Zulieferern im engsten Umfeld. Unser duales Ausbildungs-System ist hervorragend, dann muss man unseren Fachhochschulen und Hochschulen grosses Lob aussprechen. Und schliesslich ist unser flexibler Arbeitsmarkt ein starker Faktor. Insgesamt haben wir ausgezeichnete Voraussetzungen. Der Schweizer Franken ist erst einmal ein Rückschlag, aber die Konjunktur in unseren wichtigsten Absatzmärkten läuft, wir werden unser Währungshandicap sicher bewältigen können.
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