Tägerwiler Institut für Werkstoffsystemtechnik: Simulieren und experimentieren Schneller dank nachprüfbarer Simulation

Von Martin Sinzig

Anbieter zum Thema

Mit der Kombination von Simulation und experimentellen Versuchen unterstützt das Tägerwiler Institut für Werkstoffsystemtechnik (WITg) mittelständische Unternehmen, Bauteile und Regelsysteme zu optimieren.

Speziell für kleinere Unternehmen: Lazar Bošković und Jörg Straub am WITg simulieren, berechnen und erstellen generativ Prototypen.
Speziell für kleinere Unternehmen: Lazar Bošković und Jörg Straub am WITg simulieren, berechnen und erstellen generativ Prototypen.
(Bild: WITg)

Vor allem bei komplexen Bauteilen oder Baugruppen brauche es numerische Verfahren, um die Beanspruchung auf ein System zu simulieren und dieses zu optimieren, wie Lazar Bošković erklärt. Als Professor an der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), hat er im Jahr 2018 den Vorsitz der Institutsleitung übernommen. Erklärtes Ziel ist für ihn, den Bereich Simulation und Betriebsfestigkeit am WITg zu etablieren.

Berechnen und simulieren

Von der nunmehr etablierten Dienstleistung sollen vor allem kleine mittelständische Unternehmen profitieren, die über keine eigene Berechnungs­abteilung verfügen, die dennoch eine Simulation sinnvoll nutzen können. «Wir helfen aber auch grösseren Unternehmen, neue Blickwinkel zu finden, sei es in der Metall- oder in der Kunststofftechnik», ergänzt Lazar Bošković. Simulation sei mehr, als bunte Bilder zu erzeugen, sondern setze das Verständnis der Mechanik voraus. «Wir betreiben nicht nur reine Simulation. Vielmehr kombinieren wir diese bei Bedarf auch mit experimentellen Versuchen, um uns einer Lösung anzunähern», so der Wissenschaftler, der sich seit über 20 Jahren mit strukturmechanischen Simulationen und Betriebsfestigkeit beschäftigt. Mit dieser Kombination sei das WITg sehr gut aufgestellt, um seine Rolle als Lösungsfinder für die Industrie zu erfüllen. Die Simulation solle als Werkzeug verstanden werden, um die Innovation voranzutreiben, ergänzt Jörg Straub. Als Master of Engineering ist er seit dem Jahr 2021 Ansprechpartner am WITg für den Bereich Simulation. «Es geht darum, Konzepte zu entwickeln und herauszufinden, ob durch Bauteilveränderungen Kosten und Zeit eingespart werden können», führt Jörg Straub aus. Zu klären sei zudem, ob Bauteile zuerst berechnet, also virtuell aufgebaut und geprüft werden könnten, bevor man kosten­intensive Prototypen herstellt.

Prototypen testen und prüfen

Im Rahmen eines aktuellen Projekts stellt die Simulationsabteilung am WITg Prototypen her und führt Versuche durch. Simulierte Bauteile werden auf einem 3D-Drucker gefertigt, um ihre Funktion zu prüfen und zu verifizieren. Wie Jörg Straub betont, genüge es oft nicht, alles nur virtuell abzubilden. Der Vorteil eines «rapid prototyping» sei, schnell Konstruktionen prüfen zu können, die man vorher berechnet hat. Eines seiner Ziele ist, die Möglichkeiten des Prototypenbaus am WITg zu erweitern. SMM

(ID:48412105)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung