Vom modularen Schweissen und Weben zum modularen Ändern

Schweiss- und Webmaschinenhersteller verkürzen mit Universal-Tool die Umsetzungszeit für Änderungen

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NX für Konstruktion, Simulation und Fertigung

Die Entwickler von Schlatter konstruieren diese Maschinen und Anlagen unter Verwendung der CAD-Software «NX» von Siemens PLM Software. An den Standorten Schlieren und Münster (D) nutzt Schlatter NX mit Zusatzmodulen wie dem «NX Weld Assistant» zur Auslegung von Schweissnähten, «NX Sheet Metal Design» zur Unterstützung des Entwurfs von Blechteilen und «NX Schematics» für das Erstellen pneumatischer und hydraulischer Pläne. Auch für das computergestützte Engineering (CAE) wird NX verwendet, hauptsächlich zur Überprüfung tragender Strukturen. Zudem setzt Schlatter am Produktionsstandort in Deutschland auf «NX CAM», eine nahtlos integrierte Software für die computergestützte Fertigung.

Teamcenter für Wissensmanagement

Ebenfalls bereits seit 2001 verwenden die Schlatter-Entwickler die Software «Teamcenter», ebenso von Siemens PLM Software. Insgesamt 135 Autoren nutzen die PLM-Software für die Speicherung, Verwaltung und Versionierung sämtlicher produktbezogener Daten sowie für alle innerbetrieblichen Freigabeprozeduren. «Auch wenn damals der Fokus eindeutig auf der Einführung von NX lag, hat sich Teamcenter sehr schnell als universelles Management-Tool für alle technischen Informationen etabliert», erklärt Oliver Martitsch-Kreiner, PDM/CAD System Manager bei Schlatter. Teil der Teamcenter-Installation ist eine bidirektionale Schnittstelle (Tesis) zur ERP-Software, über die Stammdaten und Stücklisteninformationen zwischen Materialwirtschaft und Technik ausgetauscht werden. «Über diese Schnittstelle können Schlatter-Mitarbeiter einander aus allen Domänen effizient zuarbeiten, ohne umzudenken, und in ihrer gewohnten Umgebung», sagt Martitsch-Kreiner.

Änderungen und Vorfälle integrieren

Trotz der steigenden Funktionalität in Teamcenter blieb die Software für das Änderungs- und Reklamationswesen zur Unterstützung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses lange Zeit eine Insellösung. Hausinterne Softwareentwickler hatten sie bereits vor der Teamcenter-Einführung auf Basis einer handelsüblichen Datenbank-Engine geschrieben. Das Tool war voll auf die Bedürfnisse von Schlatter zugeschnitten und daher in die IT-Umgebung des Unternehmens integriert und intuitiv bedienbar.

Allerdings benötigte jeder Anwender eine Datenbank-Lizenz und die individuell programmierte Software bot keinerlei Workflow-Unterstützung für gesicherte Prozessabläufe. Zudem konnte mit der Insellösung kein Bezug zwischen den eingegebenen Vorfällen und den Produktdaten aus Teamcenter hergestellt werden. Nachdem ihre Schöpfer nicht mehr im Unternehmen sind, stellte die Wartung der langsam und fehleranfällig gewordenen Software allerdings eine erhebliche Herausforderung dar.

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